Friedenslicht trotzt Corona und leuchtet jetzt in Gmünd

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Begleitet von Pastoralreferentin Silke Weihing (r.) liest Pfadfinder Noah Lindner das Mächen vom schönen Farbendorf vor.
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Pfadfinder verteilen das in Bethlehem entzündete Licht nach einer kurzen Andacht im Münster.

Schwäbisch Gmünd. Auch in diesem Jahr war es aufgrund der Corona-Verordnung nicht möglich, das Friedenslicht von einer zentralen Aussendungsfeier in Stuttgart nach Schwäbisch Gmünd zu bringen. „Aber das Friedenslicht lässt sich nicht aufhalten und ist zu uns gekommen“, sagte Pastoralreferentin Silke Weihing im Heilig-Kreuz-Münster am Sonntagabend. Es sei selbst auf Reisen gegangen und auf dem Parkplatz beim Kaufland abgeholt worden, erklärte sie.

Seit 1986 wird das Friedenslicht traditionell von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und anschließend in die ganze Welt ausgesandt. Seit 1994 auch an „alle Menschen guten Willens“ in Deutschland. Es handelt sich um eine Aktion der Ringe deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinderverbände sowie der Altpfadfinder. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass die Fahne der Pfadfinder im Altarraum des Gmünder Münsters zu sehen war. Auf den Stufen hatte das Vorbereitungsteam mehrere Kerzen aufgestellt, die allesamt am Friedenslicht entzündet worden waren. Dort konnten die Gläubigen nach der kleinen Andacht die Flamme abholen und in ihre Gemeinden oder privaten Haushalte bringen.

„Das Friedenslicht wird bei mir auf der Terrasse stehen“, kündigte eine Besucherin aus Bettringen an. Wie viele andere Andachtsgäste auch, hatte sie eine kleine Laterne bei sich, in der sie das Friedenslicht aus dem Münster mitnahm. Andere wiederum, etwa Konfirmandin Norina Frei und Pfarrerin Maike Ulrich, nahmen das Friedenslicht mit in die Augustinuskirche.

Mit gemeinsamem Gesang zu Texten aus den „Pfadibüchern“, den Pastoralreferentin Weihing mit der Gitarre begleitete, wurde die Andacht umrahmt. Noah Lindner las zudem das Märchen vom schönen Farbendorf. In diesem herrschte ein gutes Miteinander, war man doch von einem bunten Netz behütet, das sich über das ganze Dorf spannte. So engmaschig, dass nichts Böses durchdringen konnte. Bis eines Tages jemand das Gerücht aufbrachte, dass es in der großen, grauen Stadt viel schöner sei als im Farbendorf. Und die dortigen Menschen reicher seien. So wurden kurzerhand Löcher in das Netz geschnitten, wollten doch die Menschen auch reicher werden. Was auch gelang. Allerdings hatten sie dann keine Zeit mehr füreinander. Und so machte man sich daran, die Löcher zu flicken. Und mit jedem gestopften Loch wurden sie wieder glücklicher.

Silke Weihing machte deutlich, dass Freundschaft glücklich macht und nicht Geld oder Statussymbole. Auch der Glaube an Gott mache glücklich. „Denn er hat versprochen, immer da zu sein. Dessen Verbindung zu uns steht. Immer.“ Ebenso sei man in Verbindung mit Freunden. Auch wenn man sich nicht immer sehe. Denn ihr Platz sei im Herzen. Allerdings brauche es dafür eine innere Einstellung, man müsse Vertrauen in die Freundschaft haben. Anja Jantschik

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