Im Blick

Erkenne dich selbst

+
Bernd Müller
  • schließen

Bernd Müller über den Kretschmannbesuch und einige Erkenntnisse.

Was bringt ein Politiker-Besuch? Was bringt’s, wenn Winfried Kretschmann auf einem Feld bei Bargau steht und in einer VR-Brille klimaneutrale Zukunftsprojekte anschaut?

Erkenntnisse: Die, dass Baden-Württemberg nicht mehr Platzhirsch der deutschen Industrieproduktion ist. Wenn er anders könnte, würde Kretschmann nicht erzählen, dass sein Land zuletzt bei großen Industrieansiedlungen das Rennen gegen Bundesländer im Norden verloren hat.

Dass man die Frage stellen muss: Warum? Dass eine Antwort heißt: Wir brauchen in Baden-Württemberg, auf der Ostalb, hier produzierten Strom. Weil viele in die CO2-freie-Zukunft planende Firmen genau das haben wollen. Und weil es zu lange dauert, bis neue Leitungen Windstrom aus der Nordsee herbringen können.

Dass wir uns selbst anstrengen müssen. Dass, zum Beispiel, sieben Jahre Genehmigungszeit für Windräder gar nicht gehen. Auch, dass wir uns selbst so gut wie möglich helfen müssen, mit Aspen, mit dem Einstieg in eine Wasserstoff-Wirtschaft, mit Stromproduktion. Leider auch die Erkenntnis, dass die Handlungsspielräume vor Ort manchmal zu klein sind. Dass ein ausgetüfteltes, teilweise von der EU kommendes Naturschutzregelwerk dringend hinterfragt werden muss.
Dass es engstirnig ist, jeden Vogel retten zu wollen, auch wenn Windräder eine Gefahr – eine unter vielen übrigens – für das Tier sein mögen. Als studiertem Biologen ist Winfried Kretschmann der Tierschutz bestimmt nicht egal. Aber da hat der grüne Ministerpräsident leider recht: „Wenn wir eine Erwärmung haben von zwei Grad, das ist die eigentliche Gefahr für den Artenreichtum.“

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare