Falls das Gas ausgeht: neue Öltanks fürs alte Hallenbad

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Abschiedstage mit viel Platz, aber Gänsehaut-Feeling: Das Gmünder Freibad ist noch am Samstag und Sonntag geöffnet, dann startet der Betrieb im Hallenbad.
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Drei Grad weniger im Sportbecken, aber ab Montag geöffnet: Im Hallenbad beginnt eine ungewisse Wintersaison. Freibad wieder auf Vor-Corona-Niveau.

Schwäbisch Gmünd

Im Freibad endet am Sonntag eine erfolgreiche Saison, im Hallenbad beginnt eine ungewisse: Wenn die „Gasmangellage“ eintritt, gehört das Hallenbad gehört zu den ersten Abschaltkandidaten in Gmünd. “Wenn kein Gas mehr da ist, braucht man kein Bad mehr betreiben, das steht sehr weit vorne auf der Abschaltliste“, hatte Stadtwerke-Sprecher Steffen König schon im Juni gesagt. An dieser Einschätzung habe sich nichts geändert, sagt Bäder-Betriebsleiter Thomas Vetter: „Es ist logisch, dass das Hallenbad davon früh betroffen wäre. So ist die Situation: Wir haben keine Sicherheit.“

Doch jetzt wird erstmal geöffnet, mit reduziertem Angebot und niedrigeren Wassertemperaturen: „Im Sportbecken gehen wir von 27 auf 24 Grad, im Lehr- und Nichtschwimmerbecken von 32 auf 29,5 Grad“, sagt Bäder-Betriebsleiter Thomas Vetter. Warmwasserbadetage und Sauna gibt es gar nicht.

Wie viel Energie damit eingespart werden kann in den kommenden Monaten, das lasse sich nicht vorhersagen oder berechnen, so Vetter. „Das hängt in hohem Maß von den Außentemperaturen ab.“ Fürs Bad gilt im Kleinen, was für Deutschland im Großen gilt: Wie gut oder auch nicht das Land in Sachen Gasverbrauch durch den Winter kommt, entscheidet sich vor allem daran, ob dieser kalt oder mild wird.

Geht im Notfall noch mehr im Gmünder Hallenbad, gibt es noch andere Einsparmöglichkeiten, bevor man ganz abschaltet? Der Bäder-Betriebsleiter macht da keine Hoffnung: „Wir sind am Ende der Fahnenstange. Irgendwann sind die Möglichkeiten erschöpft, irgendwann ist man in einem Bereich, dass man nichts mehr machen kann.“

Und was hieße Abschalten im Fall des Hallenbads? Auf jeden Fall nicht komplett abschalten, erklärt Vetter: „Wir haben auch im Sommer, wenn das Hallenbad geschlossen ist, einen Mimimalbetrieb, aber das bedeutet im Winter noch einmal etwas anderes.“ Ein komplette Abschaltung, bei der das Gebäude auskühlen würde, wollen die Bäderbetriebe nicht riskieren. „Stellen Sie sich ein 30 Jahre altes Auto vor, das sie ein halbes Jahr stilllegen …“, sagt Vetter und lässt die Antwort offen. Nichts Gutes auf alle Fälle, dessen ist sich der Bäderchef sicher.

Wie eine Ruhephase aussehen könnte mit Mindestheizbetrieb, damit vor allem bei Minustemperaturen keine Schäden entstehen, das haben die Stadtwerker schon geplant: „Wir sind darauf vorbereitet, eine Not-Energieversorgung zu machen.“ Wenn gar kein Gas mehr zur Verfügung steht fürs Hallenbad, werde mit Öl geheizt. Das hohe Alter des Hallenbads – es ist Anfang der 70er-Jahre eröffnet worden – hat nun einen Vorteil: Die Ölheizung von damals ist noch vorhanden. „Wir haben schon immer die Möglichkeit, beides zu verwenden“, so Vetter, 1970 sei nur mit Öl geheizt worden. Weil die alten Öltanks nicht mehr normgerecht haben, mussten die Bäderbetriebe neue installieren - „damit wir Notbetrieb fahren können“.

Für den vergangenen Sommer immerhin können die Bäderbetriebe eine positive Freibad-Bilanz ziehen: Wenige Tage vor Saisonende waren es insgesamt 124000 Besucher in diesem Jahr, damit ist das Vor-Corona-Niveau von 2019 wieder erreicht worden. „Das war unser Ziel gewesen, diese Zahlen wieder zu schaffen“, sagt der Bäderbetriebsleiter. In dieser letzten, sehr kühlen Woche – das Freibad ist seit 12. September unbeheizt - sind nur noch die Hartgesottenen da. „Am Dienstag zum Beispiel waren es 37 Badegäste. Jetzt kommen fast nur noch Dauerkartenbesitzer.“

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