Friederike Fritz ist neue Pfarrerin

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Pfarrerin Friederike Fritz wirkt seit 1. Oktober im Kirchenbezirk. Am Sonntag wurde sie in der Augustinuskirche vorgestellt. Foto. jps
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Pfarrerin Friederike Fritz ist neue Pfarrerin Im Kirchenbezirk. Im Gottesdienst setzt sie am Sonntag zusammen mit Dekanin Ursula Richter Impulse für den Frieden.

Schwäbisch Gmünd

Für Dekanin Ursula Richter war der Sonntag ein Tag der Freude, an dem sie im Gottesdienst in der Augustinuskirche ein neues Gesicht vorstellen konnte: Pfarrerin Friederike Fritz, die seit 1. Oktober im Kirchenbezirk wirkt. „Es ist ein Segen und eine große Erleichterung angesichts von Vakaturen und Elternzeiten im Pfarrdienst, die überbrückt werden müssen, und überhaupt zur Entlastung von Kolleginnen und Kollegen“, erklärte Richter. Sie dankte der Kirchenleitung, die Fritz eine bewegliche Pfarrstelle übertragen hat und lobte dies als wunderbare Sache.

Die 50-jährige Pfarrerstochter, die zuletzt eine Gemeinde in Calw leitete, ist der Dekanin zugeordnet. Sie hat in Tübingen, Bern und Halle an der Saale Theologie und Sonderschulpädagogik studiert. Ihre Schwerpunkte sind die Kirchengemeinden in Mögglingen und Degenfeld-Weiler-Unterbettringen. Sie freue sich auf die Begegnungen mit Menschen, stellte sie sich vor. Mit dem Ortswechsel sei sie ihrer Familie wieder nähergekommen und könne leichter ihre Eltern in Langenburg besuchen.

Nach der Segnung der neuen Kollegin durch Dekanin Richter, gestalteten die Theologinnen „Impulse zum Frieden“. Dass Friede zentrales Thema des Gottesdienstes wird, hatte die Lesung aus der Bergpredigt eingangs angekündigt: „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Hinzu kam, dass am Sonntag die Ökumenische Friedensdekade begann, die bis zum Buß- und Bettag geht. Passend zur Seligpreisung Jesu aus der Bergpredigt näherten sich Dekanin und Pfarrerin dem Thema Friedenstiften aus verschiedenen Perspektiven.

„Selig gepriesen werden nicht die, die Steine werfen und hassen“, nahm die Dekanin die Gewalt in den Blick. Das sehe zwar stark aus, aber dieser Weg mache keinen Sinn. „Ein mit Gewalt erzwungener Frieden hält nicht lange an, weder in der Familie, noch in Gesellschaft und Welt.“ Eine Einsicht, die im Alten Testament bei Sacharja zu finden sei: „nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist“. Gottes Kinder aus allen Regionen und Religionen seien mit Fantasie für friedliche Wege ausgestattet; „aus der Hinwendung zu Gott kommt Versöhnung.“

Pfarrerin Fritz lenkte den Blick auf geschichtliche Katastrophen, wie den Überfall auf die Sowjetunion 1941. „Alles Unglück der Welt beginnt oft mit einem verächtlichen Blick“, stellte sie fest. Diesem folgten verächtliche Worte und böse Taten. „Wer böse Taten verhindern will, macht nicht mit bei Verachtung.“ Sie erinnerte an das Wort des Apostels Paulus: „Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann.“ Zu dem fehlgeschlagenen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan sagte sie: Ein Vorbild müsse man leben, könne es aber nicht diktieren. Ein weiterer Blickwechsel führte zu den heutigen Sorgen und Nöten der Kirche: „Wer bekommt was vom weniger werdenden Geld?“, fragte die Dekanin. Gesucht werden müssten die besten Strukturen, die den Menschen am meisten dienen. Doch ohne gemeinsame Anbetung zerfalle Kirche.

„Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben“, lenkte Fritz den Blick auf ein weiteres Feld, auf dem es oft Streitereien gibt, das Vererben. Frühzeitig sollte man regeln, wer was bekommt, denn auch hier gehe es um Frieden und darum, gerecht aufzuteilen. Und es tue der eigenen Seele gut, eine gute Ordnung zu hinterlassen.

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