Eine ganz besondere Edelfrau am Hofe Barbarossas

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Die Gmünderin Helga Steiner ist mit 83 Jahren die wohl älteste Darstellerin der „Momente der Staufersaga“.
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Die Gmünderin Helga Steiner ist mit 83 Jahren die wohl älteste Darstellerin der „Momente der Staufersaga“.

Schwäbisch Gmünd. Durch die kommende Woche wandelt Helga Steiner größtenteils als Edelfrau. Die Gmünderin ist 83 Jahre alt und somit wohl die älteste Darstellerin der „Momente der Staufersaga“, die vom 6. bis 10. Juli im Gmünder Remspark aufgeführt wird. In edlem Gewand, mit Ornamenten bestückt gehört sie zum adligen Gefolge beim Hoffest Barbarossas - das ist die Szene neun. „Wir huldigen darin dem Kaiser und gehen in Richtung seines Thrones“, erklärt Helga Steiner ihre Aufgabe. In der letzten Szene mit der Nummer 17 ist sie abermals auf der Bühne zu sehen - beim großen Finale mit Stauferkaiser Henrich VI. - eine Massenszene mit allen möglichen Zünften, Bettlern und Leprakranken. „Wir dürfen da nicht nur rumstehen, sondern müssen uns unterhalten, aber lautlos“, erklärt die 83-Jährige. „Sich unterhalten, aber nichts sagen - ganz schön schwierig, aber machbar“, meint sie lachend.
Eine Sprechrolle hat die Rentnerin bei den „Momenten der Staufersaga“ nicht. Deshalb blickt die Gmünderin ganz entspannt auf die kommenden Tage. Es werde zwar anstrengend, weil viele Proben und die insgesamt vier Aufführungen anstehen. Aber: „Aufgeregt bin ich nicht, die Freude auf die große Gemeinschaft überwiegt.“

Seit 2010 ist Helga Steiner schon beim Gmünder Verein Staufersaga dabei. Sie ist Gründungsmitglied der Gewandmeisterei, hat als Hobbyschneiderin schon viele Gewänder genäht, ausgebessert, verlängert, gekürzt und aufgehübscht. Jede Woche habe sie sich mit ihren Damen getroffen, um in der Gewandmeisterei zu schaffen. Bei den Aufführungen der Staufersaga in den Jahren 2012 und 2016 stand sie bereits als Edelfrau auf der Bühne. Dazwischen, beim Theaterstück „Gaude munde Gamundia“ im Rahmen der Landesgartenschau, hatte sie eine kleine Sprechrolle als Marktfrau. 2020 kam dann Corona und machte allen Aktivitäten des Vereins einen Strich durch die Rechnung. Deshalb freut sich die 83-Jährige nun besonders auf die wöchentlichen Treffen mit den anderen Damen der Gewandmeisterei. Immer wieder sehe sie bei den Proben fürs Theaterstück alte Bekannte - Wiederholungstäter wie sie, die schon bei vergangenen Aufführungen mitgewirkt hatten. 

Die Proben starteten für sie Anfang Mai, sie dauern jeweils zwischen zwei und vier Stunden. Eine lange Zeit, denn die Gewänder sind zum Teil schwer und dick. Für Helga Steiner ist das aber kein Problem. Die 83-Jährige ist topfit, fährt so gut wie alle Wege mit dem Fahrrad und hat immer etwas zu tun. In der nächsten Woche gehe dann halt außer den Staufertagen nicht viel mehr. Ihre Hobbys wie die Gartenarbeit und Sport im Fitnessstudio und ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten stelle sie für diese Zeit einfach mal hinten an.

„Wir hoffen, dass es nicht zu heiß wird, aber vor allem, dass es nicht regnet“, sagt sie mit Blick auf die Aufführungen. Gewanden müssen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler übrigens gegenseitig, weil die Gewänder im Rücken oft mit Häkchen verschlossen werden müssen, manchmal seien es um die 30 Häkchen in doppelter Reihe. „Das geht alleine gar nicht.“

Die Europäischen Staufertage in Gmünd

Das Programm: Von Donnerstag bis Sonntag, 6. bis 10. Juli, können Besucher die Europäischen Staufertage in Schwäbisch Gmünd erleben. Darin eingebettet sind vier Aufführungen des Theaterstückes „Momente der Staufersaga“ im Gmünder Remspark. Am Freitag, 8. Juli, gibt es einen Städtepartnerschaftsabend um 18.30 Uhr auf der Remspark-Bühne. Am Sonntag 10. Juli, ist ein Abschlussgottesdienst um 10.30 Uhr im Heilig-Kreuz-Münster in Gmünd geplant. Alle weiteren Informationen gibt es unter www.staufersaga.de.

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