Ein amüsanter Weiberabend „de luxe“

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Bühnenprogramm mit Fräulein Wommy Wonder beim Gmünder Sommer
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Travestiekünstler Fräulein Wommy Wonder und ihre „Mädels“ - Sabine Schief, Monika Hirschle und Elfriede Schäufele - ziehen ordentlich vom Leder und begeistern die Zuschauer.

Schwäbisch Gmünd

Highheels dürfe sie nicht tragen, entschuldigte sich Fräulein Wommy Wonder, Travestiekünstler mit bürgerlichem Namen Michael Panzer, am Samstagabend auf der Remsparkbühne. Eine Bänderzerrung lasse nur flache Schuhe zu. Für das Fräulein war das ein kleines Problem, was sie mit dem zweideutigen Hinweis an die Damenwelt - „ab 18 Zentimetern tut es weh“ - vor Augen führte.

Im Übrigen präsentierte sich das Fräulein mit schnellen frechen Sprüchen hautengen paillettenbesetzten Abendkleidern, die ihre fraulichen Formen schön betonten, und einer „Betonfrisur“ die in keiner Lebenslage ihren Halt verliert.

Das Fräulein Wommy bot einen kabarettistisch komödiantischen Abend und äußerte vorneweg ihre Besorgnis, ob wohl ihr „Gesicht“ bei dem warmen Wetter den ganzen Abend standhalte. Gemeinsam mit der Kabarettistin Sabine Schief sowie der Komödiantin Monika Hirschle und der Ur-schwäbischen „Hausfrau“ Elfriede Schäufele, wurde den Besuchern ein „schwäbischer Weiberabend de luxe“ versprochen.

Wenn vier Ur-Schwäbinnen die Bühne erobern, gibt es natürlich nur zwei übergeordnete Themen, Männer und die schwäbische Mentalität samt Sprache. Für Wommy ist klar, in der ersten Reihe sitzt immer das schönste Publikum, die Herren der Schöpfung müssten aber keine Angst vor ihr haben, obwohl „ein -3-er“ ist nicht immer ein BMW“.

Sabine Schief als Hildegard ist permanent auf der Suche nach ihrem „Mister Right“ und Monika Hirschle hat mit den Männern soweit abgeschlossen, die restliche Zeit halte sie jauch noch aus.

Spontan und schlagfertig präsentierte sich Wommy Wonder beim Anblick von T&M Chef und Stadtsprecher Markus Herrmann, dem sie einen „Hintern wie ein Äpfelchen“ attestierte und die Sorge äußerte „hoffentlich ist da kein Wurm drin“.

Sabine – Hildegard Schief, sondierte bereits vor der Vorstellung die „Männer-Lage“ und begleitete eilfertig einige Herren zu ihren Sitzplätzen. Auf der Suche nach einem neuen Herrchen für ihren Pandemie-Hund Fiffi hofft sie auf eine Anstellung im Gmünder Rathaus. Die Vorzüge des Führungstrios kommentiert die mannstolle Sabine mit deftig-frecher Offenheit und verbucht damit lauthalse Lacher auf ihrem Habenkonto.

Der ziemlich „frontlastigen“ Elfriede Schäufele stellte sich während eines verordneten Erholungsurlaubs die Frage nach einem adäquaten Kurschatten. Die Auswahl sei nicht befriedigend gewesen, die Fußpflege der Kandidaten habe sehr zu wünschen übrig gelassen, erklärt sie und schiebt nach: „Mit den „Krallen schlitzen die dich im Thermalbad auf wie ein Dinosaurier“.

Wie paradox und schön die schwäbische Sprache ist, darin waren sich die Damen einig. Die Uhrzeitangabe „fünf Minuten vor dreiviertel Acht“, veranlasse alle Nichtschwaben zum Kopfrechnen und sei eine gute Frage für „Wer wird Millionär“. In dem Hinweis „langsam einmal schneller zu fahren“ sein ein weiteres Paradoxon zu finden, das den wahren Schwaben kein bisschen verwirrt. Auch die philosophisch-sparsame Erkenntnis: „Nicht gemault, ist Lob genug“ wurde mit einigen amüsanten Beispielen verfestigt. Und sitzfesten Besuch schafft sich der Schwabe bekanntermaßen mit der Bemerkung von der Pelle: „Wenn ich jetzt irgendwo zu Besuch wäre, würde ich jetzt gehen, es regnet gerade nicht.“

Genau mit diesem Spruch entließ das Damen-Quartett am Ende die gut gelaunten Gäste in den restlichen Abend. Chapeau, attestierte der große Applaus.

Bühnenprogramm mit Fräulein Wommy Wonder (li.) und Sabine Schief (re.) beim Gmünder Sommer
Bühnenprogramm mit Fräulein Wommy Wonder beim Gmünder Sommer

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