Endlich wieder bummeln

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In der Innenstadt ist am Tag der Wiedereröffnung der Geschäfte einiges los. Der Laden Meila bleibt geschlossen. Für WMF gibt es einen Nachfolger.

Schwäbisch Gmünd

So voll ist die Stadt sonst nur samstags: Viele Leute nutzen gleich den ersten Tag, an dem die Geschäfte wieder öffnen dürfen, für einen Einkaufsbummel. "Ich genieße es, mal wieder völlig zielunorientiert unterwegs zu sein", erzählt eine 59-jährige Leinzellerin, während sie schaut, welche Mode bei Casa Nueve auf den Kleiderständern hängt. "Ich liebe diese Stadt", sagt sie über Schwäbisch Gmünd. Sie habe lange auf den Tag gewartet, hier einfach mal wieder bummeln zu dürfen. Wie ihr geht es am Montag vielen, weiß Christiane Losert, Inhaberin von Casa Nueve in der Postgasse. Seit 9 Uhr sei permanent was los. Die Leute seien rücksichtsvoll, fragten an der Tür, ob sie reinkommen dürfen oder ob die Zahl der zulässigen Kunden bereits erreicht ist.

Im Leuze, dem Geschäft für Wohn-Accessoires in der Bocksgasse, stehen draußen 18 Einkaufskörbe und ein Schild mit der Bitte, jeder Kunde möge sich einen nehmen. Sind alle weg, gilt es, vor dem Laden zu warten. Einmal ist das am Montagfrüh der Fall, erzählt Verkäuferin Serap Gazeloglu, ansonsten verteilen sich die Kunden den Tag über gut im Laden. Vor allem Osterdekoration, aber auch Haushaltsartikel seien gefragt.

Oster-, Geburtstags- sowie verspätete Weihnachtsgeschenke gehen bei Spielwaren Wiedmann in der Ledergasse über die Ladentheke. Zwei Jungs etwa hatten Geld zu Weihnachten bekommen, um sich was auszusuchen und bis jetzt gewartet, um ihre Lego-Kollektion aufzustocken, erzählt Mitarbeiterin Isabel Jakob. Diana Lukas und ihre beiden Kinder Jonathan und Carina entscheiden sich eher spontan, dass sie in dem Spielwarengeschäft einkaufen. Als sie sehen, dass in dem Laden kein großes Gedränge herrscht, gehen sie rein und freuen sich jetzt über Sägeholzblätter und Kinder-Kniffel. Wenn zu viel los gewesen wäre, hätte sie den Einkauf verschoben, sagt Diana Lukas. Doch so war es ein schönes Erlebnis, im Spielwarenladen zu stöbern.

Die Leute haben keine Lust mehr auf online, sie wollen das Einkaufserlebnis im Geschäft und sich beraten lassen, berichtet Gesa Maischatz, Filialleiterin im Wäscheladen Hunkemöller am Marktplatz. Entsprechend lange ist die Schlange dort zeitweise an der Kasse.

Beratung suchen auch die Kunden in der Buchhandlung Schmidt, erzählt Inhaberin Ulrike Schmidt-Huber. Viele Leute bestellten während des Lockdowns per Telefon, doch jetzt seien sie froh, wieder vor Ort stöbern zu können.

Beim Einkaufsbummel kommen am Montag auch einige bei Tele-Electric in der Bocksgasse vorbei. Kontinuierlich ist seit 9 Uhr viel los, berichtet Inhaber Thomas Stark. Die Leute kaufen Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen, auch mal kleinere Dinge. In den Monaten während der Corona-Schließung ging es den Kunden hingegen eher darum, sich auf Bestellung Ersatzgeräte liefern zu lassen, etwa für die Spülmaschine, die Waschmaschine oder den Kühlschrank.

Während mancherorts das Geschäft brummt, bleibt an der Ecke Postgasse/Marktplatz der Laden Meila am Montag dunkel. "Wir schließen ab sofort endgültig", ist im Schaufenster zu lesen.

Wehmut schwingt am ersten Öffnungstag auch bei WMF in der Postgasse mit: "Wir schließen", steht dort auf großen Schildern. Ende Juni ist Schluss, berichtet Filialleiterin Johanna Gross, die dort seit 21 Jahren arbeitet. Sie und die vier weiteren Mitarbeiter werden sich neue Arbeitsplätze suchen müssen. Mit Corona habe die Schließung nichts zu tun. WMF habe bereits vor zweieinhalb Jahren entschieden, den Mietvertrag nach insgesamt 25 Jahren nicht mehr zu verlängern, berichtet Hauseigentümer Robert Dinser. Nachfolger werde das Reformhaus Escher, das von der Kappelgasse umziehen wolle. Die Eröffnung sei für 1. August geplant.

Das Museum öffnet erst nächste Woche

Das Museum im Prediger hätte laut der Corona-Verordnung diese Woche öffnen dürfen. Doch die Dauerausstellung dort wird erst ab Dienstag, 16. März, zu sehen sein, erklärt Museumsleiter Dr. Max Tillmann. Denn bei den Arbeiten für den Brandschutz sei in der Abteilung Mittelalter viel Dreck angefallen. Diesen gelte es vor der Eröffnung zu beseitigen. Die nächste Sonderausstellung zeigt ab 25. April Werke von Diane Herzogin von Württemberg.

Die Galerie im Prediger wird frühestens Ende März eröffnen, kündigt Max Tillmann an.

Das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik hat am Sonntag, 28. März, Saisoneröffnung. jul

Hosen kauft man doch am besten vor Ort: hier bei Herrenmode Dieterich in der Schmiedgasse.

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