Eine Theaterschule für Schwäbisch Gmünd?

+
Die Theaterszene in Schwäbisch Gmünd soll eine Stärkung erhalten. Die Verwaltung denkt über einen Stadt-Theaterlehrer nach. Im Bild eine Szene der Staufersaga-Darsteller.
  • schließen

Noch wird hinter den Kulissen über ein „Bürgertheater“ und einen Stadt-Theaterlehrer nachgedacht.

Schwäbisch Gmünd

Die Theaterszene ist in Schwäbisch Gmünd an vielen Orten zuhause. Gmünder Bühne, Kolping-Musiktheater, Verein Staufersaga, Südstadt-Theater und die Schulen pflegen diese Kultursparte. Jetzt denken die Stadt Schwäbisch Gmünd, der Arbeitskreis Kultur und Interessierte aus Theaterkreisen über ein neues Projekt nach. Inzwischen laufen erste Gespräche mit den Gruppierungen und Organisationen. Ziel soll die Einrichtung eines Bürgertheaters sein, das für alle Interessierte offen ist. Die Theaterwerkstatt soll dabei eine zentrale Rolle spielen.

Aus Kreisen der Verwaltung kommt die Überlegung, nicht nur unterschiedliche Gruppierungen zusammenzuführen, sondern möglichst alle Altersklassen am neuen Projekt zu beteiligen. Ob 2023 damit gestartet werden kann, ist noch offen.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Kultur, Dr. Rudolf Böhmler, hält das für „interessante Überlegungen, die nun konzeptionell weiterentwickelt werden müssen“. Auf dem Gebiet Theater könne Schwäbisch Gmünd noch zulegen. Es gebe aber aus der jüngeren Vergangenheit entsprechende Grundlagen. Etwa die Gmünder Bühne, 1980 von Ernst Kittel und Karl Eberle ins Leben gerufen. Initiator war schon damals der Arbeitskreis Kultur, der in Schwäbisch Gmünd wieder ein eigenes Ensemble schaffen wollte. In mehr als vier Jahrzehnten erlebten Theaterfreunde Inszenierungen, auch unter freiem Himmel im Spitalhof oder Augustinerhof.

Die neue Initiative zielt unter anderem darauf ab, junge Leute fürs Theater, für ein ständiges Ensemble, zu begeistern. Diskutiert wird, in welcher Form bestehende Theatergruppen mitwirken können. Ziel könnte ein ehrenamtliches Theater sein, mit Sitz in der Theaterwerkstatt und mit einem ganzjährigen Engagement. Oberbürgermeister Richard Arnold strebt offenbar an, die Spitze professionell zu besetzen. Ähnlich einer Stadt-Sportlehrerin oder einem Stadt-Sportlehrer denkt man über eine Theaterlehrerin oder einen Theaterlehrer nach. Finanzieren müsste das die Stadt nicht allein, dafür sollen Zuschüsse genutzt werden.

Nachwuchs professionell schulen

Eine Entwicklung, die man im Verein Theaterwerkstatt gerne sieht. Regina Münsinger sieht die Sache positiv, „wir sind aufgeschlossen und gerne mit dabei“. Allerdings befinde man sich am Anfang einer Diskussion um die Zukunft im Bereich Theater. Details dazu kenne man noch nicht. Dr. Rudolf Böhmler sieht in Schwäbisch Gmünd genug talentierte Leute, ein solches „Bürgertheater“ zu führen. Er hält es für wichtig, wie bei der Musikschule oder der seit bald zehn Jahren existierenden Jugendkunstschule den Nachwuchs professionell zu schulen. Workshops und Theaterunterricht für diese Altersgruppe sind deshalb ein Thema. Außerdem könne so die Theaterwerkstatt deutlich mehr genutzt werden, nicht nur für die vom Verein Theaterwerkstatt organisierten Gastspiele in der Saison.

Nach der Sommerpause werden die Gespräche fortgesetzt. Unter den Beteiligten sollen auch schon Namen genannt worden sein. Unter anderem könnten erfahrene Theaterleute wie Pat Müller und Gerburg Maria Müller eine Rolle spielen. Auch die Form der Trägerschaft wird diskutiert. Die Musikschule ist in Schwäbisch Gmünd an die Stadtverwaltung und das Kulturbüro angebunden. Die Jugendkunstschule läuft als Abteilung der Volkshochschule.

Theater in der Nachbarschaft

Das Theater der Stadt Aalen macht unter dem Titel „Spielclubs“ Angebote für Theater-Interessierte zwischen 9 und 18, aber auch  für Erwachsene. Grundlage ist unter anderem eine regelmäßige und verbindliche Teilnahme an den Proben. Die finden ab Mitte Oktober 2022 wöchentlich statt. Im Angebot sind auch  Rhetorikworkshops in Zusammenarbeit mit der Hochschule.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare