Eine Datenflut gegen den Klimawandel

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„Den Mehrwert herausarbeiten“: Gmünder Stadträte diskutieren das Projekt zu einem kommunalen Wärmeplan, den das Land künftig vorschreibt.

Schwäbisch Gmünd. Das Wort ist so lang wie die Aufgabe komplex: Wärmewende-Strategie. Eine solche muss sich die Stadt Gmünd zulegen, am Mittwoch hat der Bau- und Umweltausschuss des Schwäbisch Gmünder Gemeinderates darüber diskutiert.

Bis Ende 2023 schreibt das Klimaschutzgesetz den meisten Städten in Baden-Württemberg vor, einen so genannten „kommunalen Wärmeplan“ zu erstellen. „Das neueste Ziel ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2040, ursprünglich war es 2050“, sagte Stadtwerke-Chef Peter Ernst bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. „Es ist ein sehr hoch gestecktes Ziel“, meinte Tim Kazenmaier vom Planungsbüro RBS wave, das den Plan erstellen soll. Zwölf bis vierzehn Monate werde es etwa dauern, bis dieser ausgearbeitet sei, so Kazenmaier, dann habe man den Wärmeplan als „strategisches Instrument“ auf dem Weg zur Klimaneutralität. Vier Hauptphasen nannte der Planer bei seiner Arbeit: „Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Zielszenario, Wärmewende-Strategie.“ Dazu werde man das gesamte Stadtgebiet auswerten, „das wird zu einer Datenflut führen“, so Kazenmaier.

Erdwärme in Gmünd machbar?

Gmünd müsse nicht bei null anfangen, betonte Oberbürgermeister Richard Arnold, „die Stadtwerke haben da schon viel getan“. Und die Stadtwerke sind auch weiterhin als Ansprechpartner des Planungsbüros beteiligt. Grünen-Stadtrat Karl Miller begrüßte das Projekt: „Bisher hatten wir immer nur Ziele, aber keinen Fahrplan.“ Miller machte deutlich, dass er sich auch neue konstruktive Ideen von den Planern verspricht: „Wir haben ein Gasnetz, da bin ich gespannt auf Vorschläge, wie man das umwandeln kann.“ Und er sei gespannt, ob eine Tiefenbohrung für Erdwärme in Gmünd für sinnvoll erachtet werde.

Photovoltaik in der Innenstadt?

Professor Dr. Andreas Benk (Die Linken) meinte: „Das ist überfällig, seit sechs Wochen steht es im Gesetz, dass wir klimaneutral werden müssen bis 2040.“ Und er fragte, ob auch Kooperationen mit anderen Kommunen möglich seien? Natürlich werde man nahe liegende Kommunen mit einbeziehen, wenn es etwa um die Planung von Wärmenetzen gehe, versicherte Franka Zanek, die Leiterin des Amts für Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Stadtrat Christof Preiß (CDU) mahnte das Nachdenken über viele Möglichkeiten an, wenn es an die Umsetzung geht, und er forderte: „Es muss abgeschafft werden, dass man in der Innenstadt keine Photovoltaik-Flächen wegen des Denkmalschutzes errichten darf.“

Am kommenden Mittwoch wird der Gmünder Gemeinderat entscheiden. Und vielleicht gelingt es ja, trotz „Datenflut“ und „hoch gestecktem Ziel“, das zu schaffen, was Tim Kazenmaiers Kollegin Stephanie Frick den Stadträten ans Herz legte: „Es ist wichtig, dass man auch eine gewisse Freude an dem Projekt mitbringt; wir hoffen, dass wir zusammen den Mehrwert herausarbeiten können.“

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