Ein Jahr mit Verantwortung und Spaß

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Der Schuljahresabschluss an der Klosterbergschule bedeutete gleichzeitig den Abschied für die FSJ-ler, die den Schülerinnen und Schülern ans Herz gewachsen waren. Foto: Tom
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Was es so spannend und schön macht, ein Freiwilligenjahr im sozialen Bereich zu absolvieren, darüber berichten Freiwillige der Klosterberg- und der Martinus-Schule.

Schwäbisch Gmünd

Auf dem Gelände der Klosterbergschule herrscht Partystimmung, aufgeregte Kinder und Jugendliche warten freudig darauf, auf dem Ladewagen eines kleinen Traktors eine „Schulrunde“ drehen zu dürfen. Über den Pausenhof spannt sich ein großes blaues Sonnensegel, Kinder „schminken“ ihre Lehrer, großer Renner ist der Eiswagen. 180 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Lernbedürfnissen, die eine individuelle Förderung zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten benötigen, feierten am Dienstag ihren Schuljahresabschluss.

Mit dem Schuljahr endet auch die Arbeit der jungen Menschen, die sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Klosterbergschule und an der Martinus-Schule der Stiftung Haus Lindenhof entschieden hatten. Es wird ein „tränenreicher Abschied werden“, sind sich die Freiwilligen Saskia Waibel von der Martinus-Schule, Rebecca Gross, Theresa Barth und Paul Winger von der Klosterbergschule einig. Das wissen auch die stellvertretenden Schulleiter der Klosterbergschule, Marion Fugmann und Andreas Weiß, und die Schulleiterin der Martinus-Schule, Iris Schmahlfeldt.

Aber was ist das Besondere an einem Freiwilligenjahr an den beiden sonderpädagogischen Einrichtungen? Hier wird in Kleinstklassen bis zu sechs Schülern unterrichtet. Rebecca Gross erklärt: „Wir sind ein fester Bestandteil des Klassenteams“, zu dem neben Lehrenden auch weitere Betreuungskräfte gehören. Andreas Weiß meint dazu, die Freiwilligen hätten „den Plan und die Übersicht“ über die Klassen: Durch den täglichen Umgang mit ihnen würden die Freiwilligen „ihre“ Schüler in- und auswendig kennen.

Zwischen Freund und Autorität

Als Freiwilliger stehe man an der Schwelle zwischen Freund und Autoritätsperson, grinst Paul Winger, der enge Kontakt zu den Schülern lasse richtig enge Beziehungen wachsen. Rebecca Gross erzählt von einer „durchaus anspruchsvollen Eingewöhnungszeit“ an der Schule, aber das lohne sich auf jeden Fall: Die enge Arbeit mit den Kindern bereite große Freude, das Vertrauen von Kindern, Eltern und Lehrkräften bedeuten der jungen Frau viel. Das bestätigt auch Paul, der von „keinem Jahr des Nichtstuns“ spricht, aber an den Dienst gewöhne man sich schnell, es entstünden kleine Freundschaften. In den Einrichtungen würden ein lockeres Klima und eine gute Zusammenarbeit herrschen. Jeder Freiwillige sei „ein Teil der Gemeinschaft“.

Persönliche Entwicklung

Für Andreas Weiß ist der Freiwilligendienst nicht nur unverzichtbare Bestandteil der Arbeit mit den jungen Menschen mit erhöhtem Förderbedarf, auch die Entwicklung der jungen Menschen, die sich zum Dienst entschieden haben, zu verfolgen, berühre den stellvertretenden Schulleiter. Die Arbeit mit den Förderschülern sei eine „Herausforderung“, meint Saskia Waibel, die aber richtig Spaß mache. Langeweile komme nicht auf.

Der Dienst beinhaltet auch intimere Verrichtungen wie Wickeln und Füttern. Berührungsängste verschwänden schnell, lacht Theresa Barth. Vielmehr würden diese Momente nur den Schülern und den Freiwilligen gehören, das stärke die Beziehung noch mehr.

Den Freiwilligen hat der Dienst in den Schulen viel gebracht. Für Theresa stand ihr Berufswunsch, ein Studium der Sonderpädagogik, schon vorher fest, das „hautnahe“ Jahr an der Klosterbergschule habe ihn gefestigt. Rebecca wollte „etwas mit sozialem Charakter“ machen, ihr Berufsziel jetzt: ein Studium der Sonderpädagogik. Alle vier sind davon überzeugt, dass sie „keine bessere Wahl“ hätten treffen können. Auch Weiß, Fugmann und Schmahlfeldt zeigen sich begeistert von den jungen Unterstützern: „Viele bleiben im Anschluss in sozialen Berufen“.

Sich für das Freiwillige Soziale Jahr bewerben

Die Klosterbergschule und die Martinus-Schule bieten ab dem 1. September wieder Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr und für den Bundesfreiwilligendienst an. Die Martinus-Schule freut sich unter E-Mail iris.schmahlfeldt@haus-lindenhof.de und die Klosterbergschule unter weiss@klosterbergschule.de auf Bewerbungen.

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