Einigung bei Bosch AS

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Am Standort Schwäbisch Gmünd arbeiten aktuell rund 4700 Menschen.
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Der Konzern verkleinert den Standort, verzichtet aber bis 2026 auf betriebsbedingte Kündigungen – und will in Schwäbisch Gmünd mehr als 300 Millionen Euro investieren.

Schwäbisch Gmünd

Bei den Verhandlungen um den geplanten Stellenabbau bei Bosch Automotive Steering in Schwäbisch Gmünd gibt es einen Kompromiss. Die Zahl der Beschäftigten soll bis zum Jahr 2026 formal auf 2850 sinken. Beide Parteien haben sich aber das Ziel gesetzt, dann 3000 Mitarbeiter am Standort zu beschäftigen. Bis 2026 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Zudem wird Bosch AS am Standort investieren. Die Komplettverlagerung der Produktion ins ungarische Maklar ist vom Tisch.

"Dieser Kompromiss bedeutet für die Beschäftigten sechs Jahre Sicherheit", erklärt Roland Hamm von der IG Metall. Die Zahl der 2850 Mitarbeiter sei "definitiv abgesichert".

Ursprünglich wollte Bosch den Standort bis 2026 auf rund 2500 Mitarbeiter zusammenstreichen. Der Abbau von mehr als 1500 Beschäftigten in den kommenden sechs Jahren soll "sozialverträglich" ablaufen, heißt: über Altersteilzeit, Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. "Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ist von größter Bedeutung für unsere Beschäftigten. Er gibt ihnen Sicherheit für die Zukunft", so Betriebsratschef Alessandro Lieb.

"Wir haben vieles erreicht, wenn auch nicht alles", so Andrea Sicker, Erste Bevollmächtigte der IG Metall. Stefan Grosch, Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor, erklärt: "Ich bin froh, dass wir uns auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben und nun den Mitarbeitern eine klare Perspektive aufzeigen können. Damit wird deutlich, dass wir uns zum Standort und zum Produktionswerk in Schwäbisch Gmünd bekennen." Auch Lieb ist erleichtert: "Mit diesem Eckpunktepapier ist es uns gelungen, eine nachhaltige Perspektive für den Standort zu schaffen." Ebenso wichtig für die Arbeitnehmer sei das "Bekenntnis von Bosch zum Standort Gmünd". Die Vereinbarung sei für die Beschäftigten eine "Trendwende", glaubt Hamm. Bosch AS hat zugesichert, in den kommenden Jahren rund 350 Millionen Euro in Gmünd zu investieren. "Der Glaube an die Zukunftsfähigkeit des Standorts ist zurück", erklärt Hamm.

Dieser Kompromiss bedeutet Sicherheit.

Roland Hamm, IG Metall

Bosch plant Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte, Fertigungstechnologien sowie den Ausbau der Digitalisierung oder die Softwareentwicklung. Sogenannte Zukunftsprodukte sollen federführend in Gmünd entwickelt werden und auch am Standort produziert werden.

Noch vor wenigen Wochen hatte Bosch AS angekündigt, wegen den Auswirkungen der Corona-Pandemie weitere Einsparungen zu planen, sogar ein weiterer Stellenabbau stand zur Diskussion. Letzterer ist vom Tisch. Den pandemiebedingten Einbruch der Nachfrage will das Unternehmen durch verschiedene "Personalkostensenkungen" kompensieren. Dazu gehört unter anderem das Instrument der Kurzarbeit. Auch die von Gewerkschaft und Betriebsrat befürchteten Kürzungen von Weihnachts- oder Urlaubsgeld sind vom Tisch.

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