Ein Plan B für den Gleispark am Nepperberg nach der QlockTwo-Absage

+
Das Gmünder Unternehmen QlockTwo hat seine geplante Investition gestrichen - wie geht's weiter mit dem Gleispark am Nepperberg?
  • schließen

Was passiert mit dem Gleispark am Nepperberg nach dem Rückzieher von QlockTwo? Dem Baubürgermeister ist „nicht bange“, er setzt auf den Architektenwettbewerb Europan.

Schwäbisch Gmünd

Der Plan für eine Bebauung am Gleispark Nepperberg ist vom Tisch, aber Baubürgermeister Julius Mihm hofft, bald einen neuen zu haben: Nachdem der Gmünder Designuhren-Hersteller QlockTwo seine Investitionspläne gestoppt hat, setzt Mihm auf den Architektenwettbewerb Europan. Im Februar soll der Siegerentwurf aus Dresden und Berlin den Stadträten im Bauausschuss präsentiert werden.

Es ist acht Monate her, dass QlockTwo für Begeisterung gesorgt hatte bei den Stadträten: Im so genannten Zeitwerk-Quartier sollte es einen Turm geben mit Aussichtsplattform, daneben die Uhrenmanufaktur von Qlocktwo und um einen gestreckten Platz herum weitere Gebäude für Unternehmen, Wohnungen, ein Café und einen Laden. Mihm sieht nach der Absage des Investors weiter die Chance, die Brache nördlich der Bahngleise zu einem attraktiven Puzzle-Teil einer erneuerten Weststadt zu machen. „Mir ist nicht so bange“, sagt er. Gmünd habe nach dem Stadtumbau und der Landesgartenschau Aufmerksamkeit auf sich gezogen und sei nun „auf dem Schirm“ überregionaler Investoren. „Das ist erst in der vergangenen Woche sichtbar geworden, als die Pläne für das TSB-Areal in der Buchstraße präsentiert worden sind“, sagt Mihm. Dort wird ein Investor das „Eco-Village“ bauen, geplant von einem Architekturbüro, das zwei Sitze hat: einen in der Schweiz, einen in Los Angeles.

Über die QlockTwo-Planung ist Mihm, trotz der Absage, in einer Hinsicht froh: dass sie eine Idee entwickelt hat, wie sich etwas aus dem Areal machen lässt. Die angedacht „langgezogene Hofform“ sei dafür sehr gut geeignet. „QlockTwo ist wie ein Katalysator, der gezeigt hat, was für einen Wert dieses Gelände haben kann“, sagt der Baubürgermeister. Nun setzt er auf den Städtebauwettbewerb für junge Architekten: Unabhängig von den QlockTwo-Plänen hätten die Europan-Ideengeber auch für den Gleispark Ideen entwickelt, so Mihm.

Das Gleispark-Areal sieht der Baubürgermeister als Teil eines größeren Zusammenhangs, einer „grünen Fuge“ (Mihm) vom Hallenbad über St. Katharina, die Lorcher Straße bis zum Nepperberg. „Bisher hat uns der Schlüssel gefehlt, das wird und Europan sicher liefern“, glaubt Mihm. Der bedeutendste Bauplatz könnte dabei gar nicht der Gleispark am Nepperberg sein, sondern das brach liegende Tunnelgrundstück an der Lorcher Straße: Dort schwebt den Gmünder Planern ein „Behördenzentrum“, wie es Mihm nennt, vor. Oberbürgermeister Richard Arnold sei mit dem Land im Gespräch, in der Hoffnung Landesbehörden in Gmünd ansiedeln zu können. Mihm: „Es ist viel Bewegung in der Behörden-Landschaft, es gibt dort einen grundsätzlichen Entwicklungsbedarf.“

Info: Europan ist eine europäische Wohn- und Städtebauwettbewerbs-Initiative für junge Architekten. Gmünd ist eine der Städte, für die im aktuellen Wettbewerb gearbeitet werden konnte. Das Ziel: „Ein neues gemischt genutztes Quartier als westliches Stadttor“. Der Preis ist mit 12000 Euro dotiert. Die Fortentwicklung auf dem Hardt (Projekt „Unbreak my Hardt“) basiert auf der Teilnahme an einem früheren Europan-Wettbewerb. Mehr unter www.europan.de/wettbewerb/standorte/schwaebisch-gmuend/

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare