Ein Rechberg-Bild mit Rätselfrage

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Ein Bild vom Rechberg für Rechberg: Museumsleiter Dr. Max Tillmann hat das gestiftete Ölgemälde an Rechbergs Ortsvorsteherin Anne Zeller-Klein übergeben. Künftig hängt es in deren Amtszimmer.
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Eine Gmünder Familie schenkt dem Museum ein Ölgemälde, das die Rechberger Burg zeigt. Künftig hängt es im Bezirksamt des Ortes.

Schwäbisch Gmünd

Die Recherche lief ins Leere. „Wir haben zu dem Maler nichts gefunden“, sagt Dr. Max Tillmann, der Leiter des Gmünder Museums. „FKLOCKE“ steht rechts unten als Signatur auf dem Ölgemälde, das der Museumschef vor sich liegen hat. Zu sehen ist die Burg Rechberg in herbstlicher Landschaft, im Hintergrund ist der Hohenstaufen abgebildet.

Das Gmünder Museum und sein Leiter sind sehr wählerisch, wenn ihnen Kunstgegenstände als Schenkung angeboten werden. „Das hat einfach mit unseren begrenzten Magazin-Kapazitäten zu tun“, sagt Tillmann. Darum gilt: „Wir nehmen nur an, was wir auch erwerben würden.“ Dieses Gemälde erfüllt dieses Kriterium nicht, dafür ist es nicht außergewöhnlich genug. „Die künstlerische Qualität ist sehr solide“, sagt der Museumsleiter über das Bild, das seiner Einschätzung nach von einem Hobbymaler stammt.

Anne Zeller-Klein hat einen anderen Blick auf das Bild: Für die Rechberger Ortsvorsteherin ist es ein schönes Dokument der Ortsgeschichte. Das Gemälde zeigt den Zustand der Burgruine etwa zu Beginn des 20. Jahrhundert. Für Anne-Zeller-Klein zeigt es zugleich, wie sie in ihrer Kindheit in Rechberg die Burg gesehen hat, weil an der Brandruine viele Jahrzehnte lang nur kleine Erhaltungsarbeiten gemacht wurden.

Nach Rechberg kam das Bild als erstes per Mail: Max Tillmanns schickte der Ortsvorsteherin ein Foto des Gemäldes, weil er die Idee hatte: Da muss es hin, nach Rechberg. Im Bezirksamt habe man sich auf die Suche gemacht, erzählt Zeller-Klein. In ihrem Amtszimmer habe man ein „schönes Plätzchen“ gefunden. Und die Ortsvorsteherin fügt hinzu: „Wir nehmen es mit Freude und sind der Spender-Familie sehr herzlich dankbar.“ Die Frage, was dieses Bild auf dem Kunstmarkt wert wäre, lässt Max Tillmann offen: „Es ist eine Sache von Angebot und Nachfrage.“ Für Anne Zeller-Klein zählt das Ideelle: „Für uns ist es sehr schön und sehr wertvoll.“

Tillmann hat das Bild genau vermessen: „Der Rahmen ist 92 Zentimeter breit und 77 Zentimeter hoch, das ist ein stattliches Format für Landschaftsmalerei aus der Gmünder Gegend.“ Durchaus repräsentativ, fügt Tillmann hinzu. Und damit, findet Anne Zeller-Klein, genau richtig für das Bezirksamt in dem Ort, zu dem die Burg seit jeher als der markanteste Platz des Ortes gehört. Es ist ein Zugewinn aus ihrer Sicht, in mehrerlei Hinsicht: „Bisher hatten wir dort nur Fotos von der Burg an den Wänden.“

Für uns ist es sehr schön und sehr wertvoll.“

Anne Zeller-Klein, Ortsvorsteherin Rechberg
  • 1865: Der Blitz schlägt ein, die Burg brennt nieder
  • Die Burg Rechberg ist Ende des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Sie bildete in der Ära der Staufer einen wichtigen Teil des Befestigungsrings, der rund um die Burg Hohenstaufen angeordnet war. Kein Krieg konnte die Burg zerstören, das passierte dann 1865 während eines Wintergewitters: Ein Blitz schlug ein, die Burg brannte bis auf die Mauern nieder. Den Zustand danach dokumentiert auch das Ölgemälde des unbekannten Malers, das nun ins Rechberger Bezirksamt kommt.

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