Farben, Formen und verrückte Ideen

  • Weitere
    schließen
+
Freuen sich auf die Ausstellung von Diane Herzogin von Württemberg im Prediger (von links): Gundi Mertens, Dr. Max Tillmann, Oberbürgermeister Richard Arnold und Joachim Haller.
  • schließen

„DxDiane zu Gast in Schwäbisch Gmünd. Kunst ohne Grenzen“, eine außergewöhnliche Ausstellung im Museum im Prediger.

Schwäbisch Gmünd

Sie ist an vielen Stellen gegenwärtig, eine Frau, die mit Skulpturen, mit Malerei und Couture seit dem 14. Lebensjahr zu tun hat. Die Rede ist von der Künstlerin Diane Herzogin von Württemberg und Prinzessin von Frankreich, deren Œuvre eine Ausstellung im Museum im Prediger gewidmet ist. Lust, mehr von ihr zu sehen, machen schon die Skulpturen am Bahnhofsplatz und im Remspark, beim Fünfknopfturm die „Umarmung“ und der „bunter Drache“ auf dem roten Teppich auf dem Johannisplatz.

Im ersten Obergeschoss werden die Arbeiten in „Kapiteln“ gezeigt, wie man sie in einem Katalog erblättern würde. Die kräftigen Wandfarben überraschen in der Zusammenstellung, fließen dabei stets in einem harmonischen Gesamtbild zusammen, ganz gleich, von welchem Winkel man in die sich reihenden „Zimmer“ schaut. Die Farben entstanden in enger Zusammenarbeit der Kuratoren Dr. Max Tillmann und Joachim Haller mit der Straßdorfer Stegmaier Malerwerkstatt, die Farben und Arbeit spendete.

Voller Stolz präsentiert Gundi Mertens, Staufersaga e.V. und Gewandmeisterei, den Raum „Opera de Gmund“. Heraldisches Rot ziert die Wände, prächtige Brokat- und Seidenstoffe, zu historischen Gewändern verarbeitet, und moderne Kreationen der DxDiane, sind mit gemalten Exponaten kombiniert.

Die Vielseitigkeit des Schaffens von DxDiane zeigt auch „Eine Welt für sich“. Silbergerät, Tischdekoration, bemalter Paravent, Glasmalerei in einem Tisch, Spiegel und Landschaften sowie Blumenstillleben, geschaffen von der Kunsthandwerkerin, zeigen in Dessins und Formen den gekonnten Umgang mit Metall und Farben. Der Künstlerin gelingt es, Profanem neues Leben zu verleihen, wie die Umrahmung zweier Spiegel beweist.

Besondere Beziehung zu Gmünd

Ganz am Anfang der Ausstellung das Kapitel „Bella Figura“: Anordnung und Zuordnung der Exponate wirken als Gesamtkunstwerk. Schaut man die einzelnen Skulpturen genauer an, entdeckt man zahlreiche Details und die Kunst des „Hängens“. So bei „Die Frau, die die Welt in Gang hält“, die verbindende Schatten zu anderen Ausstellungsstücken wirft.

Ganz gleich, in welchem Farbspektrum Besucherin und Besucher sich aufhalten: Stets wirkt der farbige Untergrund wie Anreiz und Versprechen für einen Ausflug mit bekannten Weggefährten in eine andere Welt mit Neuem. Ganz gleich, ob bei den Puppen, kein Spielzeug, sondern Kunstobjekte, die unterschiedliche Seiten der Weiblichkeit spiegeln. Ob Kissen oder Teller, stets ist das Nützliche künstlerisch veredelt oder einfach schön. Die 70 ausgestellten Arbeiten sind in fünf Themen aufgegliedert.

Die Künstlerin DxDiane ist heute 81 Jahre alt. Ein Alter - nur Zahlen auf dem Papier. Denn ihre Schaffenskraft ist ungebrochen. Ganz gleich, ob Farbpinsel und Leinwand, Stoffe, Litzen, Spitzen, Bordüren, Nadel und Faden und Knöpfe, ob Schweißgerät und Metall, sie handhabt alles selbst. „Inspirationen für ihre Werke findet DxDiane in der griechischen Mythologie und der Geschichte unterschiedlicher Kulturen“, beschreibt es Joachim Haller, „was sie anfasst, wird zu Kunst!“

Zu Gmünd hat DxDiane eine besondere Beziehung entwickelt. Davon zeugen die großen Spenden an die Gewandmeisterei, die zu Beginn der Staufersaga entstand. Viele kostbare Stoffe und Accessoires wurden damals von DxDiane gespendet. Ein weiteres großzügiges Engagement galt der Sanierung des Salvators (2013). Gmünd als Stadt mit der ältesten Kunstgewerbe- und Zeichenschule des Landes, als Heimat der Gold- und Silberschmiede, mit großer historischer Vergangenheit ist für die Künstlerin verbunden mit dem Leben ihres langjährigen Privatsekretärs Stephan Kirchenbauer-Arnold.

Die Ausstellung „DxDiane zu Gast in Gmünd. Kunst über Grenzen“ ist bis 3. Oktober 2021 zu sehen. Empfehlenswert sind öffentliche Führungen: Sonntags: 18.7., 1.8., 15.8., 29.8., 12.9., 3.10., jeweils 15 Uhr. Keine Voranmeldung nötig, begrenzte Teilnehmerzahl.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL