Freibadsaison: Die Hoffnung ruht auf dem Sommer 2022

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Das Freibad in Schwäbisch Gmünd.
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Freibäder in diesem Jahr ohne Glück: Corona, kühle und regnerische Tage befördern Besucherzahlen in den Keller.

Schwäbisch Gmünd

Die Freibadsaison 2021 möchten die meisten Kommunen ganz schnell vergessen. So wenige Badegäste und so viel Zuschussbedarf wie nie. Pandemie und Regenwetter bleiben als Ursache in Erinnerung. „Wir hoffen jetzt auf einen tollen Sommer 2022“, sagt Heiko Stütz vom Freibadteam Heubach. Nicht alle Bäder sind gleich betroffen. Das Bud Spencer Bad in Schwäbisch Gmünd ist leicht im Vorteil. Weil das Wasser beheizt ist, schlagen die kalten Sommertage weniger zu Buch, mit insgesamt 51 300 Badegästen ist es „nur“ die zweitschlechteste Saison.

Die wirtschaftliche Bilanz wird durch die Corona-Auflagen zusätzlich belastet. Auch wenn es noch keine abschließenden Zahlen für Schwäbisch Gmünd gibt: „Wir haben höhere Aufwendungen durch die Umsetzung und Kontrolle der Hygienevorschriften“, sagt Aimee Fischer, Pressesprecherin der Stadtwerke. Begonnen hat die Saison vier Wochen später als gewöhnlich, diesmal am 29. Mai, im Freibad Bettringen sogar erst am 31. Mai. Dort waren die Badegäste noch zurückhaltender als im vergangenen Jahr: Nur 10 300 sind gekommen, im Vorjahr noch knapp 11 000. Zahlen, die auch der Einlassbeschränkung geschuldet sind: Die maximale Besucherzahl wurde über die Saison immer entsprechend an die aktuelle Lage und politischen Beschlüsse angepasst. Die nötige Quadratmeterzahl Freifläche je Besucher änderte sich immer wieder. Außerdem - auch das gilt für alle Bäder – konnten Gäste unter zwei Schichten wählen. Zwischen den Schichten wurden die Bäder gründlich gereinigt und desinfiziert. Weitere Corona-Maßnahmen in Gmünd: Im Sportbecken und im Nichtschwimmerbecken wurden Leinen gespannt, um ein Richtungsschwimmen zu ermöglichen. Damit der Abstand auch im Wasser eingehalten wird. Sammelumkleiden waren geschlossen, auch nicht jede Einzelumkleide war nutzbar. Im Toiletten- und Duschbereich wurden die Zugangskontrollen automatisiert. Das Online-Ticketsystem wurde aus dem Vorjahr übernommen.,

Dennoch hatte auch der Sommer 2021 seine versöhnlichen Tage: Am 12. August kamen 2069 Besucherinnen und Besucher ins Bud Spencer Bad. In Bettringen waren es am 14. August 512 Gäste.

Heubach musste sich ebenfalls mit einer verkürzten Saison zufrieden geben. Am 4. Juni ging‘s dort los, einen ganzen Monat später als gewöhnlich. Am Ende waren 27 132 Badegäste da, gewöhnlich kommen in Heubach doppelt so viele ins Freibad. Die meisten Besucher wählten den Nachmittag aus. Und weil in diesem Jahr – nach Anschluss des Freibads an die Fernwärme – erstmals das Kinderbecken beheizt war, zeigten sich auch mehr Eltern mit Kindern in der Freizeitanlage.

Waldstetten hat nach Worten von Ortsbaumeisterin Maren Zengerle „eine schwierige Saison“ hinter sich. Wo sich sonst in einem Sommer 35 000 Menschen einfinden, waren es diesmal gerade 14 000. Und während früher auch mal 2000 Badegäste am Tag kamen, durften diesmal je Schicht höchstens 205, später 410 Besucher ins Freibad. „An schönen Tagen im Juni oder Juli waren wir dann auch öfter ausgebucht“, sagt Maren Zengerle.

Schechingen muss in diesem Jahr nicht nur gegen Corona und das schlechte Sommerwetter ankämpfen. Dort bereitet der Erhaltungszustand des Bades Sorgen. Nach Worten von Bürgermeister Bürgermeister Stefan Jenninger eine Mammutaufgabe, an der jedoch kein Weg vorbeiführe. Becken, Technik und Umkleideräume sollten saniert werden, die Kosten bewegen sich nach Bereichnungen eines Fachbüros auf 2,1 bis 3,2 Millionen Euro. Den Badegästen hat‘s im Sommer dennoch Spaß gemacht. 9900 sind gekommen, 800 weniger als im Vorjahr und natürlich viel weniger als in Zeiten vor Corona. Jenninger weiß von 34 000 Besuchern im Jahr 2016. Am Ende war der Sommer 2021 doch noch ein bisschen entgegenkommend: Die meisten Bäder haben wegen des schönen Wetters zum Saisonende um eine Woche verlängert.

2021 war eine schwierige Saison.“

Maren Zengerle, Waldstetten

Jetzt geht‘s unter Dach weiter

Wer sich gerne im Wasser tummelt, kommt auch in den kommenden Monaten auf seine Kosten. Das Gmünder Hallenbad ist schon seit 13. September wieder geöffnet. Eintrittskarten für das Hallenbad und die Sauna werden über das Online-Ticketsystem gebucht (https://shop.gmuender-baeder.de/de/).

Wer sich dazu entschließt, trifft auf ein modernisiertes Hallenbad. Während der Sommerpause wurden der Dusch- und Toilettenbereich komplett saniert, neu gefliest, auch die Decken im Umkleidebereich und in der Saunalandschaft sind neu. Die Wände im Umkleidebereich erhielten „ein zeitgemäßes Farbkonzept“, wie Aimee Fischer erläutert.

Die Stadt Heubach ist dabei, ihr Hallenbad auf Vordermann zu bringen. Im aktuellen zweiten Bauabschnitt ist die Technik dran. Klappt alles, könnten dort im November Besucherinnen und Besucher ihre Bahnen schwimmen.

Waldstetten will das Lehrschwimmbecken nicht nur Schulen anbieten, in der ersten Oktoberhälfte soll es allen Bürgern offen stehen. Der Eröffnungstermin wird noch genannt.

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