Ein Gmünder Kultursommer fürs Auge

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Bewunderung für den vom Museumsverein gespendeten königlichen Silberpokal, der in Museum Ott-Pausersche-Fabrik gezeigt werden soll. Im Bild (v.l) Dr. Rudolf Böhmler, Richard Arnold Dr. Max Tillmann, Uli Majocco, Ralph Häcker und Dr. Martin Pozsgai.
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Museen und Galerien starten Großoffensive nach der pandemiebedingten Zurückhaltung. Kunst und Kunsthandwerk aus der Region und der weiten Welt.

Schwäbisch Gmünd

Wieder „über schöne Dinge reden“, das  liegt Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold am Herzen. Nach schweren Zeiten für die Kultur in der Pandemie soll sie jetzt der Schüssel sein, das Leben wieder zu genießen. Kunst und Kunsthandwerk spielen 2022 eine Rolle, selten gab es mehr Ausstellungen und Initiativen.

Dazu bürgerschaftliches Engagement: Der Museumsverein schenkt dem Museum einen Silberpokal aus dem Jahr 1900, geschaffen in der Silberwarenfabrik Binder und ab Juni in einer Ausstellung im Museum Ott-Pausersche-Fabrik zu sehen. Vorsitzender Uli Majocco spricht vor einer bedeutenden Historie des Pokals, gestiftet von König Wilhelm II von Württemberg für den Sieger des Schützenfests Tübingen im Jahr 1900. Ein Stück, das auch den Übergang von der Gründerzeit in den Neoklassizismus zeigt. Das und die vielen Ausstellungsprojekte begeistern Museumsdirektor Dr. Max Tillmann. 

Museum im Prediger

Pünktlich zu den Europäischen Staufertagen eröffnet  am 10. Juli die neu eingerichtete das Mittelalterabteilung  im Prediger. Dort  werden unter anderem die Bereiche zu den Staufern, zur romanischen Johanniskirche und zur Münsterbauhütte mit neuen Exponaten versehen, um mit Objekten beispielsweise des Münsterschatzes die Vielfalt der Kunst dieser Epoche zu zeigen. Die Abteilung soll Blaupause für künftige Neugestaltungen innerhalb der ständigen Schausammlung des Hauses sein“, sagt Max Tillmann. 

„Flaggschiff-Projekt“ ist für ihn die Ausstellung „Silver“ (ab 23. Oktober). Dabei geht es um die Ästhetik von Silber, die Bedeutung der  Verarbeitung dieses Edelmetalls für die Stadt Schwäbisch Gmünd. Feierlicher Anlass für die Sonderausstellung ist der 100. Geburtstag des Forschungsinstituts Edelmetalle und Metallchemie (fem). Dr. Max Tillmann: „Meisterwerke der historischen und der zeitgenössischen Goldschmiedekunst treten in einen spannenden Dialog.“

Galerie im Prediger

Gerade begonnen hat die Ausstellung mit Holzskulpturen des Künstlers Joseph Stephan Wurmer: „Raum Lichten“. Am 21. Mai geht‘s dort weiter mit Werken von Werner Henkel.  Ihn interessieren naturwissenschaftliche Methoden und energetische Vorgängen in der Natur. Hinzu kommen ökologische Überlegungen und umweltkritische Aspekte. Unter dem Titel „Wasser und Brot“ konzipiert der Künstler für die Galerie eigens eine ortsspezifische, zentrale Bodenarbeit, bestehend aus Erde, Wasser, Getreide und Salz. 

Überregional bedeutend wird die  Landesausstellung Kunsthandwerk 2022, die am 25. November öffnet. Zum zweiten Mal nach 1994, darauf weist der Leiter des Kulturbüros, Ralph Häcker, hin, ist Schwäbisch Gmünd Austragungsort.  Verbunden damit ist auch der „Staatspreis Gestaltung Kunst Handwerk 2022“ Veranstalter sind das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, der Bund der Kunsthandwerker Baden-Württemberg.

Prediger-Innenhof

Besucher des Predigers sollen schon im Eingangsbereich die besondere Bedeutung des Hauses erfahren. Deshalb engagieren sich Museum und Kulturbüro nun auch im Innenhof. Dort startet am Muttertag, 8. Mai, die Ausstellung „Denkmal mit Herz-Projekt“ als   Teil des Kulturprogramms „Gmünder Sommer 2022“. Es geht um ein Projekt mit der Stiftung Kinder-Herz, welches das Engagement für herzkranke Kinder mit dem Engagement für die Kunst, insbesondere für die wertvollen Baudenkmäler in Schwäbisch Gmünd verbinden wird. Dazu haben   renommierte Künstlerinnen und Künstler individuell gestaltete Herzen aus Ton gefertigt, die an zwölf ausgewählten Denkmälern in der Gmünder Altstadt ausgestellt werden, darunter das Münster, der Prediger, die ehemalige Synagoge in der Imhofstraße und der Fünfknopfturm. 

Ab 9. November  ist Gudrun Müsse Florin mit einer „Hommage an die Opfer des Widerstands gegen das NS-Regime“ im Innenhof vertreten. Für die Textilkünstlerin, Malerin und Bildhauerin Gudrun Müsse Florin stellt das Weben eine zentrale Metapher des Menschseins dar. Das Nicht-Vergessen der Gräueltaten des Naziregimes ist für sie ein Thema, dem sie sich immer wieder gewidmet hat.

Labor im Chor

Schon  am kommenden Donnerstag eröffnet dort die Ausstellung „Maria Magdalena – Neue Blicke auf Bild und Mythos“. Im Mittelpunkt steht dabei das gerade restaurierte Bild des Barockmalers Johann Christoph Katzenstein d. Ä. Eingebettet ist das Werk in eine zeitgenössische Interpretation des Themas Kunst und Kunsthandwerk.

Jetzt über schöne Dinge reden.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister
  • Arbeitskreis Kultur für den Erhalt des Fehrle-Ateliers
  • Groß ist das Interesse an der Ausstellung „Mit offenen Sinnen für das Neue“ über die Pariser Jahre des Künstlers Jakob Wilhelm Fehrle. „Wir haben die Zahl der Führungen verdoppelt“, sagt Kurator Dr. Martin Pozsgai. Die Ausstellung soll auch die Blicke auf die Zukunft des Ateliers Fehrle lenken. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur, Dr. Rudolf Böhmler, möchte das Atelier unbedingt der Nachwelt erhalten und stellt sich eine Initiative vor, in die sich die Bürgerschaft einbringen kann. Dr. Rudolf Böhmler sieht in Fehrle einen Schwäbisch Gmünder Künstler von internationaler Bedeutung, auch wegen dessen Kontakten zu ganz berühmten Künstlern des 20. Jahrhunderts.⋌⋌kust
Museumsarbeit im Prediger
Museumsarbeit im Prediger
Museumsarbeit im Prediger
Museumsarbeit im Prediger
Museumsarbeit im Prediger
Museumsarbeit im Prediger
Giers-Kunstwerk und Logo fürs Museum.
Der Kirchenschatz spielt eine große Rolle.

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