Ein neuer Auto-Showroom am Gmünder Marktplatz

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Es brennt Licht, und es wird renoviert: In die ehemaligen Räume des Modegeschäfts Street One wird ein "VW City Store" einziehen.
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Zwei Gmünder Leerstände werden sich bald füllen: Ein „VW City Store“ entsteht am Marktplatz, die „Patisserie“ zieht in der Bocksgasse ein.

Schwäbisch Gmünd

Am neuen „VW City Store“ am Gmünder Marktplatz wird schon gearbeitet: „Wir wollen möglichst im ersten Halbjahr eröffnen“, sagt Bernd Widmann, Geschäftsführer des Autohauses Widmann. Es ist nicht der einzige Leerstand in Gmünd, der bald verschwinden wird, auch in der Bocksgasse kommt demnächst neues Geschäftsleben dazu. Voraussichtlich Mitte März soll die Patisserie eröffnet werden; dort, wo bis zum Herbst  Jasi's Cupcakelädle war.

Es brennt Licht in den ehemaligen Räumen des Street-One-Modegeschäfts am Marktplatz 11, ein Maler steht auf einer Leiter und weißelt die Wand. Hier will das Autohaus Widmann künftig seine Marke VW präsentieren. „Der Schwerpunkt wird auf der E-Mobilität liegen“, sagt Geschäftsführer Bernd Widmann. Das genaue Konzept werde im Moment mit VW erarbeitet. Die Räume werden eine Art „Showroom“, wie es im Marketing-Deutsch heißt. „Es ist eine reine Repräsentanz, es hat mit einem klassischen Autohaus nichts zu tun“, sagt Widmann. Am Standort Lindach seines Autohauses werde sich daher nichts ändern. Wird am Marktplatz 11 auch eine Auto im Schaufenster zu sehen sein? „Platz hat es“, sagt Widmann, „es kann schon sein, dass dort ein Auto präsentiert wird“. Zwei bis drei Mitarbeiter sollen künftig im neuen VW City Store arbeiten. 

Ein paar hundert Meter weiter, in der Bocksgasse 30, verdeckt milchige Folie den Blick in die Ladenräume im Erdgeschoss. „Es ist alles fertig“, sagt Hausbesitzer Georg Penz. Aber die künftige Betreiberin der Patisserie sei von Lieferproblemen betroffen: „Die Laden-Theke kommt aus Südfrankreich, Ende Februar ist die Lieferung angekündigt“, erzählt Penz. Er gehe davon aus, dass Mitte März die Eröffnung stattfinden könne. Wo sechs Jahre lang Jasi's Cupcakelädle zuhause war, soll es weiterhin gehobene Backwaren geben. Die künftige Betreiberin der Patisserie ist Konditormeisterin, sie hat zuletzt in einem Hotel in Schwäbisch Hall gearbeitet. 

Alexander Groll, der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt, schaut mit Optimismus ins Jahr 2022. Wenn die Corona-Lage sich entspannt, wird auch das Interesse an Leerständen tendenziell größer, so ist seine Erfahrung: „Da gibt es einen Zusammenhang.“ Mit Geld aus Berlin hofft Groll, in diesem Jahr das Leerstandsmanagement auf eine neue Stufe heben zu können: 1,5  Millionen Euro will die Stadt allein dafür ausgeben, falls es mit dem Förderantrag klappt, den Gmünd gestellt hat. Aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ würden 3,3 Millionen Euro fließen. In vier Bereiche würde die Stadt investieren: „Der größte Anteil käme dem Leerstandsmanagement zugute“, so Groll. 

Gmünd will sich etwa eine rund 180000 Euro teure Software zulegen, um Leerstände digital zu vermarkten. „Die Software ist von einer renommierten Firma und kommt in anderen Städten schon zum Einsatz“, sagt Groll. Das Prinzip ähnelt einem Buchungsportal, es soll Interessenten und Anbieter schnell und einfach zueinander bringen. Die Stadt selbst plant auch Anbieter zu sein – indem sie Laden-Konzepte schafft, die es sonst nicht auf dem Markt gibt, zum Beispiel einen „Showroom für Start-ups“, so Groll. „Es gibt Start-ups in Gmünd, die ihre Produkte bisher nur digital anbieten. So könnten sie ihr Angebot auch offline am Markt testen“ - mit geringem unternehmerischen Risiko. „Wir würden die Miete teilweise übernehmen.“ Ein weiteres maßgeschneidertes Angebot wäre ein „Store-in-Store-Konzept“, wie es mit der Weihnachtsmarkt-Alternative, den Pop-up-Läden, im Dezember praktiziert worden ist. „Wir würden eine große Ladenfläche anmieten und dort mehrere kleine Geschäfte zusammenführen, die dann gemeinsam Frequenz erzeugen.“

Während die Bocksgasse gerade eine kleine Erfolgsgeschichte ist, wenn es ums Belegen von Leerständen geht, sieht es auf der anderen Seite des Marktplatzes düster aus. „Die Gegend um den Woha ist ein Sorgenkind“, sagt Groll, was auch am seit Jahren leer stehenden Woha liege. „Leerstand ist wie Rost, er breitet sich aus“, sagt Groll. Der Woha müsse jetzt „in die Gänge kommen – daran arbeiten wir“.

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