Einhorn für die Nachwuchskünstler

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Dieser Standartenaufsatz von Albert Holbein fasziniert Lobna Hajek, hier im Bild mit Gerburg Maria Müller.

Talent-Campus der Jugendkunstschule führt in die Ausstellung "The Last Unicorn". Junge Leute erleben das Einhorn in der Kunst und greifen selbst zum Zeichenstift.

Schwäbisch Gmünd

Warum ist das Einhorn seit 1277 im Wappen Schwäbisch Gmünds? Eine von vielen Fragen, die junge Teilnehmer des Talent-Campus der Jugendkunstschule an Oberbürgermeister Richard Arnold richten. Vielleicht, weil die Gmünder geheimnisvoll und etwas Besonderes waren, so das Stadtoberhaupt. Die andere Möglichkeit: Es stammt aus dem Wappen einer kaiserlichen Familie. In der Tat gibt es nur Vermutungen, woher das Einhorn als Wappentier für die Stadt stammt und wer es geschaffen hat.

Sicher ist: Die 25 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren sind beim Ferienworkshop "MeinHorn, DeinHorn, EinHorn" gefordert. Finden im Stadtarchiv Bezüge zum Wappentier, sehen sich in der Ausstellung des Vereins Staufersaga im Fünfknopfturm um und tauchen im Museum in die Ausstellung "The Last Unicorn" ein. Vier Tage lang dreht sich alles um dieses Thema. An diesem Donnerstag präsentieren die Kinder den Eltern ihre Erlebnisse.

Im Prediger führt sie Museumsleiter Dr. Max Tillmann erst einmal in den Shop, zeigt ihnen Plüsch-Einhorn und Plüsch-Narwal und konfrontiert sie mit der langen Geschichte des Museums, des Predigers und vor allem des Stadtwappens. Die erste Aufgabe in der Ausstellung erfüllen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer perfekt: Sie finden genau neun Kunstwerke, die eines oder mehrere Einhörner zeigen. Karolina Kessler, von der Jugendkunstschule für dieses Ferienprojekt engagiert, führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Geschichte "Das letzte Einhorn" ein, bringt die Hintergrundfarben der Räume mit der Geschichte des letzten Einhorns in Verbindung. Und schon gibt's Papier und Stift für den nächsten Schritt: alle malen ihr Lieblingsobjekt in der Ausstellung. Tamara Simm (13) ist Schülerin der Adalbert-Stifter-Realschule und schätzt den "Rainbow Panther", eine Porzellan-Skulptur aus dem Atelier Meissen von Otto Drögsler. Rasch hat sie die Umrisse auf dem Papier, "aber das ist wirklich schwierig zu malen", sagt sie. Valentino Klajic zaubert in wenigen Minuten "Die Nymphe der Urachquelle" von Emanuel Leutze aufs Papier. Er malt mit Begeisterung, schätzt das auch in seiner Schule in Waldstetten.

Unterhaltung und Bildung trifft beim Talent-Campus aufeinander, sagt Gerburg Maria Müller von der Leitung der Jugendkunstschule. Das Angebot war rasch ausgebucht, "weil es in diesem Sommer ja kaum Ganztagsprogramme für Kinder gibt". Für viele Kinder ist es auch Ersatz für eine Urlaubsfahrt, die im Corona-Jahr oft ausfällt. Weil der Talent-Campus staatlich gefördert wird, können die Kinder gratis teilnehmen. Das Bundesbildungsministerium unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Projekts "Kultur macht stark". Mit jeweils 8000 Euro können die Kosten gedeckt werden, darin enthalten auch das Engagement zusätzlicher Kräfte. Wer jetzt leer ausgegangen ist, kann sich für den zweiten Talent-Campus anmelden, der vom 7. bis 10 September über die Bühne gehen wird. Noch gibt es dafür einige freie Plätze.

Das ist wirklich schwierig zu malen.

Workshop-Teilnehmerin

Völlig frei in der Fragestellung ist die Begegnung mit Oberbürgermeister Richard Arnold. Da interessiert nicht nur das Einhorn. Schon mehr, ob der Rathauschef Urlaub machen kann, wann immer er will, ob er Kontakt zu Bundeskanzlerin Angela Merkel hat und was er von der Politik Trumps hält.

Anmelden für den nächsten Talent-Campus unter info@gmuender-vhs.de.

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