Ein bewegtes Leben - im wahrsten Sinne des Wortes

+
102. geburtstag von Dr. Otto Kuhnle
  • schließen

Der beliebte Mediziner Dr. Otto Kuhnle feiert sein 102. Wiegenfest. Unter der Gratulantenschar befindet sich auch Gmünds Oberbürgermeister.

Schwäbisch Gmünd. Wer auf ein 102-jähriges Leben zurückblicken kann und dabei noch bei guter Gesundheit ist, darf sich wahrlich glücklich schätzen. Der beliebte Internist Dr. Otto Kuhnle gehört zu diesem Personenkreis.

Den nicht alltäglichen Geburtstag nutzte der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold für einen Besuch, bei dem es, wie in den Jahren zuvor, äußerst heiter zuging. Der Jubilar lebt in seinem elterlichen Haus in der Gartenstraße. Hier wurde er am 6. September 1920 als mittlerer Sohn von drei Kindern in die Familie eines Goldschmieds hineingeboren. Seine Mitbürger für mehr Bewegung und für eine ausgewogene Ernährung zu begeistern, war Zeit seines Lebens seine Passion.

Süßes gehört dazu

Auch bei einer ausgewogenen Ernährung darf jedoch der Genuss nicht zu kurz kommen: Tochter Elisabeth wohnt im selben Haus, sie ver- und umsorgt ihren Papa gerne und verrät, auch Dr. Kuhnle nasche gerne einmal Kuchen oder süßes Gebäck. Über ein frischgekochtes Mittagessen freue sich der Jubilar immer wieder: „Ihm schmeckt es“, meint die Tochter.

Trotz des hohen Alters ist Dr. Otto Kuhnle immer noch sehr am Weltgeschehen interessiert und liest täglich die Zeitung. Zwar hat das Gehör etwas nachgelassen, trotzdem kann sich der Jubilar auch über das Fernsehen informieren - ein Kopfhörer dient ihm als Hörverstärker.

Dass der ehemalige Gmünder „Laufpapst“ sich jetzt mit Hilfsmitteln fortbewegt, nimmt er mit seiner eigenen heiteren Gelassenheit. Ihr Vater sei immer guter Dinge und freundlich, erzählt Elisabeth und das, obwohl Otto Kuhnle nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stand. Als Siebenjähriger verlor er seinen Vater viel zu früh. Seine beiden Brüder wurden als Piloten über Russland abgeschossen.

Schon in frühester Jugend festigte sich bei Otto Kuhnle der brennende Wunsch, Medizin zu studieren. Sein Abitur legte er an der damaligen „Hindenburg Oberschule“, dem heutigen Parler-Gymnasium, ab. Der Krieg durchkreuzte Otto Kuhnles Lebenswunsch zunächst: Als 20-Jähriger erhielt er einen Stellungsbefehl zur Artillerie - sein Kriegseinsatz beschränkte sich allerdings auf die Semesterferien. Im Laufe des Krieges wurde immer mehr medizinisches Personal gesucht, Kuhnle wurde unter anderem als Sanitätsgefreiter in Russland eingesetzt, wo er versuchte, medizinische Hilfe mit den dürftigsten Mitteln zu leisten. Trotzdem konnte Dr. Otto Kuhnle seinen Lebenstraum verwirklichen.

Nach Kriegsende konnte Dr. Otto Kuhnle sein Studium in Heidelberg und Tübingen beenden, 1952 ließ sich er sich in seinem elterlichen Haus mit seiner internistischen Praxis nieder. 61 glückliche Ehejahre verbrachte Dr. Kuhnle mit seiner Frau Agnes, die er in einer katholischen Jugendgruppe kennenlernte und 1948 heiratete.

Sein sportlicher Höhepunkt

Der noch immer schlanke Jubilar war immer davon überzeugt, dass die Gesundheit eines Menschen viel auf einem guten Körpergewicht und ausreichender Bewegung beruhe, eine Überzeugung, die Otto Kuhnle immer vorbildlich vorlebte. Einer seiner sportlichen Höhepunkte war die Ehrung zum ersten Ärzteweltmeister im Triathlon in der Altersgruppe über 70 Jahre. Vor gut einem halben Jahrhundert rief der Internist eine der ersten „Herzgruppen“ in ganzen Bundesgebiet in Gmünd ins Leben. Der Internist hatte früh erkannt, dass Patienten nach einem Herzinfarkt durch Sport eine bessere Rehabilitation erfahren.

Der Lauftreff im Taubental wurde auf die Initiative von Dr. Kuhnle und seines Freundes Richard Storr gegründet. Der Laufsport begleitete Dr. Kuhnle sein Leben lang. Im hohen Alter verlegte Otto Kuhnle seine sportliche Betätigung auf das „Walking“ , dies war für den passionierten Läufer eine Möglichkeit auch im hohen Alter noch einer sportlichen Betätigung nachzugehen.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare