Ein Umzug, der zu einem Frauenmörder führt

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Kein Kabinenthema, aber eins in jeden Sommer für Tobias Kubitzsch (Mitte), den Normannia-Fußballer: Bücher lesen.
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Was lesen Sie in diesem Sommer? Warum Normannia-Fußballer Tobias Kubitzsch den Roman „Das Parfum“ aus dem Regal gezogen hat.

Schwäbisch Gmünd

Zu den vielen Geschichten vom Zufall, wie Menschen an ein Buch geraten, kann Tobias Kubitzsch eine neue hinzufügen. Der Normannia-Fußballer ist vor einiger Zeit umgezogen. Beim Ausräumen des Bücherregals habe seine Freundin gesagt: „Das musst Du unbedingt lesen.“ Kubitzsch hielt eben „Das Parfum“ von Patrick Süskind in Händen – jetzt ist der Roman von 1985 seine Sommerlektüre. Untertitel: „Die Geschichte eines Mörders.“Kubitzsch, der Sport und Geschichte auf Lehramt studiert hat und am Gymnasium in Heubach als Referendar gearbeitet hat, war gerade fertig mit den Prüfungen. „Ich hatte plötzlich Zeit, und irgendwann wird‘s auch langweilig, nur Fernsehen zu schauen.“ Zum Sommerurlaub gehört das Lesen dazu für den 25-Jährigen. „Zum Runterkommen und entspannen“ sei ein Buch in der Ferienzeit genau das Richtige. Kubitzsch ist ein Urlaubsleser, gerne auch am Strand. „Es ist eine reine Zeitfrage, ansonsten komme ich nicht dazu.“

Erst das Buch, dann der Film

In den historischen Roman über einen abscheulichen, aber auch faszinierenden Menschen, der zum Mörder wird, hat Tobias Kubitzsch schon reingelesen. Die Sprache von Patrick Süskind fand er klasse: „Es ist toll geschrieben.“ Nach dem Buch sei er gespannt auf den Film, fügt er noch hinzu. Beim „Parfum“ hat er es geschafft, den alten, heute von ihm geschätzten, Grundsatz aus Jugendtagen einzuhalten: „Ich bin gottfroh, dass meine Mutter zu mir gesagt hat: Erst die Bücher lesen und dann die Filme schauen.“ Bei Harry Potter zum Beispiel.

Kubitzschs Mama spielt eine wichtige Rolle in seiner Biographie als Leser. „Sie liest unheimlich gern“, erzählt er. Das hat abgefärbt: „Als Kind habe ich unheimlich viel gelesen, als Jugendlicher ist es dann weniger geworden.“ Wenn es darum ging, der Mutter ein Geschenk zum Geburtstag oder zu Weihnachten zu kaufen, ging er immer ins gleiche Geschäft: „Das erste, was mir als Kind eingefallen ist. Ich schenke ein Buch. Ich wusste, sie freut sich immer drüber.“ Noch heute macht es Tobias Kubitzsch so: „Ich gehe in eine Buchhandlung, lese Bücher an – und finde fast immer auch was für mich.“

In den letzten Jahren, als er studiert hat, stand viel Pflichtlesestoff auf dem Programm. „Im Studium ist das nicht immer so die verführerische Lektüre“, sagt er im Rückblick. Nur einmal gab’s eine schöne Querverbindung zwischen privatem und fachlichem Lesen. Kubitzsch liest auch gern Biographien, er hat kürzlich das Buch Michelle Obama gelesen, vor einigen Jahren eins über Nelson Mandela. „Das habe ich aus Interesse gelesen und konnte durch Zufall ein Semester später eine Hausarbeit über Mandela schreiben.“

Die Gruppe, die ständig quatscht

Zwischen seinen Hobbys Fußball und Lesen gibt’s noch weniger Querverbindungen. Wenn er Bücher über Fußball gelesen hat, dann ging’s um Trainingslehre. „Ich wollte einfach dazulernen“, sagt er. Im Mannschaftsbus auf dem Weg zu einem Spiel lesen, das passt nicht: „Viele hören Musik, viele schlafen - und es gibt immer eine Gruppe, die die ganze Zeit quatscht.“

Fragt man Tobias Kubitzsch zum Abschluss nach einem Buch, das er weiterempfehlen kann, hat er sofort einen Titel parat: „‘Liebes Kind‘ von Romy Hausmann, eine absolute Buchempfehlung, wenn man auf Thriller steht. Es ist eins der besten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe.“

Tobias Kubitzsch, gebürtiger Schorndorfer, hat einige Jahre beim TSGV Waldstetten Fußball gespielt. Seit dieser Saison ist der Mittelfeldspieler beim FC Normannia Gmünd.

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