Doch Bäume für Gmünds gute Stube?

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Etwa 25 Gmünder Händler und Gastronomen sind gegen eine „dichte Baumbepflanzung auf dem Schwäbisch Gmünder Marktplatz“.
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Beschicker fürchten um den Weihnachtsmarkt. Stadt und Handel halten an Events in der Stadt fest und wollen gleichzeitig des Klimawandels wegen Kühlinseln schaffen.

Schwäbisch Gmünd

Etwa 25 Gmünder Händler und Gastronomen sind gegen eine „dichte Baumbepflanzung auf dem Schwäbisch Gmünder Marktplatz“. Einen entsprechenden Text einer Unterschriftenaktion haben sie unterzeichnet, die die Inhaberin des Kerzenladens in der Nikolausgasse, Isolde Schirle, gestartet hat. Im GT-Gespräch erläuterte Schirle, was mit „dichter Baumbepflanzung“ gemeint ist: keine zweireihige Bepflanzung. Sie verwies dabei auf eine Whatsapp-Gruppe der Beschicker des Gmünder Weihnachtsmarktes, die um diesen in Sorge sind.

Stadtsprecher Markus Herrmann weiß um diese Sorge. Auf GT-Anfrage holte er weiter aus. Am Anfang der Diskussion über Bäume auf dem Marktplatz hätten des Klimaschutzes wegen große mobile Bäume gestanden. Dann habe es im Gemeinderat eine Diskussion gegeben, dass es richtige Bäume brauche. Baubürgermeister Julius Mihm habe darauf mit der Frage nach Standorten reagiert. Herrmann nannte die Bocksgasse und die Schmiedgassen als weniger strittige Standorte. Diskussionen gebe es beim Münsterplatz, beim Johannisplatz und, noch mehr, beim Marktplatz. Bei diesem, und das ist dann mehr die Sicht des Tourismusmanagers Herrmann denn des Stadtsprechers Herrmann, kollidiere die Vorstellung einer zweireihigen Bebauung mit Veranstaltungen wie der Italienischen Nacht, dem Stadtfest, dem Krämermarkt oder eben auch dem Weihnachtsmarkt. Viele stellten sich dies zu einfach vor: Buden zwischen die Bäume zu stellen, ginge nicht. Zudem brauche es für den Weihnachtsmarktaufbau Tieflader und fürs Stadtfest Kühlwagen, ganz zu schweigen von Rettungswagen. „Wir wollen den Weihnachtsmarkt nicht abspecken, nachdem wir ihn über Jahre mit dem Charakter eines geschlossenen Marktes aufgebaut haben“, sagte Herrmann. Eine weitere Möglichkeit sei, den Weihnachtsmarkt vom Marktplatz wegzunehmen. Dann aber habe die Stadt eine Diskussion mit dem Handels- und Gewerbeverein HGV. Schließlich wies der Stadtsprecher darauf hin, dass die Idee einer Beschattung in der Innenstadt von der Touristik- und Marketing GmbH und vom HGV gekommen sei.

Was am Ende werden könnte, skizzierte Herrmann so:

eine Baumsituation am unteren Marktplatz,

in Richtung oberen Marktplatz Wasserspiele und -fontänen, die bei Veranstaltungen abgeschaltet werden können und

weitere mobile Bäume, die ebenfalls für Veranstaltungen entfernt werden können.

Eine „neue Aufenthaltsqualität“ also, „ohne Veranstaltungen aufzugeben“. Diese Einschätzung teilt HGV-Vorstandsmitglied Dr. Christof Morawitz. Die Situation des Handels müsse aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden. Der eine: „Wir brauchen städtische Events, dass die Menschen in die Stadt kommen, essen, einkaufen.“ Da seien sich Stadt und HGV einig. Der zweite Blickwinkel: „Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt muss an die Hitzeperioden angepasst werden.“ Dafür brauche es Kühlinseln. Dies bedeutet: Stadt und HGV sind nah beieinander. Die offenere Frage dürfte damit sein, wie die Fraktionen des Gemeinderates dies sehen.

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