Eucharistiefeier: „Ist da jemand, der mich braucht?“

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Mitarbeiter und Klienten des Gmünder Werkhof Ost haben in der St.  Franziskuskirche eine Eucharistiefeier zu Ehren des heiligen Martin gestaltet.
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Eucharistiefeier mit dem Werkhof Ost als Dank für den Martinusmantel-Beistand.

Schwäbisch Gmünd. Mitarbeiter und Klienten des Gmünder Werkhof Ost haben in der St. Franziskuskirche eine Eucharistiefeier zu Ehren des heiligen Martin gestaltet.

Auch, weil die Aktion „Martinusmantel“ der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart mit Spendengeldern Projekte unterstützt, die zur Beschäftigung und Qualifizierung von Menschen dienen, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Die Aktion ist inspiriert durch den heiligen Martin von Tours, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Der Gmünder Werkhof Ost ist eine Arbeits- und Begegnungsstätte mit dem Ziel, Menschen mit besonderen Lebensumständen persönliche und berufliche Perspektiven zu eröffnen. Der Werkhof ist in den Jahren 2021/2022 in den Fokus der Aktion gerückt, Mitarbeiter, Klienten und Beschäftigte des Werkhofs zieren die diesjährigen Plakate und Flyer der Aktion.

„Gut eingeführter Sozialbetrieb“

In der Eucharistiefeier bescheinigte Diakon Benno Engel dem Werkhof Ost, ein „gut eingeführter Sozialbetrieb“ zu sein. Dekan Robert Kloker merkte in seiner Begrüßung an, die Mitgestaltung des Gottesdienstes zum „Namenstag des Schutzpatrons der Aktion“ sei als „Zeichen der Dankbarkeit“ für die Unterstützung durch den „Martinusmantel“ zu werten, die Aktion strebe im Sinne des Heiligen Martin danach, „einander Würde zu geben“ und achtsam miteinander umzugehen. Der Heilige Martin sei berühmt für die Mantelteilung, diese Geste beschäftige die Gläubigen heute noch.

Statt einer Lesung trugen die Beteiligten selbst entworfene Impulstexte vor, mit denen sie das Anliegen des Gottesdienstes zum Ausdruck bringen wollten und zeigten dadurch ihre Gesichter. Die Redner sagten etwa „wir sind nicht das Bild in euren Köpfen“ oder „wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen. Doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Geschwister zu leben“.

Der „bunte Chor“ aus Mitarbeitern und Beschäftigten sang den treffenden Titel „Ist da Jemand“, die Liedzeilen „ist da jemand der mich wirklich braucht, jemand der an mich glaubt“, spiegelte die Wünsche der Beteiligten wieder.

Der Diakon erinnerte in seiner Ansprache an die Taten des Martin von Tours, der dem Bettler nicht von oben herab, sondern „auf Augenhöhe“ begegnete, die Menschen gingen gerne auf Distanz, Martin aber habe „hingesehen und das Naheliegende erkannt“. Oft würden Ängste und Vorurteile den Kontakt unter den Menschen verhindern. Manchmal werde jeder Mensch zum Bettler, werde übergangen und verletzt dadurch halten die Menschen Ausschau nach Anderen die ihnen Zuspruch, Sicherheit und Ansprache geben, dies miteinander zu teilen mache den Menschen ganz. Der Bettler erhielt mit dem Mantel seine Würde und das „Menschsein“ zurück und Martin wurde „ganz zum Menschen“ da er erkannte was der andere benötigt.

Diese Ansprache konnte mit dem gemeinsamen Lied „Seite an Seite“ und der Liedzeile „denn das Größte, was wir können, ist Mensch zu sein“ untermauert. Diese Tat solle Anregung für die Gemeinschaft sein „ganz Mensch zu sein.

„Teilen macht reicher“

In den Fürbitten wurde für alle wohnungslosen Menschen gebetet, mögen sie ein schützendes Dach über den Kopf bekommen. Die Werkhofbeschäftigten erbaten sinnvolle Arbeit, die den Arbeitenden Würde und Wertschätzung gibt und um Gesundheit und die Freiheit des Geistes, statt an zerstörerische Suchtstoffe gebunden zu sein.

Zur Gabenbereitung bat Dekan Kloker darum, möge die Gemeinde das Teilen erlernen und erinnerte an Jesus Christus der immer ein Herz für die Armen und Schwachen hatte. „Teilen macht nicht ärmer, sondern reicher“. Andrea Rohrbach

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