Ein Kilometer Mittelstreifen kostet 1,2 Millionen Euro

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Letzte Handgriffe: Die Bauarbeiten am Mittelstreifen der B29 zwischen Gmünd und Lorch sind fast abgeschlossen.
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15,9 Millionen Euro für 13,1 Kilometer: Die Bauarbeiten an der vierspurigen B29 zwischen Schwäbisch Gmünd und Lorch gehen zu Ende – freie Fahrt ab Weihnachten.

Schwäbisch Gmünd

Noch wenige Tage, dann geht es wieder vierspurig von Gmünd nach Lorch. Die Bauarbeiten am Mittelstreifen der B29 sollen bis Ende dieser Woche erledigt sein, in der kommenden Woche wird dann die Schutzwand für die Baustelle abgebaut. „An Weihnachten wird die Strecke wieder vierspurig frei sein“, sagt Susanne Dietterle, die Pressesprecherin des Landratsamts auf GT-Anfrage.

Damit endet eine etwa zweieinhalb Jahre lange Bauphase zwischen Gmünd und Plüderhausen. Die 13,1 Kilometer, auf denen der Mittelstreifen saniert wurde, waren in drei Bauabschnitte unterteilt gewesen. Die knapp fünf Kilometer zwischen Lorch und der Gmünder Anschlussstelle Großdeinbach waren in diesem Jahr als letzte dran.

Insgesamt 15,9 Millionen Euro haben die Bauarbeiten gekostet, das macht rund 1,2 Millionen Euro pro Kilometer. Dafür wurde aber nicht nur die Mittelleitplanke erneuert, sondern auch die Kanäle. Weil eine Kanaluntersuchung auf der vierspurigen B29 ergeben hatte, „dass das Kanalsystem im Mittelstreifen marode und sanierungsbedürftig ist“, so Dietterle. Die neuen so genannten Schutzplanken im Mittelstreifen genügen nun hohen Ansprüchen, sie entsprechen der Sicherheitsstufe H4. Die sieht unter anderem vor, dass sie dem Aufprall einen 38 Tonnen schweren Sattelschleppers standhält – bei einem Aufprallwinkel von 20 Grad.

Zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten ist es laut Dietterle nicht gekommen – auch wenn manchen Autofahrern die Bauzeit sehr lang vorkam angesichts des Umfangs der Erneuerung: „Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, sagt Dietterle. Start war 2019 mit dem ersten Abschnitt, knapp vier Kilometer zwischen der Kreisgrenze und der Anschlussstelle Lorch West. 2020 wurde auf Höhe von Lorch gebaut, 2021 dann zwischen Lorch und Gmünd.

Ganz vorüber sind die Bauarbeiten aber noch nicht, wenn die Strecke in der kommenden Woche wieder vierspurig frei gegeben wird. „Die Schutzplanken am Rand werden planmäßig im Frühjahr im Zuge von Tagesbaustellen auf kurzer Länge umgerüstet“, so Dietterle. Denkbar sei, dass dazu auch die rechte Fahrspur gesperrt werden muss.

Info: Die neue Mittelplanke hat den Standard H4 - sie besteht laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) einen Crashtests mit einem PkW bei 100 km/h Aufprallgeschwindigkeit oder mit einem 38-Tonnen-Laster mit 65 km/h – bei einem Aufprallwinkel von 20 Grad.

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