Fraueninitiative kritisiert Polizei nach Einsatz am Gmünder Bahnhof

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Die Initiative beanstandet, dass ein Handy nach dem Vorfall am Gmünder Bahnhof nicht kontrolliert wurde.

Schwäbisch Gmünd. Die Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd verurteilt das Vorgehen eines betrunkenen Mannes gegen eine Frau in der vergangenen Woche am Bahnhof und scheinbar auch gegen ein Mädchen. Und sie kritisiert in diesem Zusammenhang das Verhalten der Polizei.

Dem Polizeibericht zu diesem Vorgang zufolge waren die Beamten am Donnerstag gegen 14.15 Uhr darüber unterrichtet worden, dass ein offensichtlich betrunkener Mann beim Bahnhof ein Mädchen gefilmt habe und sich trotz Aufforderung weigere, die Aufnahmen zu löschen. Eine Frau und ihr Begleiter hätten den Mann darauf angesprochen, schildert die Fraueninitiative den Vorgang. Daraufhin habe er sie gefilmt. Als die Frau sich gedreht habe, um nach der sich nähernden Polizei schauen, habe der Mann sie „mit voller Wucht mit der Faust gegen den Kopf geschlagen“. Die Polizisten nahmen den 39-jährigen Mann, der einen Atemalkoholgehalt von 1,7 Promille gehabt habe, vorläufig fest und brachten ihn aufs Revier.

Nicht kontrolliert

Die Gmünder Fraueninitiative verurteilt das Vorgehen des Mannes gegen das Mädchen und die Frau. „Wir sind wütend über diese Übergriffe“, heißt es in einer Mitteilung zu dem Fall. Die Initiative kritisiert aber auch, dass die Polizisten trotz mehrfacher dringlicher Aufforderung der Frau und ihres Begleiters das Handy des Mannes nicht kontrolliert und die Aufnahmen gelöscht habe.

Das war „eine schwierige rechtliche Lage“, sagt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, Bernd Märkle, auf Anfrage der Tagespost zu der Situation. Denn das Mädchen sei nicht mehr vor Ort gewesen, als die Polizisten ankamen, und habe somit nicht mehr bestätigen können, dass der Mann es gefilmt oder fotografiert habe. Ohne die Aussage des Mädchens wäre es aus seiner Sicht fraglich gewesen, ob eine Rechtsgrundlage für eine Kontrolle bestanden hätte. Zudem habe der Mann bei dem Gerangel während der Festnahme sein Handy weggeworfen und es dabei „total zerstört“. Eine Kontrolle möglicher Aufnahmen wäre so zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen. Die Fraueninitiative schreibt zu dem Vorfall: „Wir dürfen sexualisierte Übergriffe und Gewalt nicht zulassen.“ Sie fordert die Bürger zur Zivilcourage auf, in solchen Situationen einzugreifen. 

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