Forschergeist an der PH belohnt

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Hellmuth-Lang-Preis geht an fünf Studierende für herausragende Abschlussarbeiten. Konkrete Ergebnisse und besondere „Ermittlungsarbeiten“.

Schwäbisch Gmünd

Mit dem Spürsinn einer Tatort-Kommissarin war Lena Gronbach, Studierende an der Pädagogischen Hochschule, für ihre Bachelor-of-Arts-Arbeit unterwegs, erbrachte den Nachweis, dass ein Werk fälschlicherweise einem italienischen Komponisten zugeschrieben wurde anstatt dem aus dem Ostalbkreis stammenden Franz Bühler. Dafür gab es an diesem Freitag den vom Verein der Freunde der PH und der Seniorenhochschule ausgeschriebenen Hellmuth-Lang-Preis. Weitere vier Studierende wurden für ihre herausragenden Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Hellmuth Langs Sohn Michael Lang überreichte die Preise, äußerte sich erfreut über das hohe Niveau von Forschung und Lehre an der PH, über die herausragenden Studierenden. Seit 35 Jahren werde der Hellmuth-Lang-Preis verliehen und „es gibt zwischenzeitlich mehr als 120 Preisträgerinnen und Preisträger“. PH-Rektorin Prof. Dr. Claudia Vorst gratulierte den Studierenden zum Erfolg. „Wir haben uns gerade auch bei Studierenden die Forschungsförderung von Anfang an auf die Fahnen geschrieben“, so die Rektorin. Für die alljährliche Verleihung des Hellmuth-Lang-Preises sei die Hochschule dankbar.

Es gibt inzwischen mehr als 120 Preisträgerinnen und Preisträger.“

Michael Lang

Der Lena Gronbach bei ihrer Arbeit begleitende Professor Dr. Hermann Ullrich erläuterte sichtlich erfreut die Bachelorarbeit, für die Lena Gronbach nicht nur Klosterbibliotheken und Originalschauplätze durchleuchtet, sondern am Ende eine 132-seitige Forschungsarbeit und 257 Seiten Partitur abgeliefert hat.

Es geht um italienisch-deutsche Verwirrungen in Zusammenhang mit einem anonymen ‚Miserere‘ aus der Zeit um 1800. Ein Miserere ist ein musikalisches Werk, das den Bußpsalm 51 „Miserere mei Deus“ vertont. Stammt es von Andrea Lucchesi (1741–1801) oder Franz Bühler (1760–1823)? Ein verräterischer Ton der Ersten Geige bei einer Aufführung im italienischen Lucca könnte wie die Charakteristik der Komposition der Beweis sein, dass Franz Bühler der Urheber ist.

Die Würdigung der weiteren preisgekrönten Arbeiten übernahmen Prof. Dr. Jürgen Drissner, Dr. Mirelle Schied, Prof. Dr. Jasmin Merz-Grötsch und Dr. Andrea Steck. Preisträgerin Luise Nonnenmann beschäftigte sich mit der Bedeutung von Sprache beim Verständnis mathematischer Textaufgaben. In der wissenschaftlichen Arbeit ging sie der Frage nach, wie sich sprachliche Hürden bei ausreichenden mathematischen Kompetenzen auf den Bearbeitungsprozess von Textaufgaben auswirken.

Mathe führt über Sprache

Luise Nonnenmann: „Die Studie bestätigte die Vermutung, dass sprachlich komplex formulierte Textaufgaben eine massive Beeinträchtigung des Aufgabenverständnisses zur Folge haben und die erfolgreiche Bearbeitung in vielen Fällen sogar verhindern können.“

Die unverbindliche Grundschulempfehlung, ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit im deutschen Schulsystem?“ Darum ging es Lara Merz. In ihrer Masterarbeit kam sie zu dem Schluss, dass sich der hartnäckige Zusammenhang zwischen dem sozialen Status der Eltern und dem Schulverlauf der Kinder nicht allein durch die Übergangsregelung beheben lässt. „Es sollte grundsätzlich überlegt werden, ob sich die frühe Selektion der Kinder im Zeitalter enormer Bildungsungerechtigkeit überhaupt noch ausreichend legitimieren lässt“, so die Preisträgerin.

Andreas Kohler geht es um „Biodiversität und zoologische Artenkenntnis im Biologieunterricht – eine Untersuchung zur Fachkenntnis von Biologie-Lehrkräften“. Er kommt zu dem Schluss, dass „die Artenkenntnis der befragten Biologielehrkräfte defizitär ist“. Deshalb sei es lohnend, in der Ausbildung zukünftiger Biologielehrkräfte großen Wert auf eine breite Artenkenntnis zu legen. Das helfe, in der Gesellschaft mehr Artenkenntnis zu verankern.

Katrin Staudenecker befasste sich mit Schrifterfahrungen von Kindern im Vorschulalter. Dazu entwickelte sie ein Handbuch mit genauen Erklärungen, in welchen (Spiel-)Situationen die Beobachtungen gemacht werden können, welche Impulse von den Fachkräften ausgehen können. Katrin Staudenecker hofft, „dass dieses Instrument von pädagogischen Fachkräften erprobt und bewertet wird und möglicherweise tatsächlich Einzug in den Kita-Alltag findet“.

Der Hellmuth-Lang-Preis wird an der PH seit 35 Jahren für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten Studierender verliehen.

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