Eiliger Einsatz wegen Ratten-Notlage

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Die Feuerwehr trennt sich von dem denkmalgeschützten Gebäude Sebaldstraße 24.
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Die Gmünder Feuerwehr räumt das denkmalgeschützte Gebäude am Roßgässle wegen Gesundheitsgefahr. Wie dieser Umbau und die folgenden Schritte im Florian geplant sind.

Schwäbisch Gmünd

Betreten strengstens verboten – Gesundheitsgefahr." Eine Ratte ist unter dieser Aufschrift auf dem Schild an der Tür zur seitherigen Einsatzzentrale der Gmünder Feuerwehr abgebildet. Wo Feuerwehrleute bis vor wenigen Wochen Notrufe koordiniert und unter anderem den Verkehr im Einhorntunnel an großen Monitoren beobachtet haben, sind die Schreibtische nun verwaist. Ratten haben die Mitarbeiter vertrieben.

Probleme mit Ratten gab es in dem denkmalgeschützten Gebäude an der Ecke Sebaldstraße und Roßgässle schon, als er 2002 bei der Gmünder Feuerwehr angefangen habe, erzählt Kommandant Uwe Schubert. Da war mal ein Fall im Jahr, sowas bleibe in der Altstadt nicht aus. Doch die Fälle häuften sich in den vergangenen Monaten. Schließlich musste der Schädlingsbekämpfer alle zwei Tage kommen – ohne nachhaltigen Erfolg.

Angefressene Stuhllehnen, Pfotenabdrücke am Schaltkasten der Elektrik, der Geruch nach Rattenurin, "am Ende blickten sich Mitarbeiter und Ratte Auge in Auge", erzählt der Kommandant von einem Vorfall vor gut drei Wochen: "Da mussten wir sofort reagieren. Das war eine Notlage."

Schnelle Abhilfe

In Notlagen schnell zu handeln, sind die Floriansjünger zum Glück gewohnt. Mal wieder kam der Mannschaft zugute, dass erst eine handwerkliche Ausbildung braucht, wer hauptamtlich zur Feuerwehr will, sagt Uwe Schubert. In den eigenen Reihen hat er unter anderem Elektriker, Holzmechaniker und Schreiner. So fertigten die Feuerwehrleute aus Grobspanplatten Raumteiler für den kleinen Saal im ersten Stock des Nebengebäudes, um dort eine provisorische Einsatzzentrale, einen Führungsraum und eine Funkwerkstatt einzurichten. Die Kleiderkammer, die bisher im zweiten Stock des Altbaus am Roßgässle war, bringen die Kameraden derzeit in einer leer stehenden Wohnung im Hauptgebäude unter. Der nächste Schritt ist, die Server und Verteiler von der alten Einsatzzentrale zu verlegen, sagt der Kommandant. So werde sich die Feuerwehr komplett vom Gebäude am Roßgässle trennen.

Am Ende blickten sich Mitarbeiter und Ratte Auge in Auge.

Uwe Schubert, Kommandant

Neben diesen unvorhergesehenen Bauarbeiten steht dieses Jahr ein Umbau im zweiten Stock des Nebengebäudes an. Aus dem Dachbalkon und einem Lager werden das Waschcenter und die Kleiderkammer. Dafür muss auch der Aufzug erneuert werden, der bisher nur in den ersten Stock führt. 350 000 Euro hat die Stadt im Haushalt 2021 dafür eingeplant.

Mehr Geld war dieses Jahr zunächst nicht für den Florian vorgesehen. In den kommenden Jahren waren gar keine Mittel dafür eingestellt. Erst als die Gemeinderatsfraktionen Grüne, SPD, Linke und Freie Wähler Frauen beantragten, der Umbau der Buchstraße müsse trotz knapper Kasse in den Haushalt, erklärte die Stadtspitze, die dafür nötigen 1,5 Millionen Euro sollten stattdessen in die Feuerwehr investiert werden. Neben den 350 000 Euro sind nun laut Mehrheitsbeschluss dieses Jahr 500 000 Euro für den Florian eingeplant, weitere 500 000 im Jahr 2022 und 500 000 2023. Der Kommandant ist froh, dass dieses Geld für den Florian bereitsteht. Doch er habe nie gewollt, dass daran die Sanierung der Buchstraße hängt.

Der Gesamtplan für die Ertüchtigung des Feuerwehrhauses stehe. Er sei aufgeteilt in vier Bauabschnitte. Die Verlegung des Waschcenters sei der Erste. Nach und nach sollen die Ertüchtigung der Werkstätten samt Verwaltungsräumen, der Umkleideräume sowie der Fahrzeughalle folgen. In welcher Reihenfolge, werde er kommende Woche mit den Mitarbeitern des Hochbauamts besprechen, sagt Uwe Schubert. Mehr Platz verspricht sich die Feuerwehr von einem Teilabriss des Hauptgebäudes und einem zweistöckigen Neubau, der auch einen Teil des jetzigen Innenhofs beansprucht.

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Weil sich Ratten ausgebreitet haben, hat die Feuerwehr die Einsatzzentrale, die Funkwerkstatt und die Kleiderkammer geräumt, die im Gebäude am Roßgässle untergebracht waren, berichtet Kommandant Uwe Schubert.

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