Festival wartet, Museum steht

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Teile des neuen Schattentheater-Museums sind schon eingerichtet, hier das Schatten-Labor. VGW-Chef Celestino Piazza (rechts) und Projektleiter Jörg Staudenmayer freuen sich über das Etappenziel.
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Das Schattentheater-Festival ist bei reduzierter Besucherzahl nicht finanzierbar. 2022 Nachholtermin. Schatten ab Oktober dauerpräsent.

Schwäbisch Gmünd

Licht und Schatten liegen eng beieinander: Das für diesen Oktober geplante zwölfte Internationale Schattentheater-Festival wird wegen der Pandemie auf 7. bis 13. Oktober 2022 verschoben. Das seit vielen Jahren geplante Schattentheater-Museum im Mohrengässle soll aber am 9. Oktober 2021 eröffnet werden. Parallel dazu findet die Jahresversammlung des Schattentheater-Verbandes Unima in den neuen Räumen statt. Die Intendantin des Festivals, Sybille Hirzel, plant dazu zwei kleinere Schattentheater-Aufführungen.

Auch wenn die Inzidenzzahlen aktuell niedrig sind, „müssen wir mit Beschränkungen der Besucherzahl rechnen“, sagt Hirzel weiter. Die Aufführungen vor zahlenmäßig kleinem Publikum seien nicht machbar, „weil wir einen Großteil der Kosten durch Einnahmen erwirtschaften müssen“. Dazu kämen die Unwägbarkeiten, die durch Ensembles aus allen Ecken der Welt, von China bis Brasilien, entstehen könnten. Da gehe es um mögliche Reisebeschränkungen, auch um die Logistik, falls unter den Theatergruppen ein Coronafall auftritt. Die Alternative, sich allein auf Schattenspiel-Ensembles aus dem umliegenden Raum zu beschränken, werde dem Festival-Charakter nicht gerecht. Sybille Hirzel hofft nun auf einen entspannteren Herbst 2022.

Zumindest das Thema bleibt in der Stadt präsent. Nach mehr als zehnjähriger Vorarbeit, nach langer Standortsuche, steht das Schattentheater-Museum vor der Vollendung. Erdgeschoss, Untergeschoss und Kellergewölbe des neuen Wohnturms der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft (VGW) stehen dafür zur Verfügung.

Erste Teile stehen

Seit Wochen sind der Initiator von Festival und Museum, Rainer Reusch und die Museumsdesigner Britta und Tomas Sturm, mit dem Aufbau beschäftigt. „Wir können im Herbst den ersten Bauabschnitt präsentieren“, sagt Tomas Sturm. Im Erdgeschoss sind das der Eingangsbereich, Theke mit Museumsshop sowie ein erster Einblick in die Sammlung, mit modernen und traditionellen Schattenfiguren. Stolz sind die Macher auf den Medienbereich. „Wir haben ein großes Angebot an Filmen, die wir zeigen werden“, so Tomas Sturm.

Fertig sein soll auch der nördliche Bereich im Untergeschoss. Dort ist Platz für Workshops, so sollen Schulklassen unter Anleitung Theaterfiguren herstellen und anschließend aufführen können. Dort ist auch das Schatten-Labor. Es geht um acht Experimentier- und Informationstische. Dort können Besucher selbst aktive werden, Licht und Schatten erfahren, Figuren verschieben und die Reaktionen beobachten. „Nur im Schattenspiel kann man aus einer Maus einen Elefanten machen“, sagte Reusch bei der Vorstellung dieser schon fertiggestellten Objekte. Zu ihnen zählt auch ein Silhouettentisch. Dort können Besucher auf Pergamentpapier Konturen einer Person oder eines Gegenstandes nachzeichnen. Erinnerungsstücke an den Besuch des Museums.

„Wo auf der Welt wird was gespielt“, das möchte Rainer Reusch Interessierten vermitteln. Zum einen richten sich Blicke auf die Schattenspiel-Traditionen in China, Indien, Indonesien und andere Länder Südostasiens. Auch in der Türkei, Griechenland und im Iran ist die Kultur des Schattenspiels vertreten. Dazu wird der Initiator moderne Schattenspiel-Figuren aus eigenen Produktionen zeigen.

Im zweiten Bauabschnitt erschließen die Museumsgestalter weitere Ausstellungsflächen im südlichen Bereich des Unterschosses. Die im Erdgeschoss angedeuteten Exponate aus aller Welt können dort vertieft präsentiert werden. „In der Mitte des Raums ist dann noch Platz für Sonderausstellungen“, so Tomas Sturm. Damit soll dauerhaft Interesse am Museum geweckt werden. Eine Sonderausstellung liegt Rainer Reusch besonders am Herzen: „Wir werden das Indonesische Schattentheater zeigen“. Schon bald will er auch moderne Figuren präsentieren.

Gewölbe herausgeputzt

Weiterer Leckerbissen des neuen Museums: der darunter liegende Gewölbekeller. „Dort wartet noch weitere Arbeit“, sagt VGW-Geschäftsführer Celestino Piazza. Die Gewölberäume sind direkt vom Museum aus zugänglich, erlauben – außerhalb von Corona-Zeiten – einführende Vorträge für Schulklassen. Das Gewölbe soll multifunktional genutzt werden, unter anderem für Veranstaltungen des Museums . „Dort können auch andere Kulturveranstaltungen stattfinden, außerdem steht das Gewölbe Stadtführungen offen“, so Piazza.

Alle drei Jahre wird Gmünd zur „Hauptstadt des Schattentheaters“: Eine Woche lang zeigen Ensembles aus aller Welt, welche technischen und künstlerischen Möglichkeiten die Licht- und Schattenkunst zu bieten hat. Der erste Teil des Schattentheater-Museums soll am 9. Oktober öffnen.

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