Flashmob zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 

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Let's party auf dem Marktplatz: Der tanzende Flashmob zum Gleichstellungstag.
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Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung: Tanzender „Flashmob“ von Menschen mit und ohne Behinderung auf dem Gmünder Marktplatz.

Schwäbisch Gmünd

Erst tanzen ein paar hundert Kinder und Erwachsene auf dem Marktplatz, und am Ende gibt es lange Schlangen an der Eisdiele. Der 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – das war der Anlass für ein Treffen mit Musik und sichtbar gut gelaunten Menschen.

Monika und Gerold Klotzbücher sitzen nebenan im Café und scheinen das Happening zu genießen. „Ist doch schön, wenn wieder was los ist in der Stadt“, sagt Gerold Klotzbücher. Die beiden sind nicht zufällig da – ihr 12-Jähriger Enkel ist hier auf dem Marktplatz mit dabei. Monika Klotzbücher muss man den Tag und worauf er aufmerksam machen soll, ohnehin nicht erklären: „Ich habe 33 Jahre lang bei der Stiftung Haus Lindenhof gearbeitet.“

Menschen mit und ohne Behinderung von vielen Gmünder Institutionen sind versammelt, etwa vom Haus Lindenhof, der Lebenshilfe, vom Canisiushaus, der Klosterberg- und Martinusschule. Frank Eißmann von der Aktion Netzwerk freut sich an der Gemeinsamkeit: „Es gibt manchmal auch Konkurrenz zwischen den Trägern, aber der Tag zeigt, dass wir alle zusammenarbeiten – mit dem Dienst am Menschen.“ Das Treffen in der Gmünder Innenstadt am Aktionstag gibt es schon seit 1992, oft in größerer Ausführung als jetzt, mit bis zu zweistündigem Programm auf dem Johannisplatz. Nach zwei Jahren Corona-Auszeit war es jetzt eine Neustart-Edition: „Um ein Programm zu planen, braucht man ja Zeit, und es war im Frühjahr noch nicht klar, was machbar sein wird“, sagt Eißmann.

„So wie ich bin, so nimm mich hin“, geht der Text des Lieds, das als Party-Song den Rhythmus für die große Tanzgruppe vorgibt, die sich an diesem Tag als „Flashmob“, als spontan auftretende tanzende Gemeinschaft, versteht. „Ich lache, ich weine, ich liebe so wie du“ - der Text sagt eigentlich alles, da braucht es keine großen Reden und Ansprachen. Bürgermeister Christian Baron macht's auch ganz kurz: „Die schlichte Botschaft des Tages ist: Wir gehören alle zusammen.“

300 Eis-Gutscheine ausgegeben

Und weil zu einer netten Freiluft-Party auch Verpflegung gehört, gibt Sandra Sanwald, die Inklusionsbeauftragte der Stadt, am Ende einen Eis-Gutschein an alle Teilnehmer aus; „bestimmt 300 Gutscheine“ seien es gewesen, sagt sie zum Schluss. Christian Baron freut sich ausnahmsweise, dass es für die Stadt teuer geworden ist: „Es ist ein toller Erfolg, dass so viele gekommen sind.“

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hat ein festes Datum: Vor 30  Jahren fand er am 5. Mai zum ersten Mal statt. Ziel des Tages ist es, für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung einzustehen. Am kommenden Samstag gibt es am Strümpfelbach in Bettringen gewissermaßen die Fortsetzung des Tags: mit einem inklusiven Fußballturnier.

Ist doch schön, wenn wieder was los ist in der Stadt.“

Gerold Klotzbücher,, Café-Besucher

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