Eine Schule, die die Stadt besonders im Blick hat

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Vier dürfen gleichzeitig drauf auf die neue Nestschaukel. Mit den Schülerinnen und Schülern freuen sich Bürgeermeister Christian Baron (links der Schaukel), Rektorin Bärbel Schlienz (r.) und Schulamtsleuiter Klaus Arnholdt (links neben Baron).
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An der Grundschule Hardt ist der neue Pausenhof eröffnet worden. Bürgermeister Christian Baron kündigt weitere Schritte zur Stärkung der Schule an.

Schwäbisch Gmünd

Nezahat steht am Mikrofon und erzählt vor mehr als 100 Menschen, wie das ist mit den neuen Spielgeräten auf dem Pausenhof. Die Drittklässlerin, die sicher und selbstbewusst ihre kurze Rede hält, hat am Freitag zusammen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ihren neu gestalteten Schulhof eröffnet.

Es ist nicht nur ein Pausenhof mit Trampolin und Nestschaukel, es ist ein politisches Signal. „Die Stadt steht zu hundert Prozent hinter der Grundschule Hardt“, sagt Bürgermeister Christian Baron, der nach Nezahat dran ist. Hinter der Grundschule stehen heißt: Etwas zu ihrer Stärkung tun. Beim verschönerten Pausenhof soll es nicht bleiben: „Wir werden in den nächsten Monaten noch andere Dinge unternehmen“, verspricht der Bürgermeister. Die Schule bleibe im Blick. „Das ist ein immerwährender Prozess, das hört nicht einfach auf. Wir wollen unsere Versprechen einhalten“, so Baron. Auch personell soll die Ausstattung der Schule weiter verbessert werden.

Stärkung und Schwächung

Es ist eine Stärkung nach einer vorausgegangenen Schwächung. Also solche wirkt sich die Schulbezirksänderung aus, die der Gemeinderat für 2023 in Bettringen beschlossen hat: Die Grundschule Hardt wird nur noch einzügig, und das bei einem hohen und weiter steigenden Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund. Einzügig bedeutet in der Folge: Die Klassengröße nimmt zu, mehr Schüler pro Lehrerin machen es schwerer, einzelne Kinder und ihr Potenzial zu fördern.

Nun also die Stärkung: Nach Jahren, in denen ihre Schule „in der Vergessenheit“ gewesen sei, bekomme sie nun „viel Unterstützung des Schulträgers“, sagt Rektorin Bärbel Schlienz. Die kann die Schule auch brauchen. „Wir haben ein super Kollegium, hier läuft viel, und in den Kindern steckt Potenzial“, betont Bärbel Schlienz. Aber das müsse man auch fördern können. „Und dazu braucht es Leute.“

Sozialarbeit der Viertklässler

An Bewegungsförderung fehlt es neuerdings nicht, wie die Kinder der Hardtschule an ihren neuen Geräten zeigen. Bewegung zeigen auch die Erstklässler, die Tanzgruppe und die Gruppe für „Body Percussion“, die bei der Einweihung des Schulhofs Tänze aufführen.

An der neuen Nestschaukel, an der manchmal Gedrängel herrscht, weil mehr Kinder schaukeln wollen als draufpassen, gibt es eine besondere Art von Schulsozialarbeitern: Dort haben die Viertklässler den Job übernommen, nie mehr als vier Mitschüler gleichzeitig auf die Schaukel zu lassen.

Die Aufwertung des Schulhofs hat nicht nur neue Ausstattung zum Hüpfen und Schaukeln gebracht, sondern, wenn es gut läuft, bald etwas zum Essen: Zwölf Spalierobstbäume sind an der Südseite der Schule gepflanzt worden, sechs Apfel- und sechs Birnbäume. „Das passt sehr gut zu unserem Naturprofil“, freut sich Rektorin Bärbel Schlienz.

Das ist schön nach Jahren der Vergessenheit.“

Rektorin Bärbel Schlienz,, über die Förderung ihrer Schule

Die Natur-AG: erst geärgert, dann prämiert

  • Es ist nur ein Beispiel dafür, was an der Schule läuft, aber eines, das kürzlich prämiert worden ist: „die Natur erleben AG“ an der Grundschule Hardt, die vom Jugendtreff Hardt betreut wird. Seit zehn Jahren schon gibt es die AG an der Schule mit dem Naturprofil. Im vergangenen Jahr haben die Schülerinnen und Schüler der Klassen drei und vier die Natur beobachtet, zum Beispiel, was sich im Wald neben der Schule verändert im Laufe der Jahreszeiten. Und sie haben sich geärgert: darüber, dass sie montags zur Schule kommen und ihr Schulhof übers Wochenende vermüllt worden ist. Also haben sie Stelen gebastelt, um das zu dokumentieren und Aktionen gestartet, um die Anwohner fürs Thema zu sensibilisieren. Dafür ist die AG nun beim Nachhaltigkeitspreis des Stadtjugendrings ausgezeichnet worden.

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