Ein „Alois“ erklärt die Gmünder Festtradition

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Dachverband schlägt Skulptur vor dem Johannisturm vor und stößt auf Interesse der Mitglieder.

Schwäbisch Gmünd

Wie kam es in Schwäbisch Gmünd zu den Altersgenossenfesten, warum heißt die Altersgenossen-Hymne „Alois“: Antworten darauf könnte ein Kunstwerk geben, das vielleicht schon im kommenden Jahr – dann ist die von der UNESCO als immaterielles Kulturgut geadelte Tradition 160 Jahre alt – vor dem Johannisturm steht. Bei der Mitgliederversammlung des Dachverbands der Altersgenossenvereine präsentierte der Vorstand am Donnerstagabend die Idee, „in der Abstimmung haben wir eine große Mehrheit dafür erhalten“, sagt der Vorsitzende des Dachverbands, Gerhard Bucher. Vor einer endgültigen Entscheidung muss aber die Finanzierung gesichert sein. Eine lebensgroße Alois-Skulptur aus Bonze könnte durchaus einen Betrag von mehr als 30 000 Euro ausmachen.

Der Dachverband will nun zunächst die  mehr als 50 Altersgenossenvereine mit weiteren Informationen versorgen, die sie wiederum an ihre Mitglieder weitergeben können. „Wenn alles gut läuft, erteilen wir in der zweiten Jahreshälfte  den Auftrag.“  Im Gespräch sind die Altersgenossen mit dem in Reitprechts arbeitenden Künstler Andreas Futter. In Schwäbisch Gmünd kennt man ihn durch seine Skulptur „Weitblick“  auf den „Wegen zur Kunst“ in Straßdorf. Auch das Kunstwerk „Zuversicht“ auf dem Kreisverkehr mitten in Heubach ist von Andreas Futter. Nach ersten Gespräche mit den Altersgenossen hat sich der Künstler Gedanken gemacht, „es sind auch mehrere Skizzen dazu entstanden“, sagt Andreas Futter. Er möchte mit  dem Kunstwerk die Festfreude und den freundlichen Humor transportieren. 

Wie so eine Skulptur aussehen könnte, das hat der Dachverband den Mitgliedern angedeutet. Vorbild ist vielleichte die Skulptur eines Kutschers mit Zylinder, die Vorstandsmitglied Petra Büttner in Bratislava entdeckt hat. Nach der Überlieferung war es ein Kutscher mit Namen Alois, der Auslöser für die AGV-Hymne gewesen sein soll. Fahrgäste sollen zum Abschied ein „Behüt di Gott, Alois“ gesungen haben, daraus sei das „Grüß di Gott, Alois“ geworden, erforschte der verstorbene Dirigent des 1. Musikvereins Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd, Dietmar Spiller.

Für  Harald Quicker und Gerhard Bucher gibt es deshalb einen Wunsch-Standort für eine solche Skulptur: der Platz unterm Johannisturm, von dem aus Bläser zur Altersgenossen-Hymne anstimmen – bei jedem Altersgenossenfest und in den Sommermonaten immer samstags um 11 Uhr. Schon in den nächsten Wochen möchte man zumindest beim Standort Nägel mit Köpfen machen: „Wir treffen uns voraussichtlich mit Oberbürgermeister Richard Arnold und Vertretern der Denkmalbehörde unterm Johannisturm, um darüber zu reden.

Unterstützung für die Idee, die der stellvertretende Vorsitzende des Dachverbands, Harald Quicker, bei seinem Amtsantritt vorgeschlagen hat, kommt von Oberbürgermeister Richard Arnold. Das Stadtoberhaupt habe, so sagt Harald Quicker, den Altersgenossen Mut gemacht, sich für so eine Skulptur zu entscheiden. Möglich werden soll es durch eine Mischfinanzierung. Gerhard Bucher denkt dabei an die Vereine im Dachverband selbst, aber auch an Sponsoren aus der Stadt und Umgebung. Und vielleicht könnte auch ein Beitrag von der UNESCO kommen, so hofft er. 

Wenn dann die Vereine grünes Licht geben, die Finanzierung steht, soll der Künstler loslegen können. Ein knappes Jahr ist für die Umsetzung der Idee einkalkuliert. Die Skulptur unterm Johannisturm könnte nicht nur Hingucker für Gmünder und Besucherinnen und Besucher der Stadt werden. „Vielleicht wird es auch zu einem Motiv, mit dem man sich gerne fotografieren lässt“, sagt Andreas Futter.

In diesem Jahr soll es ein voller Festreigen werden

  • Die Altersgenossenfeste sollen nach zwei Jahren der Pandemie dieses Jahr wieder an den üblichen Terminen stattfinden. Wie immer beginnen die 40er am zweiten Samstag im Juni. Ihnen folgen die 50er, 60er, 70er und 80er an den jeweils darauf folgenden Wochenenden. Der AGV 1971 feiert sein im Vorjahr ausgefallenes Fest mit den diesjährigen 50ern. Altersgenossenfeste feiert Schwäbisch Gmünd seit 1863. Damals traf sich der Jahrgang 1813 zum 50er-Fest im „Pfauen“.
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