Erst ZF, dann GOA, nun PFS?

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Die GOA ist ausgezogen und hat ihr Logo zurückgelassen - zieht hier bald das Pädagogische Fachseminar ein?
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Die Stadt Gmünd untersucht, ob das frühere ZF- und GOA-Gebäude in der  Graf-von-Soden-Straße das  Pädagogische Fachseminar aufnehmen kann.

Schwäbisch Gmünd

Es ist das einzige Gebäude in Gmünd, das an einer Seite auf zwei Stelzen gestützt ist, damit eine Güterlokomotive darunter durchpasst. Nun soll in die ehemalige ZF- und später GOA-Verwaltung in der Graf-von-Soden-Straße wieder Leben kommen: Die Stadt Gmünd, der das Gebäude seit 2020 gehört, verhandelt mit dem Land Baden-Württemberg als potenziellem Mieter. In den fünfstöckigen Bau könnte das Pädagogische Fachseminar einziehen, das bisher auf dem Hardt bei der Pädagogischen Hochschule (PH) angesiedelt ist. 

„Es ist eine Idee für eine mögliche Nutzung, aber damit sind wir ganz am Anfang“, sagt Markus Herrmann, der Pressesprecher der Stadt. Die Verwaltung sei aus diesem Grund in Gesprächen mit der Liegenschaftsverwaltung des Landes. „Es geht um die Fragen, wie die Flächen aussehen, wie sie nutzbar sind, was wir investieren müssen  - und beim Land geht es immer auch um den Preis.“ Preis meint Mietpreis, weil das Land solche Gebäude grundsätzlich mieten wolle, erzählt Herrmann. 

An der Fassade prangt noch ein meterhohes GOA-Logo, aber im Gebäude in der Graf-von-Soden-Straße 7 arbeitet niemand mehr von der GOA. Ende 2015 waren die Mitarbeiterinnen der Bereiche Abfallgebührenveranlagung und -einzug nach Mögglingen umgezogen, es blieb dort nur eine Verkaufsstelle für Restmüllsäcke und Biobeutel übrig. Seit Januar 2021 ist auch die geschlossen. 

Stadt hat das Gebäude gekauft

Die Stadt hat das Gebäude von der GOA gekauft, weil sie den Standort als Faktor in der Stadtentwicklung betrachtet. Das Pädagogische Fachseminar sieht Oberbürgermeister Richard Arnold als „für die Bildungsstadt Gmünd wichtige landesweite Einrichtung“. Nun geht es laut Stadtsprecher Herrmann darum, die „baulichen Möglichkeiten“ zu untersuchen. Von vier Millionen Euro, die Sanierung und Umbau kosten würden, war im Gemeinderat jüngst die Rede.

Das Gebäude mit einer nutzbaren Fläche von 3100 Quadratmetern, die Hälfte davon sind Büroflächen, ist 65 Jahre alt, es ist 1957 für die damalige ZF erbaut worden. Die Durchfahrt neben den beiden Stelzen war für eine Rangierlokomotive da, die in dieser Zeit Güter vom Bahnhof zu den Produktionshallen der ZF beförderte, die auf der Fläche des heutigen Toom-Baumarkts standen.

Abriss und Neubau der alten Verwaltungsgebäudes wären noch vor Jahren eine realistische Option gewesen, aber das gelte heute im Zeitalter der CO2-Einsparung nicht mehr, sagt Markus Hermann: „Es geht um graue Energie, vor allem in Form von Beton. Man muss sich heute überlegen, dass man ein Gebäude erhält, wenn es eine gute Grundsubstanz hat. Da sind wir als Stadt in der Pflicht, wir kümmern uns um die gesamte Klimabilanz als Stadt.“

Eine mögliche Ansiedlung des PFS sieht Herrmann auch unter diesem Aspekt positiv: „Es ist nahe an der Stadt, da geht es um kurze Wege und Verkehrsanbindungen  - das ist für uns als Stadt auch klima- und umweltrelevant.“

Man muss sich heute überlegen, dass man ein Gebäude erhält.“

Markus Herrmann,, Stadtsprecher

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