Ein Gremium für 130 Nationalitäten

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Der Integrationsrat, der für die nächsten vier Jahre verpflichtet wurde
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In der konstituierenden Sitzung des neuen Integrationsrats gab es Informationen für das neue Gremium und aktuelle Zahlen zur Situation in Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Der Gmünder Integrationsrat erfüllt unter anderem als Bindeglied zwischen den verschiedenen Nationalitäten und Kulturen die Aufgabe, allen die unterschiedlichsten Informationen zugänglich zu machen und die Kommunikation untereinander zu verbessern. Auf der konstituierenden Sitzung des Gremiums am Dienstag konnte Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold zwölf ausscheidenden Mitgliedern seinen Dank für deren geleistete Arbeit übermitteln, 30 neu- oder wiedergewählte Mitglieder konnten offiziell für die kommenden vier Jahre in ihr Amt eingesetzt werden.

Wie wichtig die Arbeit des Gremiums ist, belegte der Oberbürgermeister anhand von Zahlen. 62 000 Einwohner aus 130 Nationen zählt die Stadt, 40 Prozent der Gesamtbevölkerung besitze einen Migrationshintergrund, wobei sehr viele einen deutschen Pass besäßen. Die größten Migrantengruppen stellen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion mit 20 Prozent, gefolgt von 18 Prozent Mitbürgern mit türkischen Wurzeln dar. Von den 1,5 Millionen Flüchtlingen, die in den Jahren 2014 und 2015 nach Deutschland einreisten, wurden 1500 in Schwäbisch Gmünd aufgenommen, ohne die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind 840 Flüchtlinge in der Stadt verblieben. Das Verbindende aller Nationen in Gmünd sei die „Gmünder Charta der Gemeinsamkeiten“, informierte Arnold. Die Arbeitslosenquote in der Stadt liege bei 3,6 Prozent und sei somit im Rahmen, 543 Bürger mit ausländischem Pass tauchen in der Arbeitslosenstatistik auf. Sorge bereiten dem OB die 1033 gemeldeten Langzeitarbeitslosen. Hier beweise sich einmal mehr: „Eine gute Schulbildung und Ausbildung sind wichtig“.

Arbeit des Integrationsrats

Fuad Koldzic als Sprecher des Gremiums gab einen Überblick über die Arbeit des Gremiums in den vergangenen vier Jahren. 18 Sitzungen wurden abgehalten, das Jahr 2019 stand dabei im Schwerpunkt „Bildung und die Situationen an den Schulen“. Die neue Ausrichtung der Integrationsarbeit wurde erreicht, der Rat sei aktiver und präsenter in der Kommunalpolitik geworden. Eine neue Geschäftsordnung wurde eingeführt, der Rat habe eine aktive Rolle bei der Weiterentwicklung des Integrationsprozesses. Der Gmünder interreligiöse Dialog sei ein „erfolgreicher und einzigartiger“ Prozess zur Völkerverständigung geworden.

Aktuelles zu Flüchtlingen

Zur Lage der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine gab Arnold ein Update. Gmünd habe mehr Flüchtlinge aufgenommen als jede andere Stadt in Ostwürttemberg. 516 Personen wurden registriert, alle Stadtteile nahmen Menschen auf. 203 Wohnungen wurden der Stadt angeboten. Zur schnelleren Integration wurden Sprachkurse eingerichtet. Der Großteil der Geflüchteten seien Frauen und Mütter mit Kindern, nahezu alle hätten eine gute Ausbildung. Dies unterscheide die ukrainischen Flüchtlinge von den Menschen, die vor acht Jahren nach Deutschland kamen. Alle angekommenen Kinder konnten in Schulen untergebracht werden. Die Menschen müssen jetzt schnell in geordnete Verhältnisse kommen, mahnte Arnold an, so könne es gelingen, das erlittene Trauma, speziell bei Kindern, etwas in den Hintergrund zu drängen.

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