Ehrenamt mit bester Ausbildung: Suche nach Rettern auf vier Pfoten

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Petra Schäkel, Jacqueline Wohlfarth, Michael Berger mit den Rettungshunden Yola, Mildy und Kaya
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Die Malteser in Schwäbisch Gmünd beginnen wieder mit einem Ausbildungsgang für Besuchshundeteams. Was Mensch und Tier dabei erwartet.

Schwäbisch Gmünd

Die Malteser in Schwäbisch Gmünd dürfen ihren Bereich Besuchshunde wieder öffnen - ein Grund zur Freude für den Stadtbeauftragten und Leiter der Rettungshundestaffel des Hilfsdienstes Michael Berger sowie die Leiterinnen der Malteser Besuchshundegruppe Jacqueline Wohlfarth und Petra Schäkel. Aktuell können die Malteser auf sechs aktive Besuchshundeteams, sprich Besuchshund mit Hundehalter, zurückgreifen, erklärte der Stadtbeauftragte am Mittwoch auf einer Informationsveranstaltung. Durch die aktuellen Pandemieregelungen bestehe jetzt wieder die Möglichkeit, Einsätze zu absolvieren.

Der vorab erforderliche Eignungstest von Hund und Hundeführer musste im Frühjahr 2020 durch den Lockdown kurzfristig abgesagt werden, bedauert Berger. Aber jetzt stehen alle Zeichen auf Grün, dass die „besten Freunde des Menschen“ wieder aktiv werden können und allein durch ihr liebenswertes freundliches Wesen Freude, Entspannung, Nähe und Zärtlichkeit verbreiten. Die Malteser Besuchshundeteams finden ihren Einsatz bei kranken, dementen, jungen und alten, aber auch bei seelisch, körperlich, geistig und sozial benachteiligten Menschen. Dies geschieht in Einrichtungen, aber auch in privaten Haushalten. Wichtig ist für Berger, Wohlfahrt und Schäkel: „Besuchshunde sind keine Therapiehunde“. Auch die Hundehalter benötigen keine spezielle berufliche Ausbildung, Hund und Halter müssen aber Interesse und Freude am Umgang mit fremden Menschen haben und einander voll vertrauen.

Der Charakter macht's

Als Besuchshund eignet sich „jede Rasse und jede Größe“ bestätigte Berger auf Nachfrage und sprach Charaktereigenschaften wie ein freundliches, stabiles Wesen, nicht überängstlich und soziale Verträglichkeit und Akzeptanz gegenüber Menschen an. Ein Besuchshund, der sich nur ungern streicheln lässt und vor Menschen zurückweicht, wird auf Dauer durch diese Arbeit zu sehr unter Stress gesetzt. „Das Wohl des Hundes geht vor“, erläuterte dazu das Besuchshundeteam. Der Hund sollte zwischen 12 Monaten und sieben Jahren alt sein.

Die Ausbildung zum Besuchshundeteam beginnt am Freitag, 29. April, um 16 Uhr auf dem Hundesportplatz in Herlikofen mit dem Eignungstest. Hier werden die Leinenführigkeit des Hundes, die Ausführung von Grundkommandos, das Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschen, die Geräuschempfindlichkeit und das Verhalten in Stresssituationen geprüft. Dabei darf der Hund auch kurz erschrecken oder zurückweichen - aggressiv oder überängstlich reagieren sollte er aber nicht.

Nach bestandenem Eignungstest beginnt im Mai die Ausbildung von Tier und Halter, Ausbildungsende ist für November 2022 vorgesehen. Die Ausbildung umfasst dabei einen praktischen Teil mit 15 Einheiten sowie einen theoretischen Teil mit vier Schulungseinheiten.

Etwas Bereicherndes tun

Die Ausbildung zum Besuchshundeteam ist kostenlos und wird über eine Mitgliedschaft bei den Maltesern für einen Jahresbeitrag von 15 Euro abgedeckt. Rund 35 ehrenamtliche Einsatzstunden kommen ungefähr jährlich auf die Teams zu. Für den Hund bietet sich eine „großartige Möglichkeit für eine gute Ausbildung“, für die Halterin oder den Halter die wunderbare Chance, gemeinsam mit dem Hund „etwas Bereicherndes und Gutes“ in der Freizeit zu tun.

Der Ausbildungsgang ist auf zehn Teams begrenzt. Wer Interesse an einer Ausbildung zum Besuchshundeteam hat, erhält weiteres Infomaterial, den erforderlichen Fragebogen und das Anmeldeformular bei den Leiterinnen Besuchshundegruppe Petra Schäkel und Jacqueline Wohlfarth per E-Mail unter besuchshunde.gmuend@malteser.org.

Es eignet sich jede Rasse und jede Größe.“

Michael Berger , Leiter Rettungshundestaffel

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