Facettenreicher Jazz vor wenig Publikum

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Die fünfköpfige „Bilderband“ erntet für ihren fulminanten Auftritt in der Gmünder a.l.s.o. jede Menge Applaus.
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Die „Bilderband“ freut sich über den Auftritt in der a.l.s.o. und liefert ein fulminantes Konzert ab.

Schwäbisch Gmünd. Mit der Gruppe „Bilderband“ eröffneten das Sozialunternehmen a.l.s.o. und die Gmünder Jazzmission am Samstag gemeinsam eine neue Konzertreihe. „Das ist das zweite Konzert nach eineinhalb Jahren Dornröschenschlaf“, sagte der Vorsitzende der Jazzmission, Matthias Jung und betonte: „Dieses Konzert findet drinnen statt.“ In Corona-Zeiten keine Selbstverständlichkeit – aber die Temperaturen am Samstagabend ließen ein Konzert im Freien einfach nicht zu. Allerdings, so Jung weiter, könne man den Abstand aufgrund der wenigen Besucher ohne Weiteres auch drinnen gut einhalten.

Mit dem Song „Blinded“ eröffneten die Musiker Tobias Fronhöfer (Drums), Benedikt Jäckle (Saxofon), Lukas Hatzis (Kontrabass), Bjarne Sitzmann (Gitarre) und Antoine Spranger am Klavier ein fulminantes Konzert. „Klassischer“ Jazz wurde geboten – mit allen modernen Facetten des überaus vielseitigen Genres. Mal getragen und melodiös, um dann wieder nahezu in Dissonanzen ein dennoch ansprechendes Tonspektakel in höchste Höhen zu treiben. Im Lied „Black Hole“ zeigte sich sodann das ganze mögliche Spektrum einer erstaunlichen Instrumentenbeherrschung.

Für Gitarre und Saxofon geeignet war der anschließende „Folksong“ sowie der darauffolgende Titel „3/4“. Immer untermalt von Schlagzeug und Bass, die durchgängig den Ton vorgaben – gekonnt mal im Hintergrund und durchaus auch mal virtuos an der Front. Beim Song „Call it 2“ bekam Schlagzeuger Fronhöfer schließlich die Gelegenheit, sein außergewöhnliches Rhythmusgefühl einzusetzen. Aber auch Bass und Klavier nutzten die Gelegenheit zum gelungenen Zusammenspiel.

Ein wertvoller Ersatzmann

In „Cop of Tea“ schlug dann die Stunde des Bassisten, der in diesem Stück seine großen Fähigkeiten zur Geltung brachte. Auch Klavier und Saxofon trugen ihren Teil zum Gelingen bei.

Eine gewisse Kritik an heutigen Zuständen übte dann das Stück „Fake World“des Schlagzeugers. Sein Spiel und die großartige Gitarre entführten denn auch musikalisch in eine seltsam anmutende Welt. Mit großem Beifall belohnt dann der Übergang zu „Liskio Street“, das noch einmal alle fünf Musiker zu Höchstformauflaufen ließ. Und zum guten Schluss dann noch der „Song for Hanna“, in dem noch einmal Saxofon und Gitarre in ungewöhnlichen Tönen aufspielten. Erwähnt werden muss, dass Benedikt Jäckle am Saxofon, der für Daniel Buch eingesprungen war, durchaus keine Notbesetzung war. Sein tolles Spiel war eine wertvolle Mitwirkung, die auch besonderen Beifall fand – und verdiente.

Auch wenn das Konzert in der a.l.s.o. nur vor kleinem Publikum über die Bühne ging – die gute Stimmung und der Applaus entschädigten die „Bilderband“. Denn „wir sind einfach froh, wieder Musik machen zu können“, sagte Bassist Lukas Hatzis. Zumal das vergangene Jahr ein „einschneidendes schlimmes Erlebnis“ gewesen, das man so möglichst nicht mehr erleben wolle. „Gehen Sie auf Konzerte, so lange es nochmöglich ist“, blickte er etwas pessimistisch in die Zukunft. Harald Pröhl

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