Dr. Joachim Bläse ist seit diesem Samstag neuer Landrat im Ostalbkreis

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Abfahrt in Richtung Ostalbkreis: Das Schild war eines der vielen Geschenke für Dr. Joachim Bläse (im Bild links, hinter ihm seine Frau Claudia, rechts Richard Arnold).
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Schwäbisch Gmünd als Beispiel für Stadt: Großes Lob für Dr. Joachim Bläse bei seiner Verabschiedung aus dem Amt des Ersten Bürgermeisters.

Schwäbisch Gmünd

Ab diesem Samstag ist Dr. Joachim Bläse nicht mehr Erster Bürgermeister (EBM) der Stadt Schwäbisch Gmünd, sondern Landrat. Am Freitag wurde der Mann, der 18 Jahre lang in der Stadtverwaltung die Bereiche Finanzen, Recht und Ordnung, Soziales und Kultur verantwortet hat, von Mitarbeitern seines Dezernats, Vertretern der Stadtverwaltung und des Gemeinderats verabschiedet.

Oberbürgermeister Richard Arnold nannte diesen Freitag einen "Tag der Veränderung für unsere Stadt". Er und Bläse seien "ein Erfolgstandem" gewesen, bei dem der EBM ihm den Rücken freigehalten habe. Bläse, der zuvor für die CDU im Lindacher Ortschaftsrat saß, sei es immer um die Menschen und die Stadt gegangen, nie um Parteiinteressen. "Gmünd hat dir viel zu verdanken", so der Rathauschef.

In seinem Amt habe Bläse viel bewegt und als Landrat des flächenmäßig drittgrößten Landkreises im Regierungsbezirk Stuttgart werde er noch mehr bewegen, sagte der Oberbürgermeister. Zu Bläses Stärken gehörten Heimatverbundenheit und Weltoffenheit – eine Kombination, die in Zukunft noch mehr als bisher schon gefragt sein werde.

Als Vertreter des Gemeinderats lobte CDU-Fraktionssprecher Alfred Baumhauer an Bläse Fleiß, Freude und Sachkunde. Er habe wesentlich dazu beigetragen, die Verschuldung Gmünds wieder zurückzuführen. Und die Inklusion gehandicapter Menschen sei ihm ein wesentliches Anliegen. Joachim Bläse habe auch stets die Interessen des Gemeinderats berücksichtigt.

Ein Tag der Veränderung für unsere Stadt.

Richard Arnold, Oberbürgermeister

Der Straßdorfer Ortsvorsteher Werner Nußbaum dankte Bläse auch im Namen aller Gmünder Ortsvorsteher für die gute Zusammenarbeit. Als Sprecher der über 1200 städtischen Mitarbeiter würdigte Personalratsvorsitzender Matthias Pflüger die Arbeit des langjährigen Dezernenten, der "Macher" gewesen sei. Der Ostalbkreis gewinne einen wunderbaren Landrat. Im Namen aller Mitarbeiter des Dezernats 3 bilanzierte der Leiter des Amts für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, Bläse habe stets den Erfolg gewollt, aber immer fürs Team. Zahlreiche Amtsvertreter dankten dem scheidenden Bürgermeister.

Menschlichkeit, Vertrauen, Gemeinschaft seien immer die Handlungsmaximen in seinem Bereich gewesen, sagte der so viel Gelobte. Er war sicher, dass sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin ein gut bestelltes Haus übernehme. Eigentlich, so Bläse, habe er nie das Ziel gehabt, höher zu kommen. Sein hervorragendes Ergebnis bei der Kreistagswahl 2019 habe ihm eine Ahnung von der breiten Unterstützung, die er über Gmünd hinaus genießt, vermittelt. Der neue Landrat sprach auch über Gmünd: Die Stadt sei Vorbild dafür, wie Stadtgemeinschaft funktionieren kann. Gmünd solle immer ein Teil der Gemeinden im Ostalbkreis und Remstal bleiben. Und Joachim Bläse will bodenständig bleiben: Auch an diesem Samstag, ab dem er Landrat ist, werde er wie seit seiner Kindheit zum Einkaufen zum Bäcker in Lindach gehen.

