Ein Ort zwischen Himmel und Erde

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Blick von oben: rechts im Bild der Hospizneubau, der an das bisherige Kloster angeschlossen ist.
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Zum Richtfest am Kloster-Hospiz in Schwäbisch Gmünd steht der künftige Träger fest: Die Franziskanerinnen kooperieren mit der Stiftung Liebenau.

Schwäbisch Gmünd

Das Richtfest ist am Freitag gefeiert worden, im Mai 2021 soll der Bau bezugsfertig sein. Dann wird das neue Hospizgebäude im Kloster der Franziskanerinnen in Gmünd acht Plätze bieten für schwerstkranke und sterbende Menschen.

Das Hospiz ist ein Baustein des langfristigen Plans, den die Franziskanerinnen zielsicher verfolgen: ihr Kloster, in dem die Gemeinschaft der meist betagten Schwestern kleiner wird, dauerhaft in der Stadt und deren Umgebung zu verankern. Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm ist überzeugt davon, dass das gelingt: "Es ist ein Haus, das die Stadtgemeinde bereichern wird."

Der künftige Träger des Hospizes steht fest, wie Projektleiterin Schwester Benedicta Ewald vor dem Richtfest bekannt gab: es ist die Stiftung Liebenau, deren Hauptsitz in Meckenbeuren ist. Es ist kein neuer Partner für die Gmünder Franziskanerinnen: Seit den 90er-Jahren arbeitet die Klostergemeinschaft mit der Stiftung zusammen, etwa bei der Gründung der St. Canisius gGmbH und der Franz-von-Assisi-Gesellschaft.

"Kultur der Franziskanerinnen"

Es ist ein Haus, das die Stadtgemeinde bereichern wird.

Julius Mihm, Baubürgermeister

"Wir haben im Lauf der Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut", sagt Schwester Benedicta, die frühere Generaloberin und Leiterin der Canisius-Schule. Die 81-Jährige ist nun Projektleiterin des Hospizbaus. Sie spricht offen aus, dass ihr und ihren Mitschwestern nicht mehr so viel Zeit bleibt, um das, was ihnen wichtig, ins Hospiz einzubringen. Dafür wird es bei der Stiftung Liebenau nicht viel Zeit brauchen, davon ist sie überzeugt: "Die Stiftung ist geprägt von der Kultur der Franziskanerinnen." Sie sei sich sicher, "dass wir in der Kooperation genau das umsetzen können, wie sich das Kloster das Hospiz vorstellt."

Mit Blick ins Offene

Was ein Hospiz aus ihrer und der Sicht ihrer Mitschwestern ausmacht, das sprach Schwester Benedicta bei ihrer Ansprache zum Richtfest aus: "Es ist ein Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren." Ein Ort, in dem die Angehörigen dabei sein können und jedes Zimmer den Blick ins Grüne und eine Öffnung zum Garten hat. Weil auch dort das von Benedicta Ewald zitierte Motto von Cicely Saunders gelten soll, der Gründerin der modernen Hospizbewegung; "Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben."

Den Richtspruch sprach Konrad Grimm von der gleichnamigen Zimmerei – es war sein erster an einem Klosterbauwerk. Für den musikalischen Rahmen sorgten die "Scheuelberg Alpinhörner" aus Bargau.

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