Dr. Inge Gräßle zu Impfpflicht: Im Gespräch bleiben

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Dr. Inge Gräßle
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Gmünds CDU-Abgeordnete lädt vor ihrer eigenen Entscheidung die Bürger zum Austausch ein.

Schwäbisch Gmünd. „Wir müssen im Gespräch bleiben.“ Sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Inge Gräßle. Am Mittwochabend hat sie erstmals zu einer Videokonferenz eingeladen, um mit Bürgern über Impfpflicht zu diskutieren. Mehr noch: die Meinung der Bürger dazu zu hören. Dass es ein Redebedürfnis gibt, belegten an diesem Abend etwa 40 Menschen aus dem Ostalb- und Rems-Murr-Kreis, die sich am Gespräch beteiligten. Etwa zwei Drittel bis drei Viertel von ihnen sprachen sich dabei gegen eine Impfpflicht aus.

Gräßle führte selbst ins Thema ein. Sie kritisierte die neue Regierung für ein „absolut abenteuerliches Vorgehen“. Es könne nicht sein, dass eine Regierung bei einer „solchen Kernfrage“ keinen Entwurf vorlege. Die direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Backnang / Gmünd sieht als Grund dafür, dass die Regierung in dieser Frage keine Mehrheit habe. Die Debatte über eine Impfpflicht fange nun an, sie selbst sei nun gespannt auf die Argumente für oder gegen die Impfpflicht.

Solche hörte sie auch am Mittwoch. Sie lassen sich bündeln. Jeder sei für sich selbst verantwortlich und solle deshalb selbst entscheiden, war eines. Der Impfstoff sei nicht richtig erprobt, ein anderes. Manche Gesprächsteilnehmer verwiesen darauf, dass Bremen eine besonders hohe Impfquote habe und dennoch eine hohe Inzidenz. Wieder andere ließen das Argument nicht gelten, die Kliniken müssten vor Überlastung geschützt werden, da die Politik in den vergangenen Jahren in den Krankenhäusern unentwegt Kapazitäten abgebaut habe. Ein weiteres Argument gegen eine Impfpflicht war die Sorge einer Teilnehmerin, „dass wir nicht mehr miteinander reden“.

Befürworter der Impfpflicht wiesen zum einen auf die Wirksamkeit des Impfstoffs hin. Diese stehe außer Frage, der Impfstoff sei ausreichend erprobt. Kritisch hingegen sah ein Befürworter der Impfpflicht, wie deren Umsetzung kontrolliert werden solle. Ein weiteres Argument für die Impfpflicht: eine deutlich erhöhte Belastung der Pflegekräfte durch Corona-Patienten im Vergleich zu anderen Intensivpatienten.

Unter den Gesprächsteilnehmern waren Geimpfte und Ungeimpfte. Dabei gab es Geimpfte, die sich gegen die Impfpflicht aussprachen, weil in der Corona-Politik das „Chaos das Vertrauen in die Politik massiv erschüttert“ habe. Ungeimpfte würden trotz Pflicht zu zwei Dritteln ungeimpft bleiben, Strafen bezahlen oder ins Ausland gehen.

Was nahm Inge Gräßle am Ende der überwiegend sachlichen Diskussion mit? Die Entscheidung über die Impfpflicht sei eine schwerwiegende, sagte die Abgeordnete. Sie werde sich diese nicht leicht machen. Einmal mehr will Gräßle zuhören - an diesem Freitag lädt sie ab 19.30 Uhr bei einem Webex-Meeting nochmal zum Gespräch. Interessierte schalten sich auf www.inge-graessle.de zu.⋌Michael Länge

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