Ein Fest so bunt wie seine Bewohner

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Straßenfest Mühlweg
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Die Oststadt feiert ein Straßenfest mit verschiedenen Traditionen und Kulturen, bei dem am Ende die Kinder und Jugendlichen die „Gewinner“ sind.

Schwäbisch Gmünd

Zu einer bunten Festmeile verwandelte sich am Sonntag der Mühlweg in Gmünds Oststadt. Aus den Versorgungsständen wehte der verführerische Duft allerlei Köstlichkeiten fremder Länder und Kulturen. Nach 2019 sei dies das vierte gemeinsame Straßenfest der Bewohner des Mühlwegs und der Werrenwiesenstraße, erklären Stadtteilkoordinatorin Christa Bareis und Projektleiterin von BIWAQ, Farzaneh Fallahian. Das gute Miteinander der unterschiedlichen Bewohner mit ihren verschiedensten kulturellen Hintergründen beweise einmal mehr, „das Straßenfest ist so bunt wie seine Bewohner“.

Ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Feierns war auch die Austragung des Oststadt-Pokals, ein Amateurfußballwettstreit der Kinder der Oststadt. Ramazan Demir wohnt seit 30 Jahren in Gmünds Osten. Der frühere Fußballspieler ist seit über 20 Jahren aktiv, wenn es darum geht, den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten. „Die Kinder sollen in ihrem Wohnumfeld beschäftigt werden“, und weil er weiß, dass das „runde Leder“ bei nahezu allen Kids eine magische Anziehungskraft hat, trainiert er regelmäßig kleine, mittlere und größere Kinder auf dem Bolzplatz beim Mühlweg. Training und Beschäftigung sei nur so gut wie das dazugehörige Material, schmunzelt der ehrenamtliche „Bolzplatzpate“. Auf seine Anregung hin wurde der Platz vor drei Jahren von der Stadt Gmünd saniert.

Auf dem Bolzplatz hatten sich um die Mittagszeit einige Dutzend junger Kicker beiderlei Geschlechts eingefunden, die um den Oststadt-Pokal kämpfen wollten. Wobei der 13-jährige Batuhan Demir als aktiver Mannschaftsspieler den Spitznamen Oststadt-Maradona erhielt. Einige Mitspieler trauten ihm durchaus zu, den Pokal im Alleingang zu holen. Der kleine Malik Demiri zeigte im Spiel vollen Einsatz und bewies damit sein Körpergefühl. Immerhin ist der junge Mann deutscher Meister im Breakdance. Vier Mannschaftsführer wählten ihre Mitspieler in ihre Teams, die unter den Team-Namen Prime Madrid, Eintracht Mühlweg, Texas Mühlweg und unter dem Namen des türkischen Meisters Trabzonspor um den Einzug ins Finale kämpften. Bürgermeister Christian Baron begrüßte die Teams. Sieger des Turniers waren am Ende alle, inklusive dem Jugendtreff Ost, schmunzelt der Leiter des Jugendtreffs, Gazmend Boci. Alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen seien ständige Besucher des Treffs. „Der Pokal kommt so oder so in den Jugendtreff.“

Während die Kids auf dem Rasenplatz um Tore kämpften, füllte sich der Festplatz mehr und mehr. Am Tisch beim Kinderschminken herrschte Aufregung: zu wenig Pinsel, zu viele Kinder, die sich schminken lassen wollten. Schülerin Yildiz ließ sich nicht beirren und zauberte einem kleinen Mädchen Blüten und Sterne ins Gesicht. Auf dem Kinder-Flohmarkt fand sich alles, was Kinderherzen wünschen: Plüschtiere, Spiele und Bücher. Ein junger Bewohner hatte seine Kickstiefel aussortiert, die von Kleinkindgröße bis groß auf neue Fußballhelden warteten. Im Schatten einer weinbelaubten Veranda saßen einige Damen des islamischen Vereins auf dem Boden und produzierten auf traditionelle Art leckere Gözleme. Mit einem Oklava, einem dünnen türkischen Teigroller, verwandelten die Frauen in Windeseile kleine Teigbatzen in fast durchsichtige Teigfladen, die auf einem Tischgrill ausgebacken und mit Feta und Spinat gefüllt wurden. Sieger des Fests war am Ende der Jugendtreff Ost. Mit dem Erlös des Straßenfestes wird ein Familien-Tagesausflug der Treffpunkt-Kinder mitfinanziert.

Der Pokal kommt in den Jugendtreff.“

Gazmend Boci, Jugendtreff
Straßenfest Mühlweg
Straßenfest Mühlweg

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