Eine Stadt geht zur Vorsorgeuntersuchung

+
Hochwassergefahr durch Starkregen
  • schließen

Schwäbisch Gmünd und mögliche Starkregen-Ereignisse: Welche Pläne es gibt, was Hauseigentümer bei sich zuhause verbessern können.

Schwäbisch Gmünd

Was tut Gmünd für besseren Schutz vor Starkregen? Was können Hausbesitzer und -bewohner tun? Und an welchen Stellen in Gmünd muss man ansetzen? Ein Überblick.

„Man braucht eine Art Instrumentenkoffer“, sagt Gerhard Hackner, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung in Gmünd. Es ist ein Grundgedanke: Die eine, die zwei Paradelösungen gibt es nicht. Es muss vieles zusammen kommen und ineinander greifen: größere städtische Bauprojekte, kleine Vorsorgemaßnahmen an einzelnen Gebäuden, „Steckbriefe von gefährdeten Einrichtungen wie etwa Pflegeheimen“ nennt Hackner zudem. Zu den Instrumenten gehören auch eine gute Vorbereitung der Feuerwehr sowie Pläne für die Alarmierung – am besten wohl durch ein Warnsystem, das aus einer Mischung aus analoger und digitaler Technik besteht (GT vom 30. Juli: „Der Abbau der Sirenen war ein großer Fehler“). Grundgedanke Nummer zwei: Man ist nie fertig, auch weil man immer wieder Erkenntnisse gewinnt. „Wir versuchen aus den Extrem-Ereignissen 2016 und 2021 Lehren zu ziehen, das ist selbstverständlich“, sagt Hackner, „wir haben uns gesagt: Aus jedem Extremereignis musst du ja lernen.“ Das große Vorausdenken ist im Gang. Für das Taubental denkt Baubürgermeister Julius Mihm an den Bau eines Erdwalls,um eine Art von Auffangbecken im Fall von Starkregen zu haben. Die Planung soll noch umfassender werden. „Im Moment werden die nächsten möglichen Schritte erarbeitet“, so Hackner. Ende September soll es im Bauausschuss das Gmünder Gemeinderats darum gehen, „was an konkreten Maßnahmen zu tun ist, das arbeiten wir im Tiefbauamt gerade aus.“

Taubental, Becherlehen, Schießtal Neben dem Taubental wird auch das Becherlehen unter die Lupe genommen. „Auch das Schießtal, in dem der Tennisverein schon mehrfach betroffen war, gehört zu den Gebieten, die man in den Blick nehmen muss“, so Hackner. Er zählt auch tief liegende Areale in der Innenstadt dazu, etwa in der nähe von Hanglagen, die Starkregenkarte, die auf der städtischen Homepage bereit steht, gibt einen Überblick. Die Karte gibt es, weil Gmünd nach dem 2016-Hochwasser sich an der Untersuchung „Resi-Extrem“ beteiligt hat, Resi steht für Resilienz, das ist die Fähigkeit, schwierige Lagen widerstandsfähig zu überstehen. „damit haben wir schon eine gute Grundlage erarbeitet, das haben nur wenige Städte“, sagt Hackner.

Kleine Dinge, die wirken

Neben dem großen Besteck, das kommunale Planer zur Hand nehmen, geht es auch um Prävention im Detail, bei jedem Einzelnen, der in gefährdeten Lagen wohnt. Hackner nennt solche kleinen Dinge, mit denen man die Vorsorge verbessern kann: „Habe ich Rückstauklappen eingebaut? Ist vielleicht ein Lichtschacht zu tief? Kann ich an meiner Hofeinfahrt einen Sockel schaffen? Da reichen manchmal schon kleine Aufkantungen, dass das Wasser nicht reinläuft. Mit solchen Maßnahmen könne man sich mit kleinem Aufwand schon besser schützen, so Hackner. „Es sind kleine Dinge, aber sie sind wirksam.“

Wenn Neubaugebiete geplant werden, läuft die Prävention schon von Beginn an, damit sich weniger Oberflächenwasser sammelt. „Vorbeugende Maßnahmen stehen in den Bebauungsplänen, das sind Zisternen, Dachbegrünung, die Vermeidung von Oberflächenversiegelung, indem man wasserdurchlässige Pflasterung hat.“ Auch die Landwirtschaft gehöre dazu: „Es macht einen Unterschied, ob ein Acker längs zum Hang oder quer bearbeitet wird - quer fließt das Wasser nicht so schnell ab.“ Wichtig sei auch, „dass Waldbesitzer ihre Holzlager nicht so anlegen, dass es weggeschwemmt werden kann und im schlimmsten Fall Regen-Abflüsse verstopft“.

Bei der Starkregen-Vorbeugung lässt sich eines über die Zukunft gut voraussagen: Das Thema wird bleiben als Dauerthema: „Das ist etwas Dynamisches, das sich ständig weiterentwickeln muss“, betont Gerhard Hackner. Und man muss sich bewusst sein, dass alle Vorsorge ihre Grenzen hat: „Man muss sich gut aufstellen, aber es gibt nicht hundertprozentige Sicherheit.“

Aus jedem Extremereignis musst du ja lernen.“

Gerhard Hackner ,, Amt für Stadtentwicklung
  • Tipp: Wo sich Bürger Rat und Infos holen können
  • Die Starkregengefahrenkarte auf der Homepage der Stadt Gmünd findet man unter den Menüpunkten „Leben in Gmünd“, dann „Energie, Klima, Umwelt“/“Starkregen und Hochwasser“/“Gefahrenkarten“
  • Bürger, die Fragen zur Gefahrenkarte haben oder sich Tipps wünschen zu möglichen Präventions-Maßnahmen bei ihnen zuhause, können unter 07171-603-6610 beim Tiefbauamt anfragen, empfiehlt Joachim von Streit, der Hochwasser-Experte der Stadtverwaltung.
Hochwassergefahr durch Starkregen
Hochwassergefahr durch Starkregen
Hochwassergefahr durch Starkregen
Hochwassergefahr durch Starkregen
Hochwassergefahr durch Starkregen

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare