Eine neue Bäderdiskussion - in die Fraktionen hineingehorcht

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Die Stadträte geben einer Sanierung des Bades in der Goethestraße den Vorzug, wollen aber vor einer Entscheidung mehr Informationen. 

Schwäbisch Gmünd

Oberbürgermeister Richard Arnold und Stadtkämmerer René Bantel haben die Diskussion bei der Pressekonferenz zum Haushalt 2022/23 angestoßen. Beim Hallenbad müsse entschieden werden, wohin die Reise gehe, hatte Bantel gesagt. „Wir beginnen einen neuen politischen Prozess“, hatte Arnold ergänzt, auch aufgrund steigender Energiekosten. Der OB hatte dabei angekündigt, zunächst in den Rat hineinhorchen zu wollen.

Diese Sätze haben mehrere Stadträte überrascht. Hatte sich Gmünd doch im Sommer 2019 nach langer Diskussion von einem neuen Hallenbad verabschiedet und danach beschlossen, das bestehende in der Goethestraße zu sanieren. Dieses halte noch Jahre, hatte damals Bürgermeister Dr. Joachim Bläse gesagt und zwischen 10 und 16 Millionen Euro für die Sanierung genannt. Dafür hat der Bund im Frühjahr 2021 2,5 Millionen Euro Fördermittel zugesagt. Von Gewicht war 2019 auch, dass das Regierungspräsidium der Stadt weder einen Kredit für ein neues kommunales Bad bewilligte noch der Übernahme einer Bürgschaft für ein Investorenbad zustimmte. Gmünds Ratsfraktionen wollen dieses neu angestoßene Thema zunächst gründlich diskutieren. Dies auf der Basis von Infos und Daten, die ihnen bislang noch fehlen. Solchen wie die steigenden Energiekosten. Einige erste Sätze aber sagten die Sprecher der Fraktionen. Für seine Fraktion stünden andere Themen im Vordergrund, sagte Alfred Baumhauer (CDU), zuallererst die „Transformation der Wirtschaft“ und der „Florian“. Die CDU bedauere jedoch, dass 2019 „keine belastbaren Zahlen und Daten“ zu einer privaten Partnerschaft, einem Bad mit einem Investor also, vorlagen. Die CDU halte an der Sanierung des jetzigen Bades fest, „solange wir keine finanzierbare Möglichkeit für einen Neubau sehen“. Die Sanierung sei dringend, Mittel geplant, Fördergelder beantragt.

Müssen entscheiden, wohin die Reise geht.“

Stadtkämmerer René Bantel


Eine Diskussion begrüßte Gabriel Baum (B 90 / Die Grünen). Allerdings keine über einen Neubau. Für Baum hat die Sanierung des Bades in der Goethestraße Priorität - mit einem klaren Akzent auf einer energetischen Sanierung. Damit wiederum sollen Energiekosten eingespart werden, zumal Gmünd 2035 klimaneutral sein wolle.

Eine energetische Sanierung des Bades steht auch für Sigrid Heusel (SPD) im Vordergrund. Diese sei dringend, und da sei schon viel Zeit verloren worden. Heusel bezieht diesen Zeitverlust auch auf die Frage, ob eine solche Sanierung an diesem Standort durchführbar ist.

Seine Fraktion begrüße, dass das Thema „wieder an Fahrt aufnimmt“, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). Zum einen der steigenden Energiepreise wegen, zum anderen, weil das Hallenbad in der Goethestraße „energetisch in einem schlechten Zustand“ sei. Die Fraktion könne sich deshalb zurzeit nicht festlegen, ob eine Sanierung der richtige Schritt sei. Nach wie vor habe sie „große Sympathien für ein Kombibad im Schießtal“. In jedem Fall steht für die Linke fest, dass „das Bad in kommunaler Hand bleiben muss“.

Für Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) kommt die Diskussion „zur Unzeit“. Die Stadt habe dafür keine Mittel und „viele andere Aufgaben“, sagte er. Die Sanierung des Bades müsse weitergehen. So sieht dies auch Karin Rauscher (FWF). Die Diskussion sei verfrüht. Die Räte bräuchten nun Informationen. „Gegenwärtig schlechterdings unrealistisch“, sagte Dr. Peter Vatheuer (FDP/FW). Auch ohne Hallenbad steuere Gmünd auf eine Rekordverschuldung zu. Zurzeit bleibe nur die „Ertüchtigung des jetzigen Bades“.

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Energie ist „eine der größten Positionen“ in der Kostenplanung des Hallenbades. Dieser könnten die Stadtwerke nicht entgegen wirken, sagt die Sprecherin der Stadtwerke, Hanna Ostertag. Die Energiekosten hätten sich im Hallenbad von 2020 auf 2021 um insgesamt 36,88 Prozent erhöht. Aktuell planen die Stadtwerke für 2022 mit Energiekosten von 690 000 Euro und einer Erhöhung von 67,48 Prozent verglichen mit dem Vorjahr 2021.

Die Bäderbetriebe haben sich vorausschauend bereits für 2023 eingedeckt und können deshalb 2023 die Energiekosten stabil halten. Danach gehen sie „davon aus, dass die Energiekosten weiter steigen werden“.

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