Experiment mit Sand in den Schmiedgassen beendet

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Der „Strand“ zwischen den Schmiedgassen wurde entfernt.
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Der "Strand" mit Palmen und Strandkörben zwischen den Schmiedgassen wurde entfernt. Jetzt ist Künstlerisches mit "Street-Art" geplant.

Schwäbisch Gmünd. Das war's mit dem Strandfeeling unter Palmen in Strandkörben zwischen den Schmiedgassen: Die Stadt hat den Sand am Mittwoch nach rund einem Monat entfernen lassen. Keine allzu große Sache, meint Stadtsprecher Markus Herrmann auf Nachfrage. Schließlich sei das Projekt Schmiedgassen keines, das von jetzt auf gleich fertig umgesetzt werde. Vielmehr gehe es, wie Oberbürgermeister Richard Arnold auch deutlich gemacht habe, darum, etwas auszuprobieren und im Zweifel dann auch wieder rückgängig zu machen, nach dem Motto Versuch und Irrtum. "Das ist eine ganze neue Form der Stadtgestaltung", sagt Markus Herrmann. An der konkreten Stelle sei das Ziel, die Straße für den Verkehr dicht zu machen, nach wie vor aktuell. Aber eben mit anderen Mitteln.

Problematisch auf den Gehwegen

Der Sand habe sich vor allem für die Anlieger als problematisch erwiesen, auch für Fußgänger, die etwa mit Rollatoren auf den Gehwegen unterwegs waren. Genau das sei aber ja das Tolle an dieser Art, neue Ideen zu erproben, meint Herrmann. "Wir sind in ständigem Gespräch mit den Anliegern und bekommen Rückmeldungen, was funktioniert und was nicht." Der Sand habe an dieser Stelle eben nicht funktioniert. Nun will die Stadt eine neue Idee ausprobieren, gemeinsam mit dem Street-Art-Künstler Udo Schurr soll grafisch etwas ganz Neues entstehen.

Auch die vom OB bei einem Ortstermin Ende Juli ins spiel gebrachten "Brezel-Parkplätze" für einen kurzen Stopp beim Bäcker haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs am Mittwoch aufgebracht.

Sand hin, Sand weg, Strandkörbe hin, Strandkörbe weg: Geht das nicht ins Geld? Es handle sich hier um sehr überschaubare Kosten, so Herrmann, er gehe von ein paar Hundert Euro aus. Sand habe die Stadt ohnehin vorrätig und die Menge zwischen den Schmiedgassen sei, etwa im Vergleich zum Spielplatz auf dem Marktplatz, doch sehr gering. Man darf davon ausgehen, dass sich sich Schmiedgassen laufend verändern. „Das ist ein Experiment“, betonte OB Arnold beim Ortstermin Ende Juli. Stadtumbau brauche nicht immer eine 100-prozentige Planung oder viel Geld, so Arnold. „Der Wille, etwas zu verändern, und gute Ideen“ seien auch schon etwas, mit dem man viel anfangen könne. Ein Experiment, das in der Summe 50 000 Euro koste und dem der Gemeinderat einstimmig zustimmte.

  • Neue Verkehrsregeln kommen langsam an
  • Die Vordere Schmiedgasse ist für Individualverkehr grundsätzlich tabu. Laut Stadtsprecher Markus Herrmann hätten die allermeisten Verkehrsteilnehmen die neuen Regelungen mittlerweile verinnerlicht. Es gebe noch drei Gruppen, die nach wie so führen wie früher: Die Unbelehrbaren, die hoffen, nicht erwischt zu werden. Die Gewohnheitstiere, die es eben schon immer so gemacht haben. Und die von ihren Navis fehlgeleitete Fahrer von außerhalb. Im Vergleich zum Start habe sich die Situation jedoch deutlich entspannt. Die Stadt sei aber nach wie vor dran, stetig Dinge zu verbessern. Das Fußgängerzonen-Schild beim Modehaus Dieterich etwa sei ersetzt worden durch ein Durchfahrt-Verboten-Schild. "Das ist ein stärkeres Signal", sagt Herrmann. Mit gelben Wellen auf dem Boden soll den Autofahrern zudem signalisiert werden, hier beginnt der Bereich für Fußgänger und Radler. Diese optischen Signale soll auch die Street-Art geben. "Wir setzen das jetzt peu a peu um", so der Stadtsprecher. dav

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