Drei Bewerber um die Nachfolge

Wer folgt Joachim Bläse im Amt des Ersten Bürgermeisters? An diesem Freitag endete um Mitternacht die Bewerbungsfrist. Über die Nachfolge entscheidet der Gemeinderat am 30. September. Drei Bewerber haben sich bis Freitagabend gemeldet:

Christian Baron: Der 40-Jährige Straßdorfer nennt Begeisterung für seine Heimatstadt als Grund für die Bewerbung. Derzeit ist er Dezernent für Gesundheit, Ordnung und Verkehr im Landratsamt Esslingen. Ehrenamtlich ist er für die CDU im Gmünder Gemeinderat aktiv, außerdem unter anderem im Stadtverband Musik und Gesang.

Karin Schüttler: Die 55-Jährige leitet derzeit das Schul-, Kultur- und Sportamt der Stadt Heilbronn. Sie kennt sich auch im Gmünder Rathaus aus: Sie arbeitete dort elf Jahre lang bis 2011, war Leiterin des Amts für Bildung in Sport. Die Übernahme eines solchen Amts könne sie sich "nur in Schwäbisch Gmünd vorstellen", sagt sie.

Ralf Schepers: Seine Kandidatur wurde erst am Freitag bekannt. Mehr dazu in der Meldung "Schnuckelige Stadt". wof

"Schnuckelige Stadt"

Schwäbisch Gmünd. Auch der nordrhein-westfälische Rechtsanwalt Ralf Schepers möchte Nachfolger von Dr. Joachim Bläse als Erster Bürgermeister werden. Das bestätigte er am Freitag auf Anfrage. Der Rechtsanwalt aus Witten an der Ruhr, Jahrgang 1961, kenne Gmünd aus dem privaten Umfeld, wie er sagt. Die Stadt wirke "schnuckelig und nett". Im Amt des Ersten Bürgermeisters sehe er die Möglichkeit, seinen Beruf als Jurist mit seiner Leidenschaft für die Kommunalpolitik zu verbinden. Als CDU-Kandidat habe er das Direktmandat im Stadtrat seiner Heimatstadt Witten an der Ruhr zehn Jahre lang ausgefüllt. Kurze Zeit davon sei er hauptberuflicher Fraktionsgeschäftsführer der CDU gewesen. Zu den Gemeinderatsfraktionen in Gmünd, die den Ersten Bürgermeister wählen, habe er bislang noch keine Kontakte geknüpft, stehe aber für Gespräche offen. "Ich will mich beruflich verändern", sagt er. Er habe auch Bewerbungen in anderen Bundesländern im Auge. 2019 hatte Ralf Schepers für das Amt des Bürgermeisters in Ehingen kandidiert, aber verloren. Er sei damals nicht davon ausgegangen, dass der Amtsinhaber wieder zur Wahl antritt, sagt Schepers dazu.

"En Abflug" ohne Bodenpersonal

Schwäbisch Gmünd. Zerknüllte Akten und Notizen spielten eine große Rolle in einem Video, mit dem sich das Dezernat 3 der Stadtverwaltung von seinem bisherigen Chef Joachim Bläse verabschiedete. "Der macht en Abflug", stellte der Leiter des Amts für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, fest. "Ond lässt's Bodenpersonal da". Auch ansonsten ging die Abschiedsfeier nicht bierernst über die Bühne. So hielt Ordnungsamtsleiter Gerd Hägele fest, dass Gmünd schließlich zum Ostalbkreis gehöre – und schob mit einem Seitenblick auf OB Richard Arnold nach: "Derzeit noch". Als Abschiedsgeschenk aus dem Ordnungsamt erhielt der Jurist Joachim Bläse unter anderem ein Blitzerfoto – eigens aufgenommen. Ein authentisches Foto von Bläse bei einem Tempoverstoß sei nicht in den Akten.

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