Ein langer Umweg für die Schulbusse

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Kein Durchkommen von Weiler nach Degenfeld: Die Landesstraße muss dringend saniert werden. Die offizielle Umleitung führt über Gmünd, Straßdorf, Rechberg und Wißgoldingen. Auch die Waldstetter rechnen mit mehr Durchgangsverkehr. Für die Degenfelder stellt die Schülerbeförderung ein großes Problem dar.
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Weil die Landesstraße 1160 zwischen Weiler und Degenfeld saniert wird, gibt‘s lange Umleitungsstrecken. Vor allem die Schülerbeförderung ab Degenfeld ist ein großes Problem.

Schwäbisch Gmünd-Degenfeld

Seit Montag ist die Landesstraße L 1160 zwischen Weiler und Degenfeld wegen dringender Sanierungsmaßnahmen gesperrt. Autos und Lastwagen werden in den nächsten fünf Monaten über Schwäbisch Gmünd, Straßdorf, Rechberg und Wißgoldingen und umgekehrt ins Lautertal und zurück gelotst. Viele, die von Aalen kommen oder in diese Richtung fahren, nutzen auch die Strecke über Waldstetten und Wißgoldingen. Die Anwohner in den betroffenen Gemeinden sind davon nicht begeistert. Noch weniger die Schüler aus Degenfeld, die in den kommenden Monaten einen langen Schulweg mit dem Bus vor sich haben.

Schilder blockieren Gehweg

Ein Ärgernis in Wißgoldingen sind die Halteverbotsschilder, die in der Durchfahrtsstraße aufgestellt worden sind, damit hier nicht geparkt wird und zwei Lastwagen gut aneinander vorbei kommen, solange die Umleitung besteht. „Die Schilder sind ein bisschen ungeschickt auf dem Gehweg platziert, sodass Fußgänger, beispielweise mit Kinderwagen, schlecht dran vorbei kommen“, erläutert Wißgoldingens Ortsvorsteherin Monika Schneider. Die ersten Beschwerden seien bei ihr eingetrudelt. Sie habe diese bereits ans Waldstetter Bauamt weitergeleitet, sodass die Schilder nun besser aufgebaut werden.

Eine große Befürchtung in Wißgoldingen ist außerdem, dass der Schwerlastverkehr zunimmt und sich viele nicht ans Tempolimit halten. Die Ortsvorsteherin möchte abwarten, bis sich alles eingespielt hat. „Wenn etwas gar nicht funktioniert, müssen wir nachjustieren.“ Monika Schneider möchte aber nicht schon im Vorfeld schlechte Stimmung verbreiten. „Das Ganze ist zeitlich begrenzt, danach wird die Situation wieder entspannter.“ So sieht es auch Waldstettens Bauamtsleiterin Maren Zengerle. Die ersten Tage einer solchen Maßnahme verliefen immer chaotisch, egal wie gut man vorbereitet und wie gut die Umleitungsstrecke ausgeschildert sei. Für die Anwohner entlang der Strecke sei dies eine Belastung. Aber Straßen in schlechtem Zustand müssten nun mal saniert werden. Dazu gibt‘s für Zengerle keine Alternative. Sie rechnet mit einer Zunahme des Verkehrs und Schwerlastverkehrs in Waldstetten, obwohl die offizielle Umleitung nicht durch den Ort führt. Deshalb hat sie bei einem Verkehrsgespräch im Vorfeld angeregt, eine große Plantafel gegenüber des alten Rathauses in der Waldstetter Ortsdurchfahrt anzubringen, damit Lastwagenfahrer nicht versuchen, über Tannweiler und Weilerstoffel ins Lautertal zu gelangen. Dort gebe es nämlich kein Durchkommen und so gut wie keine Wendemöglichkeiten für große Fahrzeuge. Die Tafel wurde nun angebracht. Maren Zengerle schaut sich die Umleitungsstrecke in den kommenden Tagen genau an. Nach ihrer Erfahrung spiele sich das Ganze nach zwei, drei Tagen ein. Wenn nicht, müsse man nachbessern.

Nachbessern würde Degenfelds Ortsvorsteher Hans-Peter Wanasek gerne bei der Schülerbeförderung in den kommenden Monaten. „Ich weiß nur nicht wie“, sagt der Ortsvorsteher. Grundschüler fahren normalerweise keine zehn Minuten mit dem Bus von Degenfeld in die Schule nach Weiler. In den kommenden Monaten sind die Mädchen und Jungs fast eine Stunde unterwegs: über Nenningen, Wißgoldingen, Rechberg, Straßdorf, Waldstetten und Weiler. Vor allem die neuen Erstklässler, die im September in die Schule kommen, trifft die Umleitung hart. Eltern zeigten zwar Verständnis, aber es drehe sich halt nicht um wenige Wochen, sondern um Monate, wie Wanasek erläutert. Das sei nicht schön, es lasse sich aber nicht ändern. Schleichwege könnten für Busse aus Sicherheitsgründen nicht freigegeben werden, halbseitige Sperrungen statt einer Vollsperrung seien aus technischen Gründen nicht möglich. Betroffen sind auch ältere Schüler, die nach Gmünd, Waldstetten oder Bettringen in die Schule gehen. „Die Eltern akzeptieren es“, sagt der Ortsvorsteher, genauso wie Pendler, die nun weitere Wege in Kauf nehmen müssen. Bleibt die Hoffnung auf viel Ruhe im kleinsten aller Stadtteile, solange die Straße dicht ist? „Das glaube ich noch nicht“, erklärt Wanasek. Ab dem zweiten Bauabschnitt werde die Straße für den Verkehr durch Degenfeld zum Hornberg geöffnet.

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