Früchte des Gartens im Suppenstern

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Bunte Vielfalt auf den Markttischen, wo die Mädchen und Jungs von der Friedensschule leckeres Gemüse und Kräuter für den guten Zweck verkaufen.

Grundschüler unterstützen mit dem Erlös Kinder in Togo und in Indien.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Es geht umtriebig zu im Suppenstern am ersten Markttag in diesem Sommer. Weitere 16 werden folgen. Es ist ein kleiner feiner Markt mit einer großen Besonderheit: Hier bieten Erst- bis Viertklässler Kräuter, Blumen, Obst und Gemüse an. Sie verlangen keinen festen Preis, sondern reichen ein Glas, in das der Kunde seine Spende versenken kann.

Spende? Die "Friedensschüler", die hier auch emsig gärtnern, gemeinsam mit dem Suppensternlandfrauenteam unter Leitung der engagierten Margret Schnürle-Baier, ermöglichen mit den Erlösen Schulkindern in Togo tägliche warme Mahlzeit und unterstützen behinderte Mädchen in einer Schule in Südindien. Im Sommer 2019, also vor Corona, konnte so die tägliche Mahlzeit der 486 Schülerinnen und Schüler in Togo für ein Jahr gesichert werden.

Ob es beim Dienstagmarkt bleibt, wird noch entschieden. "Basisdemokratisch!", wie Margret Schnürle-Baier lachend erläutert. Nach Marktschluss setzen sich Kinder und Betreuer zusammen und beraten, ob es beim Dienstag bleibt oder ein Sonntag wird. Denn, wer berufstätig ist, kann nicht dienstags um halb elf zum Markt kommen.

Das 17-tägige Ferienprogramm im Suppenstern ist ein Renner. Aber nur jeweils zehn Kinder dürfen an einem Tag anwesend sein. Da waren die Plätze schnell vergeben. Wehmütig blickt Schnürle-Baier aufs vergangene Jahr zurück. Da hatten insgesamt 3000 Schüler den Garten bearbeitet.

Es ist ein Garten, in dem es sprießt und wächst. "Auch Disteln!", die Leiterin lächelt: "Wer Distelfalter sehen will, muss auch für Disteln sorgen!" In den sorgfältigen Weißkohlreihen wächst das zukünftige Sauerkraut heran. Das werden die Landfrauen selber herstellen.

Das Angebot auf den Markttischen stammt aus dem Suppensterngarten und Spenden aus der Nachbarschaft. Bunte Vielfalt bietet auch der Garten selbst. Die Beete, angelegt in "Strahlenbeeten" sind thematisch geordnet und Lehrbeispiel für gesunden Gartenbau, historische Entwicklung und Verantwortung im Umgang mit der Natur. Schon vor 1500 Jahren wussten die Azteken, wie eine gesunde Mischkultur aussehen muss. In "ihrem" Beet wachsen Mais, Kürbis und Bohnen. Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe, die Bohnen setzen gegen das Aushungern des Bodens durch Mais und Kürbis ihre "Düngequalität".

Ein anderes Beet ist mit "alten Sorten" bepflanzt. Sie sind wichtig für Erfahrungen, wie Pflanzen und ihre Ansprüche sich im Klimawandel verändern.

Ein weiteres Beet zeigt den Artenwandel im Garten durch die Zuwanderer nach dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst wurden Gemüse wie Paprika, Peperoni und Knoblauch heimisch. Dann kamen mediterrane Kräuter, Artischocken und Auberginen hinzu. Gerade sind auch violette Artischockenblüten zu bewundern.

Der Suppensterngarten ist nur in Anwesenheit der Betreuer geöffnet. "Das ging nicht mehr anders!", bedauert Leiterin Schnürle-Baier. Denn an einem Sonntag wurden alle Zucchini einfach abgeerntet von Privatpersonen, obwohl es Hinweisschilder gibt, die darauf hinweisen, dass keine Selbstbedienung erlaubt ist. Wer etwas braucht, findet auf dem kleinen Markt, was gerade reif ist und nicht vom Suppenstern selbst verarbeitet wird.

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