Friseure: das Kammback des Jahres

  • Weitere
    schließen
+
Friseure haben wieder geöffnet. Der erste Arbeitstag war für viele Friseure und Friseurinnen im Gmünder Raum eng getaktet. Viele Termine galt es unter Hygienemaßnahmen zu bearbeiten.
  • schließen

Friseursalons dürfen seit Montag wieder öffnen. Friseure aus dem Raum Gmünd berichten, wie der erste Arbeitstag nach zehn Wochen Schließung ausgesehen hat.

Schwäbisch Gmünd

Grünes Licht für Friseursalons: Seit Montag dieser Woche dürfen Friseurinnen und Friseure wieder öffnen. Mit der Öffnung kommen volle Terminkalender, eng getaktete Arbeitstage und Erschwernisse durch Hygienemaßnahmen. Friseurinnen aus der Region berichten vom ersten Arbeitstag.

"Ich war die letzten zweieinhalb Wochen nur am Telefon", sagt Friseurmeisterin Heike Himmer vom gleichnamigen Friseursalon in Mögglingen. Zurzeit ist ihr Anmeldebuch ein stetiger Begleiter. Doch nicht nur am Telefon vereinbarte sie Termine. Auch über WhatsApp oder beim Einkaufen wurde sie von Kunden gefragt, wann sie kommen können. "Die ersten drei Märzwochen sind wir rappelvoll", sagt sie. Und das bei erweiterten Öffnungszeiten und fehlenden Ruhetagen. Hinzu komme eine dünnere Besetzung, denn die Coronaverordnung erlaube ihr nicht, alle neun Angestellten gleichzeitig zu beschäftigen.

Auch bei Jasna Hadzijakupovics Friseursalon in Schwäbisch Gmünd läuft der Betrieb auf Hochtouren. "Aber mit sehr viel Freude", sagt sie. "Bei uns klingelt seit zwei Wochen ununterbrochen das Telefon", führt Hadzijakupovic aus. Sie sei fast den ganzen März ausgebucht. "Dafür werden wir aber die Zeiten verlängern", erklärt sie. Teilweise bemerke sie bei ihren Kunden, dass sie selbst im Lockdown Hand, beziehungsweise Schere, an die eigene Frisur anlegten. Bei anderen sei der Ansatz herausgewachsen. Das Ergebnis: "Man braucht mehr Farbe und mehr Zeit."

Wie sieht der erste Arbeitstag für Jutta Grames, Friseurobermeisterin der Gmünder Friseurinnung, aus? "Voll. Sehr voll und durchgetaktet", berichtet sie. Dadurch, dass Termine vereinbart und Abstände gewahrt werden müssen, "dürfen wir nicht so viel schaffen, wie wir wollen". Es gelten die Maßnahmen, die bereits während der ersten Öffnungsphase zwischen den Lockdowns galten. Hauptsächlich wird gefärbt und geschnitten, berichtet Grames. Auch Korrekturen stehen bei ihr auf dem Plan. Fehlen Kunden, die sich mittlerweile selbst frisieren? Dass Kunden vereinzelt fehlen, "haben wir beim letzten Lockdown schon gemerkt". Jedoch sei es momentan noch zu früh, um in dieser Hinsicht konkreter zu werden. "Das ist nur ein Ausweg", vermutet Hadzijakupovic.

Bei uns klingelt seit zwei Wochen ununterbrochen das Telefon.

Jasna Hadzijakupovic, Friseurin

Den Salon strahlend verlassen

"Ganz offiziell dürfen wir keine Wellen machen." Auch Haarverlängerungen und Dauerwellen gebe es zurzeit nicht. "Aus Rücksicht auf die Kosmetiker", erklärt Friseurobermeisterin Grames. Trotzdem seien die Kunden zufrieden. "Viele kommen mit schlecht gelauntem Gesicht herein", sagt sie, "aber sie gehen strahlend wieder raus". Denn ein ordentlicher Haarschnitt hänge direkt mit dem Wohlbefinden zusammen. Auch die anderen Friseurinnen haben diesen Eindruck der Kunden. Hat ein frischer Haarschnitt mit Menschenwürde zu tun? "Das braucht man auf jeden Fall", sagt Hadzijakupovic. Himmer stimmt zu: "Natürlich, keine Frage."

"Es hat auch Friseurtourismus gegeben", erklärt Grames. Denn Deutschland sei das einzige Land gewesen, in dem Friseure schließen mussten. Anders habe es in Spanien oder Italien ausgesehen. Doch dieser "Tourismus" dürfte nun ein Ende haben.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL