Ein Kleinod strahlt innen wieder

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Herrmann Hänle (links) und Alfred Dujim am Altargitter der Herrgottsruhkapelle. Die Innenrestaurierung der Kapelle wurde nun erfolgreich abgeschlossen.
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Der Arbeitskreis Alt-Gmünd hat sein letztes Großprojekt abgeschlossen. Nächstes Jahr hat das Gotteshäuschen Jubiläum.

Schwäbisch Gmünd

Geschafft! Die Arbeiten zur Sanierung und Restaurierung der Herrgottsruhkapelle sind abgeschlossen. Bei einem Pressegespräch am Donnerstag zogen die Verantwortlichen des Arbeitskreises Alt-Gmünd, Herrmann Hänle und Alfred Dujim, Bilanz der Großmaßnahme und gingen auch auf die Zukunft des Arbeitskreises ein.

2014 war das nur wenige Meter von der Leonhardskapelle entfernt an der Aalener Straße stehende Kirchlein außen restauriert worden. 2019 wollte der Arbeitskreis die Innenrestaurierung angehen. Der Wißgoldinger Restaurator Karl Fiedler hatte dafür ein Konzept angefertigt. Er übernahm auch die Reinigung der Wände und der Malereien. Die Aalener Restauratorin Karin Krüger habe „mit großartigem Können“, so Hänle, den Altar gefestigt und restauriert. Immerhin steht in der Herrgottsruhkapelle der einzige Altar aus der Renaissancezeit in Gmünd. Doch um den stand es teilweise schlimm: Alfred Dujim erinnert sich, dass die Fahne in der Hand des Auferstehungs-Christus an der Spitze des Altars wie eine schwarz verrottete Bananenschale ausgesehen habe. Eine Fachfirma aus Fellbach musste eingeschaltet werden, die den Stoff wieder bis zum ursprünglichen Aussehen reinigen konnte.

Herrmann Hänle geht davon aus, dass an dem Gotteshäuschen nun zumindest für die nächsten Jahrzehnte keine größeren Maßnahmen mehr nötig sind. Das Kleinod hat den Arbeitskreis immer wieder beschäftigt, seit er die Kapelle 1978 von der Katholischen Kirchenpflege übernommen hat und seitdem für Renovierung und Unterhalt zuständig ist. Hänle und Dujim erinnern sich noch mit Grausen an die Zeit Anfang der 80er Jahren, als der Arbeitskreis eben die erste Restaurierung der Kapelle abgeschlossen hatte und dann Hausschwamm in der Bausubstanz entdeckt worden war. Der Putz musste in der Folge teils bis zur Decke wieder abgeschlagen werden, die historischen Fliesen im Chor waren nicht mehr zu retten. Sie mussten durch einen Boden aus Solnhofener Fliesen ersetzt werden. Die jetzige Innenrestaurierung blieb vor solchen Überraschungen verschont. Herrmann Hänle schätzt, dass die Kosten gut 50 000 Euro betragen werden. Gedeckt wird diese Summe durch Förderungen von verschiedenen Seiten, viele private Spenden und Eigenmittel des Arbeitskreises.

Wer nun neugierig geworden ist auf das aktuelle Aussehen der Kapelle, der kann sie sich am Sonntag, 12. September ansehen. Beim Tag des offenen Denkmals öffnet der Arbeitskreis die Kapelle von 11 bis 16 Uhr. Mitglieder stehen bereit, um Fragen zu beantworten und durch die Kapelle zu führen.

Nur noch kleinere Aufgaben

Diese Innenrestaurierung war das letzte große Projekt, das der Arbeitskreis angegangen ist, sagt AK-Geschäftsführer Alfred Dujim. Nun wolle der Verein, der keinen Nachwuchs findet, nur noch kleinere Aufgaben übernehmen, zum Beispiel bei Bedarf die Bürgerstiftung unterstützen. Auch die Pflege denkmalgeschützter Gräber auf dem Leonhardsfriedhof liegt weiterhin beim Arbeitskreis Alt-Gmünd. Und im nächsten Jahr möchte der Arbeitskreis eine Feier zum 400-jährigen Bestehen der Herrgottsruhkapelle ausrichten. Wie diese Feier aussehen kann, wird wohl auch durch den Stand der Corona-Pandemie beeinflusst werden, schätzt Dujim.

Wer den Arbeitskreis unterstützen möchte, kann spenden auf das Konto IBAN DE77 6145 0050 0440 0873 08 bei der Kreissparkasse Ostalb, BIC OASPDE6AXXX

„Keine großen Projekte mehr“

Alfred Dujim, über die Zukunft des Arbeitskreises
  • 2022 wird sie 400 Jahre alt
  • Die Gmünder Herrgottsruhkapelle wurde im Jahre 1622 erbaut. Der Erbauer war Caspar Vogt, der auch die Wallfahrtsstätte Salvator am Nepperberg in Schwäbisch Gmünd gebaut hat. An ihrer Stelle stand vorher schon, mindestens seit 1495, eine Kapelle. Die Ballade des Geigers von wird immer wieder mit der Herrgottsruhkapelle in Verbindung gebracht. An der Westfassade ist auch eine 1923 von Karl Deibele geschaffene Skulptur des Geigers angebracht. Die Kapelle, in der der Musiker der Legende nach vor dem Bild der heiligen Cäcilia spielte und ihr Mitleid erweckte, gab es aber in Schwäbisch Gmünd nicht. Marken in der Außenmauer der Kapelle zeugen von Hochwassern der vergangenen Jahrhunderte. 1661 zum Beispiel stand das Wasser gut bis zur halben Höhe der Kapellenfenster.
Renovierung

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