Fridays for Future in Gmünd: Der Schönblick als Hauptgegner

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Die Schönblick-Baupläne als Hauptthema: Rund hundert Menschen waren bei Fridays for Future.
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Die Mehrzahl der Redner bei der Fridays-for-Future-Demo kritisiert die Waldrodung und den geplanten Neubau eines Pflegeheims auf dem Schönblick.

Schwäbisch Gmünd. Der Plan des Schönblick, ein Waldstück abzuholzen, um dort ein Pflegeheim zu bauen und das Ja des Gmünder Gemeinderats dazu – das stand als Thema im Mittelpunkt der Kritik bei der Fridays-for-Future-Demonstration am Freitag auf dem Johannisplatz.

Marco Ponzer, einer der Organisatoren, erinnert am Anfang daran, dass die Welt „drei Erden bräuchte“, wenn alle Menschen auf der Welt den Lebensstil Deutschlands hätten. „Euch gehen die Argumente aus – und die Zeit“, steht auf dem Pappschild einer jungen Frau. Vor allem aber geht es an diesem Nachmittag um ein Stück Gmünder Erde: um die Entscheidung, für den Pflegeheimbau auf dem Schönblick ein Stück des Taubentalwalds zu roden. Für viele Redner ein Sinnbild des „Weiter so“ statt einer Umkehr und Abkehr vom bisherigen Umgang mit der Natur.

„Warum steht die Natur immer ganz hinten? Das ist inakzeptabel“, sagt Marco Ponzer, der geplante Bau stehe in „krassem Widerspruch“ zu den selbst formulierten Umweltzielen der Stadt. „Im Naturatum wird der Wald als grüne Lunge der Stadt beschrieben“, fügt er hinzu. „Darum sind wir heute hier – Für das Klima und Gmünds grüne Lunge.“

Sebastian Fritz, Stadtrat der Linken, kritisiert, dass wieder die „alten Reflexe“ am Werk waren, um „Natur zu opfern“. „Wir sind nicht gegen Pflegeheime, aber es kommt auf die Details an. Wir haben mehrfach darauf gedrungen, Alternatoivsztamndporte zu finden“, aber das sei mit Scheinargumenten umgangen worden. Außerdem seien viele begründete Umweltbedenken nicht ausreichend beachtet worden. Und er fordert: „Finger weg von dem Wald, Reißleine ziehen.“

Ursula Böttinger von der Bürgerinitiative Taubental erinnert an die Projekte, die im Taubental in den letzten Jahren realisiert oder zumindest geplant waren: der Abluftkamin des Tunnels, ein Spaßbad mit Saunalandschaft“, eine Rodelbahn - und jetzt das Pflegeheim. Und sie fügt hinzu: „Umweltschutz beginnt vor der Haustür.“

Weitere Redner waren Jürgen Stemke, der von seinen Ideen einer Verkehrswende zugunsten des Radverkehrs in Gmünd erzählte und viele Defizite nannte, die es aus seiner Sicht im Moment noch gibt in Gmünd. Außerdem sprachen Kathrin Bareis von den „Omas for Future“ sowie Wolfram Betz, der als einer der ersten Opas in der Gruppe vorgestellt wurde.

Freya Zanek von der Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd nannte das Bauvorhaben „geradezu absurd“ vor dem Hintergrund von Klimawandel und Starkregen und „dem Hochwasser im Taubental 2016, bei dem zwei Menschen starben.

Dann lenkte sie ihren Blick auf die gesellschaftlich-politische Ebene: „Mit wem zur Hölle kooperiert die Stadt Gmünd da eigentlich?“ Zanek weiter: „Regelmäßig gewährt der Schönblick radikalen Abtreibungsgegner und internationalen Gästen der LGBTQ+-feindlichen Szene einen Raum.“ Der Schönblick sei „kein Kooperationspartner für eine Stadt, die sich als vielfältig und tolerant versteht“. „Die Pflege ist als Grundversorgung von Menschen ein Grundrecht.“ Es liege darum in der Verantwortung der Stadt, sich darum zu kümmern. „Es kann nicht sein, dass die Pflege an reaktionäre Hardliner ausgelagert wird.“

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