Fridays for Future in Gmünd: Demo für Frieden und Klimaziele

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Mit einer Fahrraddemo um die Altstadt unterstrichen die Teilnehmer der Kundgebung die Ziele von „Fridays for Future“.
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Etwa 200 Personen folgen in Schwäbisch Gmünd dem Aufruf von „Fridays for Future“ und nehmen an diesem Freitag an einem globalen Klimastreik teil.

Schwäbisch Gmünd

Die Kundgebung in Gmünd war eine von knapp 50 im Land. Und eine von mehr als tausend weltweit: Etwa 200 vorwiegend junge Menschen beteiligten sich am Freitag auf Gmünds Marktplatz an der Kundgebung von „Fridays for Future Ostalb“ für Frieden und Gerechtigkeit. Die Aktion hatte zwei Überschriften: „#PeopleNotProfit“ und „#ReichtHaltNicht“. Die Überschriften standen dafür, dass „Profitinteressen noch immer über den Lebensgrundlagen von uns allen“ stünden und dass die bislang ergriffenen Bemühungen noch nicht reichten, das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Dabei habe sich die Ampel-Koalition diesem Ziel verschrieben, bei dem der Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzt werden soll. Darauf hatten sich fast alle Staaten der Erde im Jahr 2015 in Paris geeinigt.

„Wir demonstrieren nicht nur für Frieden und gegen den Klimawandel, sondern auch für Menschlichkeit“, sagte Leah Baum von „Fridays for Future“. „Wir finanzieren diesen schrecklichen Krieg“, sagte sie und verwies auf 600 Millionen Euro am Tag allein von der Europäischen Union an Russland. Deutschland habe sich von Wladimir Putin abhängig gemacht, „wir sind politisch erpressbar geworden“.

Nach dem aktuellen Bericht des Weltklimarates seien die Auswirkungen des Klimawandels bereits jetzt spürbar, sagte Marco Ponzer. In Somalia beispielsweise würden die Menschen der Dürre wegen fliehen. Weltweit seien des Klimawandels wegen schon 100 Millionen Menschen gestorben. Die Folgen des Klimawandels würden dramatisch. Deshalb müsse es aufhören, dass Profitinteressen noch immer über den Lebensgrundlagen aller Menschen stünden. „Wir stehen auf für Frieden und Gerechtigkeit und fordern einen Importstopp für Kohle, Öl und Gas aus Russland“, sagte Ponzer. Stattdessen brauche es einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien. Nur so ließe sich die Klimakrise aufhalten.

„Brauchen wir wirklich Heidelbeeren vom anderen Ende der Welt“, fragte Baum und erläuterte, dass man mit Fragen, worauf man verzichten könne, sein eigenes Konsumverhalten verändern könne. „Lieber einen kleinen Unterschied machen als gar keinen“, empfahl sie. Die Auswirkungen des Klimawandels seien im vergangenen Jahr zu spüren gewesen, sagte Baum und verwies auf Überschwemmungen in Australien, die Flut im Ahrtal und das Hochwasser im Juni in Gmünd.

Regional einzukaufen, saisonal einzukaufen und das eigene Verhalten, die Nutzung des Autos oder den Konsum von Fleisch, zu hinterfragen, dazu riet Marco Ponzer. Das allein reiche aber nicht, um die Klimakrise aufzuhalten. Er forderte die Politik zum Handeln auf. Wirtschaftsminister Robert Habeck habe im Dezember gesagt, dass Deutschland die Klimaziele 2022/23 verfehle. Ein Handeln aber habe das nicht zur Folge. Während 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereit gestellt würden, spare man bei der Energiewende. Noch jedoch sei es nicht zu spät zum Handeln. Dazu aber müsse man laut werden.

„Nicht locker lassen“, das forderte auch Ann-Kathrin Lauer von der Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd. „Wenn wir so weitermachen, werden einige Regionen der Welt bald unbewohnbar sein“, sagte sie. Millionen Menschen in Afrika lebten in Brennpunkten des Klimawandels. Sie hätten nicht die Ressourcen, sich anzupassen. Vor allem Länder im globalen Süden seien heimgesucht, dabei hätten sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen. Der Klimawandel sei die zentrale Frage unserer Zeit, im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit und im Hinblick auf Krieg oder Frieden.

Ihre Anliegen machten die Teilnehmer nicht nur mit der Kundgebung deutlich. An diese schloss sich ein Fahrraddemonstrationszug um die Altstadt an.

Brauchen wir wirklich Heidelbeeren vom anderen Ende der Welt?“

Leah Baum, , Fridays for Future

Die Bewegung „Fridays for Future“

  • Fridays for Future ist eine weltweite Bewegung, die sich für schnelle Klimaschutzmaßnahmen einsetzt. Die Bewegung geht von Schülern und Studenten aus. Sie drängt darauf, das Weltklimaabkommen von Paris 2015 einzuhalten und die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
Etwa 200 Menschen, überwiegend junge, nahmen am Freitag bei der Kundgebung von „Fridays fror Future“ für Frieden und Klimagerechtigkeit teil. Sie forderten einen Importstopp für Gas, Öl und Kohle aus Russland.

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