Ein Zeitwerk-Quartier mit guten Aussichten

  • Weitere
    schließen
+
Auf dieser Brachfläche am Nepperberg könnte das Zeitwerk-Quartier entstehen. Einst war hier der Hallenbad-Neubau geplant.
  • schließen

Welche Pläne die Unternehmer der Uhrenmanufaktur Qlocktwo für den Gleispark am Nepperberg verfolgen.

Schwäbisch Gmünd

Ein Turm mit Aussichtsplattform, daneben die Uhrenmanufaktur Qlocktwo und um einen Platz Gebäude für Unternehmen, Wohnungen, ein Café und einen Laden. So können sich die Geschäftsführer der Qlocktwo Manufacture GmbH, Marco Biegert, Andreas Funk und Jens Adamik, ihr Zeitwerk-Quartier vorstellen, das sie auf dem Gleispark am Nepperberg verwirklichen wollen. Mit Stadtplaner Hartmut Friedel stellen sie den Stadträten des Bau- und Umweltausschusses ihre Ideen vor.

Ausgangspunkt war, dass das mittlerweile global agierende Unternehmen an seiner Produktionsstätte in Straßdorf an die Kapazitätsgrenze gestoßen ist, berichtet Marco Biegert. „Wir sind als Gmünder der Stadt verpflichtet und wollen, dass sie sich gut entwickelt“, erklärt er, weshalb der Betrieb hier bleiben soll.

Am Areal beim Nepperberg wäre Qlocktwo mit seiner Produktionsstätte und dem Turm der Impulsgeber, sagt Hartmut Friedel. Der Turm wäre für Besucher geöffnet, die hier gute Aussichten auf die Altstadt, die Drei-Kaiser-Berge und den Salvator haben, aber auch auf das Dach der Produktions- und Lagerhalle von Qlocktwo, auf der die „sprechende Uhr“ in überdimensionaler Größe zu sehen sein wird.

„Wir wollen kein Quartier, bei dem um 18 Uhr die Läden runtergehen“, sagt der Stadtplaner. Richtung Nepperberg sind daher Wohngebäude vorgesehen, ein Café, ein Laden, möglicherweise eine Kletterwand am Turm sowie Richtung Bahngleise Sportflächen und Gebäude für Start-up-Unternehmen.

„Eine beeindruckende Vorstellung“, lobt CDU-Stadtrat Christof Preiß, der selbst Architekt ist und daher weiß: Die langgezogene 1500-Quadratmeter-Fläche, „früher einer der schrecklichsten Orte in Schwäbisch Gmünd“, sei eine Herausforderung für jeden Planer. Nun könne sie „ein echtes Highlight“ werden. Er sei begeistert, dass dieses Areal Zeitwerk-Quartier heißen soll und die Gmünder Unternehmer hier so viel Geld investieren wollen, schließt sich Grüne-Stadtrat Elmar Hägele dem Lob an. Er fragt, ob eine Verbindung zum Gebiet auf der anderen Seite der Bahngleise geplant ist. Denn für die neue Gestaltung dieses Areals an der Lorcher Straße läuft gerade der Ideenwettbewerb Europan 16. „Wir müssen die Bahnlinie überwinden“, meint Oberbürgermeister Richard Arnold dazu, das erwarte er von dem Ideenwettbewerb. Die Pläne fürs Zeitwerk-Quartier sollen jene für das Areal auf der anderen Gleisseite „beflügeln“.

SPD-Stadtrat Johannes Zengerle findet die Entwürfe für das Zeitwerk-Quartier „sehr erfrischend“. Er hakt bei den Parkplätzen für das Gebiet ein, das autofrei geplant ist. Bisher sind diese ebenerdig im Westen vorgesehen. Auf eine Tiefgarage wollen die Bauherren verzichten, weil diese angesichts der Altlasten im Boden zu teuer käme, erklärt Hartmut Friedel. Doch eine Hochgarage sei denkbar. Zumal er hoffe, dass viele die Nähe zum Bahnhof nutzen und auf Bus und Bahn umsteigen.

Auch Linke-Stadtrat Professor Dr. Andreas Benk schließt sich den „Lobeshymnen“ an. Er betont, wie wichtig es sei, die Planung für die Areale südlich und nördlich der Gleise zusammenzuführen.

„Wir können nur hoffen, dass diese Projektion so weitestgehend umgesetzt werden kann“, meint Bürgerliste-Sprecher Ullrich Dombrowski. Er fragt, ob in dem Turm ein kleines Museum für die Gmünder Uhrenmacherei möglich wäre, unter anderem auch zur Geschichte der Uhrenfabrik Bifora. Das sei denkbar, antwortet Hartmut Friedel. Doch Christof Preiß meint: Bifora gehöre ins Bifora-Gebäude.

Abschließend lobt FDP/FW-Stadtrat Dr. Peter Vatheuer die Pläne als „große Chance für Gmünd“. Einstimmig sprechen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, dass die Stadtverwaltung diese vorantreiben soll.

Wir sind als Gmünder der Stadt verpflichtet.“

Marco Biegert,, Geschäftsführer von Qlocktwo
So könnte der Gleispark aussehen: Zentral der Turm von Qlocktwo mit dahinter liegender Produktionsstätte und um einen Platz Gebäude für Wohnen und junge Unternehmen. Planung: Hartmut Friedel

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL