Drei Schwerpunktpraxen statt einer Fieberambulanz

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Ende einer Dienstzeit: Am Freitag, dem letzten Öffnungstag der Gmünder Fieberambulanz in der Schwerzerallee, haben die Verantwortlichen um Landrat Klaus Pavel (Zweiter v.l.) Bilanz gezogen. Drei Schwerpunktpraxen übernehmen die Arbeit im Raum Gmünd (links Dr. Alexander Stütz, Beauftragter der Kreisärzteschaft, Dritter von links sein Kollege Dr. Bertold Schuler).
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Nach zweieinhalb Monaten Betrieb und rund 800 untersuchten Patienten schließt die Fieberambulanz in Gmünd – auch Aalen schließt.

Schwäbisch Gmünd

Die Notfallzentren waren vor vier Wochen dran, am Freitag sind nun die Fieberambulanzen in Aalen und Gmünd geschlossen worden. Die Tests bei Corona-Verdachtsfällen werden ab jetzt von insgesamt acht Schwerpunktpraxen im ganzen Ostalbkreis übernommen. "Und das Testzentrum im Landratsamt wird es nach wie vor geben", sagt Landrat Klaus Pavel.

Die Zahl der Verdachtsfälle sei in den letzten Tagen deutlich zurückgegangen, so Pavel. "Wir hatten zuletzt nur noch rund 70 Patienten pro Woche", rechnet Dr. Berthold Schuler vor, Notfallpraxisbeauftragter der Kreisärzteschaft in Gmünd. In Aalen sieht es ähnlich aus: "Der Tagesschnitt ist von 34 Patienten an Werktagen im April auf 18 im Juni zurückgegangen", sagt Dr. Wolfgang Schlipf von der Aalener Kreisärzteschaft.

Geändert hat sich seit Beginn der Corona-Zeit auch die Schutzausstattung in den einzelnen Arztpraxen: "Inzwischen sind alle Praxen versorgt worden", versichert Schlipf. "In der Anfangszeit sind wir da kalt erwischt worden, deshalb war es sicher richtig, die zentrale Ambulanz einzurichten." Nun können sich die Kassenärztliche Vereinigung und der Kreis den personellen und finanziellen Aufwand für die Fieberambulanz sparen. Fast 130 zusätzliche Schichten haben die Aalener Kreisärzte in drei Monaten dort geleistet, in Gmünd waren es mehr als 100. "Und das Thema kostet auch richtig Geld", sagt der Landrat. Genaue Zahlen könne er aber noch nicht nennen, "das ist noch nicht ausverhandelt", so Pavel.

Kein Covid-Fall in einer Klinik

Der Rückgang der Verdachtsfälle dürfte auch mit dem Sommerwetter zu tun haben, bei dem weniger sonstige Infekte auftreten als noch im Frühjahr. Zugleich ist die Zahl der akuten Fälle auf der Ostalb wieder gestiegen: "Es ist in wenigen Tagen von 14 auf 40 bestätigte Fälle im Kreis hochgegangen", so Pavel. Allerdings gebe es derzeit keinen einzigen Covid-Patienten in einer der Kliniken im Ostalbkreis. "Das liegt wohl daran, dass es jetzt überwiegend jüngere Erkrankte sind im Vergleich zu März und April." Dennoch hat der Landrat erneut einen Appell an die Bürger verfasst, bei den Sicherheitsmaßnahmen nicht nachzulassen (siehe "Aufruf des Landrats"). Schwäbisch Gmünd liegt im Moment in der Corona-Statistik der großen Städte im Kreis vorne: Gmünd hat laut Pavel aktuell 15 akute Fälle, Aalen fünf, Ellwangen neun.

Die nun zuständigen einzelnen Praxen für Verdachtspatienten liegen in Aalen und Ellwangen (je zwei) sowie in Westhausen, Heubach, Gmünd und Lorch. Ein Mögglinger kann aber auch nach Aalen fahren, jemand aus Essingen nach Heubach. Es gebe da keine gedachte Grenze, versichert Klaus Pavel. "Eine Anmeldung erfolgt aber grundsätzlich immer über den eigenen Hausarzt", betont Alexander Stütz, der Kreisbeauftragte der Gmünder Kreisärzteschaft.

In den Schwerpunktpraxen soll darauf geachtet werden, dass sich Covid-Verdachtspatienten nicht mit dem normalen Praxisbetrieb mischen. "Sinnvollerweise werden diese Patienten am Ende der Sprechzeit bestellt, danach kann dann desinfiziert werden", erklärt Dr. Schlipf.

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