Feig stellt Terrassenhaus in Frage

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Vor Ort erläutert Gerald Feig den Mitgliedern des Münster-Kirchengemeinderats das Bauvorhaben.

Neue Entwicklung bei der Planung für die Wohnanlage rund um die Salvatorvilla. Investor informiert am Mittwochabend den Kirchengemeinderat.

Schwäbisch Gmünd

Den Satz hören die Mitglieder des Münster-Kirchengemeinderats beim Ortstermin am Mittwochabend gerne: Investor Gerald Feig gibt zu, "dass ich mit den Terrassenhäusern unterhalb des Salvators nicht ganz glücklich war". Sie sollten den westlichen Abschluss der Bebauung rund um die Salvatorvilla bilden. Erst am Mittwochvormittag sei die Idee gereift, "eventuell doch ganz auf diese Terrassenhäuser zu verzichten".

Gerald Feig erläutert die Hintergründe: Geplant habe man die Terrassenhäuser, um vom obersten Stockwerk barrierefrei die zu renovierende Villa Salvator zu erreichen. Mit dem Vorhaben auf dem zusätzlich erworbenen Grundstück Salvatorstraße 22 wäre eine Änderung des Bebauungsplans nötig gewesen, da an der Stelle teilweise Bauverbot herrscht. Würde für das Vorhaben, das die Schorndorfer Gruppe offiziell "Wohngärten am Salvator" nennt, dieser Bebauungsplan entsprechend verändert, könnten in der Folge Grundstückseigentümer direkt unter dem Plateau der Felsenkirche eine Bebauung einklagen.

"Das möchte ich auf jeden Fall für Schwäbisch Gmünd, die Münstergemeinde und die Salvatorfreunde vermeiden", so Gerald Feig. Eine Aussage, die Hans-Georg Walter von den Salvatorfreunden gerne hört: "Das käme uns natürlich sehr entgegen." Münsterpfarrer und Dekan Robert Kloker sieht in dieser Veränderung einen wichtigen Schritt, "aber wir werden sicher noch mehrfach über das Vorhaben reden müssen".

Das muss auf jeden Fall untersucht werden.

Robert Kloker, Münsterpfarrer und Dekan

Das Schaugerüst, vor zwei Wochen bei der Besichtigung durch den Gmünder Gemeinderat noch heftig diskutiert, spielt nach dieser Aussage kaum noch eine Rolle. Der Gebäudeverzicht auf der einen Seite würde Gebäudeveränderungen an anderer Stelle erfordern. Um Rollstuhlfahrern den Zugang zur Villa zu ermöglichen, müsste das Gebäude an der Salvatorstraße um eine Etage erhöht werden. Damit liege man aber deutlich unter den Höhen eines Terrassenhauses, der Blick auf die Wallfahrtskirche bliebe auf jeden Fall gewahrt. Mit einer Aufstockung erreiche man nur einen Teil der Wohnungen, die beim Verzicht aufs Terrassenhaus wegfallen.

Nach bisherigen Planungen des Schorndorfer Architekturbüros Stammler sollten 40 Wohnungen in fünf Gebäuden entstehen. Drei dieser Häuser sind entlang der Salvatorstraße geplant. Die Wohnungen umfassen 50 bis 160 Quadratmeter. Nach alten Berechnungen sollte das Gesamtvorhaben 18,6 Millionen Euro kosten. 40 Prozent der Wohnungen sollen verkauft, 60 Prozent vermietet werden. Gerald Feig erläuterte den Mitgliedern des Kirchengemeinderats auch die inhaltlichen Schwerpunkte der Wohnanlage. Sie richtet sich an Familien, Menschen im Ruhestand und pflegebedürftige Menschen. Vom Park der Villa erreicht man die Rezeption, die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner koordinieren soll.

Fragen aus dem Kirchengemeinderat gab es wegen der Hangsicherung, die nach Worten Feigs Teil der Bauplanung ist. Robert Kloker nennt auch das wichtigste Anliegen: Die Gesamtanlage mit Kirche, Kreuzweg und Profangebäuden dürfe durch die Bebauung keinen Schaden nehmen. "Das muss auf jeden Fall untersucht werden." Fragen gab es weiter zu den Traufhöhen der dann verbleibenden Gebäude und zu Abständen von Nachbargrundstücken. Klaus Knödler, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums, kann sich mit den aktualisierten Planungen anfreunden: "Eine Hangbebauung unterhalb der Kirche müssen wir auf jeden Fall vermeiden", sagt er. Gerald Feig gibt noch eine Aussage mit auf den Weg: Mit der Bebauung wachse die soziale Kontrolle über das Areal der Wallfahrtskirche. Viele, die dort oft zum Leidwesen der Salvatorfreunde nachts unterwegs seien, würden von Licht in den Wohnungen und Blicken aus den Fenstern abgeschreckt.

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